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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 79

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 79 (sequence 81)
Language
German, English, Hebrew
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liberale, wohlwollende und energische Regierung. Aber die übrigen Elemente des Staates sind nicht alle von diesem edlen Geiste beseelt* Ungarn besteht, um mich populationistisch auszudrücken, aus zwei Hälften: Das reine Ungarn, in dem die Juden schon mit zugezählt sind, beträgt weniger als die Hälfte; die andere Hälfte bilden die sogenannten Nationalitäten. Die Angehörigen derselben sind als Private ganz ehrenwerte Leute; aber ganz anders ist der Private, und ganz anders wird der Mensch, wenn irgend eine politische Leidenschaft über ihn kommt. Mit den Nationalitäten, welche mehr / * als die Hälfte des Staates ausmachen, sind wir leidlich ausgekommen. Jetzt aber wurde von Seite der Ungarn ünd der Antisemiten die Legende erfunden, dass ohne die Juden das Ungarnthum bankerott sein müsste. Es ist nicht wahr,* aber es wird geglaubt. Solche Männer, welche auf einen Particularismus hoffen, glauben, dass der Jude im Wege stehe. So hat sich bei der grösseren Hälfte des Staates der Hass gegen die Juden entwickelt. Aber auch von Seite der Magyaren gehen die Clericalen lieber mit den Feinden des Staates, um nicht dem Liberalismus Concessionen machen zu müssen. Die sogenannte Volkspartei, welche eigentlich eine ehristlieh-sociale genannt werden könnte, hat vor einigen Wochen im Reichstag mit Anspielung auf den Judenprocess von Tisza-Eszlar offen erklärt, in Ungarn gebe es noch keinen Antisemitismus, er werde erst kommen!! Aber nicht nur diesen abgebröckelten Theil der Ungarn, sondern auch die Uebrigen kränkt die Zumuthung, dass sie ohne die Juden nicht bestehen können. Die Folge davon ist, dass, während eine Gruppe von Chauvinisten schreit, dass wir noch immer nicht genug magyarisiert sind, die übrigen Ungarn uns 50 Kreuzer-Magyaren nennen, weil nämlich das Gesuch um Namensändesung nur einen 50 Kreuzer-Stempel erfordert. Ein eonfessionelles ungarisches Blatt, das über den Zionismus gewettert hat, musste neuerdings gestehen, dass es in Ungarn dunkelt. Trotzdem haben wir die Hoffnung, dass der Liberalismus siegen wird. Der aötive Zionismus findet noch keinen Boden in Ungarn; trotzdem ist es nothig, dass aufklärende Schriften in Ungarn verbreitet werden. Juden und Christen fürchten sich immer vor der Einwanderung der aus Eussland vertriebenen polnischen Juden. Schon um diese armen Leute von Ungarn abzuwenden, sollten die Ungarn den Zionismus unterstützen. Ferner ist Aufklärung nothwendig in der Richtung, dass der Zionismus mit dem Patriotismus nicht collidiert. Ich erkläre im Namen aller Ungarn, dass, so lange 1 wir nicht in Palästina einrücken, wir gute ungarische Patrioten bleiben. "Wenn wir in Palästina einrücken, so werden wir dort ebenso gute Patrioten werden, als wir heute ungarische Patrioten I öind. Meine Herren! Mein Ideal nämlich ist das, dass ich glaube, > dass, wenn der ungarische Jude nach Palästina auswandert, dass r ihn dorthin ein Dankgefühl gegen sein einstiges Vaterland ziehen wird. Ich wünsche allen Juden aller Länder, dass sie solche

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