Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 70)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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68 — Damit künftighin solche Fälle nicht mehr vorkommen, hat man in derselben Session der Kammer, auf Initiative des jetzigen Bürgermeisters Sofias, ein Gesetz acceptiert, wonach „ein naturalisierter Bulgare das passive Abgeordneten Wahlrecht erst nach Ablauf von 15 Jahren erwerben kann". Hand in Hand mit diesem officiösen und offiziellen Antisemitismus geht auch in Bulgarien der von der Presse cultivierte. Wir habeh in Bulgarien bis vor kurzem ein Blatt „Bulgarien ohne Juden" (Boulgaria bez Ewrrji) gehabt, das von einem gewissen Mitakoff herausgegeben wurde. Das bulgarische Wörterbuch hat keine Sehimpfworte, das Strafgesetzbuch keine Verbrechen, die den Juden in diesem Blatte nicht entgegengeschleudert, respective angedichtet worden wären. In allererster LiniB paradiert natürlich das Steckenpferd auch der westeuropäischen Antisemiten — die Blutbeschuldigung. Es gibt keine Rechte, die Herr Mitakoff den Juden nicht entziehen wollte. Ausser dem Blatte hat Herr Mitakoff auch mehrere Broehüren desselben Inhaltes herausgegeben, bei deren Verfassung ihm offenbar Kohling's Werke vorlagen. Nachdem Mitakoff wegen Beleidigung des Fürsten mit dem Gefängnis Bekanntschaft machen und sein Blatt einstellen musste, wird seine Arbeit von dem famosen Major Osman-Bey, so nennt er sich, fortgesetzt. Es verdient auch hervorgehoben zu werden, dass die bulgarische Monatschrift „Wera i Razoun„ („Glaube und Vernunft"), die von einem Pfarrer Mina GL Minkoff redigiert wird, sehr heftigeantisemitische Artikel, und zwar zum Beweise des Gebrauchs von Obristenblut durch die Juden, veröffentlicht. Man bekämpft den Antisemitismus in Bulgarien durch verschiedene Broehüren. Es braucht nicht besonders hervorgehoben zu werden, dass man damit den Aberglauben nicht ausgerottet hat. Es gehen die Osterfeiertage selten vorüber, ohne dass sich der Juden Angst bemächtigte, wenn irgendwo einem Christen ein Kind verloren geht. So gilt auch bezüglich Bulgariens, dass die Gesellschaftskreise daraufhin arbeiten, die Gleichberechtiguug der Juden factisch zu annullieren, sie nach europäischem Muster zu einer papierenen zu machen, die politischen Rechte der Ju^en nur insofern gelten zu lassen, als eine oder die andere Regierungspartei davon Capital schlagen könnte. D i e w i r t s c h a f 11 i c h e L a g e* Die politische Kraft jede& Staates ist von seinem wirtschaftlichen Zustande abhängig; doch für Baldjik Peter Gabe sei, drängt sich die Frage auf, was für eine Person er sei,. Denn diese Person, die als Peter Gabe anerkannt zu werden wünscht, und die das Wahlbureau officiell als Gewählter proclamiert hat, ist nicht Peter Gabe, sondern ein uns unter dem Namen Eikser bekannter russischer Jude, ein Nihilist (sie!!) aus Bussland, der siÄ Äiit einem fremden Pass flüchtete, sich das Pseudonym Peter Gabe aneignete und tmter diesepa Namen als bulgarischer Ünterthant acceptiert wurde, (Ibidem p. 487—488).