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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 66

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 66 (sequence 68)
Language
German, English, Hebrew
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Wenn es einen bulgarischen Mann gegeben hat, der vielleicht ganz von verschiedenen Vorurtbeilen den Juden gegenüber frei war, so ist es Stambuloff gewesen* Die Fähigkeiten und die intellectuellen Kräfte der Juden erkennend, suchte dieser Staatsmann sie zum Besten seines Vaterlandes zu verwenden. Während der zwei Decennien des Bestandes des bulgarischen Staates haben die Juden es nie so gut wie zu seiner Zeit gehabt. Es ist in der Hauptstadt Jedem bekannt, dass die stamtfulistische Regierung sogar geneigt war, von den Staatsdomänen ein entsprechendes Ausmass von Grund und Boden zur Gründung einiger Colonien eingewanderter Juden zur Verfügung zu stellen; Wir wissen nicht genau, auf welche Momente es zurückzuführen ist, dass die bulgarische Regierung von diesem Plan Abstand genommen hat. Die communis opinio will das auf die Schultern unserer eigenen Stammesgenossen gbwälzen. Aber Stambuloffs Anhänger, die gerade den Juden gegenüber ganz anderer Ansicht als ihr Chef waren, wehten mehrfach factisch das zu vereiteln, was Stambuloff den'Juden geleistet hat. Um die Frage über die Stellungnahme verschiedener Parteien den Juden gegenüber zu Ende zu führen, soll noch der radoslawistischen Partei Erwähnung geschehen, und zwar muss von ihr gesagt werden, dass ihre Anhänger in dieser Beziehung im Grossen und Ganzen die Ansichten der stambulistischen Partei theileih Im engen Zusammenhange mit der Frage über die Stellungnahme der Parteien den Juden gegenüber, kann auch diejenige über die Theilnahme der Juden im politischen Leben des jungen Staates in Betracht gezogen werden. Im allgemeinen kann man die Behauptung aufstellen, dass die bulgarischen Juden sehr wenig in das politische Leben eingreifen, als leitendes Princip in dieser Beziehung gilt, immer mit der Regierung zu gehen. Wenn irgend eine Regierung bei einer oder der anderen Gelegenheit die Juden, das heisst ihre Stimmen, braucht, so wird mit ihnen geliebäugelt, und werden ihnen sogar manche Versprechungen gemacht. Und wer die Taktik der bulgarischen Minister kennt, wird sich die Frage ersparen, ob irgend einer von ihnen jemals seinen Versprechungen nachgekommen ist Vielleicht kann es auch nicht anders sein. Wer für alle ist, der ist ja für niemanden* Es wäre aber Unrecht, wenn wir zu dem soeben Gesagten nicht hinzufugen würden, dass sich in Bulgarien auch eine Anzahl Juden findet, die sich offen einer Partei anschliesst, nur mit dieser Partei kämpft, sich verschiedenen Verfolgungen seitens der Regierungspartei aussetzt, und so oft die unterstütze Partei siegt, sogar ein paar abgenagte Knochen einheimst. Solche jüdische Parteigänger finden sich sowohl im stambulistischen als radoslawistischen Lager. Da die Juden weder allgemeine noch specielle Politik treiben, so wird es kein Wunder nehmen, dass, obwohl in Bulgarien mehr als 27 Tausend Juden leben, wovon auf Sofia allein mehr als 6 xf% Tausend

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