Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 76)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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Analphabeten 23.24%^ unter den Frauen 40,31%* V°n den assentierten Juden waren Analphabeten 1888 29'22°/o; 1889 39*61%; 1890 54-06%; 1891 25'68%; 1892 22-35%; 1893 51-49%. (Revue der Schüler, Nr. 1.) Aber es darf nicht übersehen werden, dass unter den jüdischen des Lesens Kundigen schon solche eingetragen werden, die nur ein Gebetbuch lesen. Natürlich sind solche Leute weder mit den nöthigen Mitteln, um den heutigen Existenzkampf führen zu können, ausgerüstet, noch im Stande zu beurtheilen, was für Stellung sie einer oder der anderen Frage gegenüber einnehmen müssen oder dürfen. Die existierenden jüdischen Schulen können kaum den Anspruch erheben, dass sie ihren wichtigen Aufgaben gewachsen sind. In allererster Linie wolle man berücksichtigen, dass in die Allianzschulen fast ausschliesslich sephardische Kinder aufgenommen werden können. In fliesen Schulen wird entweder französisch oder spagnolisch gesprochen. Da unsere aschkenasischen Brüder weder der einen noch der anderen Sprache mächtig sind, so ist es ihren Kindern in der Regel unmöglich, spagnolische Schulen zu besuchen. Da die Aschkenasim sich in jeder Stadt in zu geringer Zahl befinden, um aus eigenen Mitteln die Unkosten einer Schule bestreiten zu können, so hätten ihre Kinder in einem sehr verwahrlosten Zustande bleiben müssen, wenn nicht überall Schulen verschiedener Missionen vorhanden wären. Dass in diesen Schalen unsere Kinder, wenn ' ' % - / auch nicht immer formell, so doch dem Wesen nach dem Judenthum entrissen werden, das braucht man nicht noch besonders hervorzuheben. Aber selbst in den speciellen jüdischen Schulen wird die Kenntnis des Judenthums und seiner Geschichte nicht gepflegt. Absolventen dieser Schulen blieben uns die Antwort über die wichtigsten Momente unsererer Geschichte schuldig. Wer war Esra, Nehemia und was haben sie geleistet; von wem und wann ist Judäa in eine Provinz verwandelt worden? Auf alle diese Fragen erhielten wir keine Antwort. Um unserem Versprechen nachzukommen, wollen wir uns auch flüchtig die Ursachen, auf welche dieser intellectuelle Tiefstand der bulgarischen Juden zurückzuführen ist, ansehen. Wir müssen eingestehen, dass der Durst nach Wissen bei den spagnölischen Juden nicht von besonderer Stärke ist. Natürlich spielt dabei ihre grässliche wirtschaftliche Lage mit. Es existieren aber auch objective Momente, die ihnen als Hindernisse im Wege stehen. Die bulgarische Regierung, die vor keinem materiellen Opfer zurückscheut, um jeden Bulgaren bei seinem Streben nach Bildung zu unterstützen, hat die Schulen speciell der orthodoxen Bevölkerung angepasst, als ob es unter den bulgarigchen Bürgern gar keine, die einem anderen Glauben angehören, gäbe. Der Besuch der Schulen am Sabbath fällt der spagnölischen Bevölkerung, die ihn noch zu feiern weiss, sehr schwer. Man sollte doch glauben, dass in diesem jungen Staate, welcher so oft auf seine religiös^