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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 69

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 69 (sequence 71)
Language
German, English, Hebrew
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— 69 lägst sich auch ein anderer Zusammenhang zwischen diesen zwei Momenten denken. Es kann nämlich auch die politische Wiedergeburt eines Volkes ein mächtiges Mittel zur Sanierung seiner wirtschaftlichen Verhältnisse und zur Schaffung einer neuen Aera Im wirtschaftlichen Leben sein. Dies hat sich in dem wirtschaftlichen Entwicklungsgange des zu neuem politischen Leben erwachten .Bulgarien glänzend bewahrheitet. Wenn auch noch jetzt die Schätze 4er Natur meistens erst gehoben werden müssen, und auch die gegenwärtige wirtschaftliche Cultur noch eine sehr primitive ist, kann der Wirtschaftshistoriker dennoch bereits grosse Fortschritte Ei$% verzeichnen. Bulgarien, das noch bis jetzt vom westeuropäischen Standpunkte aus ein cäpitalarmes Land genannt werden muss, hat doch seine nationalen Eeichthümer vervielfacht. Im Jahre 1884 hatte die Nationalbank n%ur 2*4 Millionen Francs als Depositen im modernen banktechnischen Sinne und jetzt hat sie mehr als 47 Millionen- Auch die landwirtschaftlichen Cassen, bei denen früher dieser Posten nur mit einigen Hunderttausenden figuriert hat^ beträgt mehr als 5 Millionen* Die jährliche Ersparniss muss aber viel höher angeschlagen werden, da eben das letzte Quinquennium des bulgarischen Wirtschaftslebens damit charakterisiert werden muss, dass es allerlei Actiengesellschaften zu verschiedenen Productionszwecken, die für Bulgarien enorme Capitalien in Anspruch genommen haben, geschaffen hat Die ausländischen Capitalien kommen da sehr wenig in Betracht, da von dem Staate aufgenommene Anleihen zum Bau der EIsen* bahnen und der Equipierung der Armee verwendet wurden. Und auf privatem Wege konnten ausländische Capitalisten meistenteils weder Concessionen erlangen, noch mit dem Bulgaren gemeinsame Sache machen* Manche bulgarische Hochschulprofessoren haben schon dafür Sorge getragen, in der Monatsschrift „Organ der bulgarischen ökonomischen Gesellschaft" die Schädlichkeit defs ausländischen Capital s, das ja doch total den Juden gehörte, zu be* weisen. Bei der Bestimmung des Wachsthums des Nationalreichthums wird schwer ins Gewicht fallen, dass die Steuerkraft der Bevölkerung sehr gewachsen ist Im Anfange der achtziger Jahre, arbeitete Bulgarien mit einem Ausgabeetat von circa 20 Millionen Francs, nach einem Decennium schon fnit 100 Millionen. Es ist auch zu berücksichtigen, dass nicht nur der mobile, sondern auch der immobile Besitz der bulgarischen Bevölkerung sich stark vergrössert hat Die ländliche Bevölkerung Bulgariens, die doch 5/e der Gesammtbevölkerung repräsentiert, hat dank der Auswanderung der Türken sehr stark ihren Bodenbesitz vergrössert. Von dem Waehsthum des Keichthums wird auch die Thatsache der Unternehmung zahlreicher Bauten, ja sogar totaler Veränderung ganzer Städte Zeugniss ablegen. Auch die Bevölkerungszahl hat verhältnissmässig stark zu-

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