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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 60

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 60 (sequence 62)
Language
German, English, Hebrew
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— 60 — - die zwanzigmal so lang auf die Ernennung warten und als hoffnungsfreudige Thoren noch lange warten werden. f Die p. t. Behörden machen kein Hehl daraus. Sie wollen die Juden nicht, sie wollen ihre Aemter —■ sagen sie, nicht von Juden überschwemmen lassen. Sie lassen aber nicht so viele Juden zu, als dem „Procentsatz der Juden" — eine beliebte Wendung — entspräche. Man will uns halt nicht. Da stehen nun die Leute mit dem Doctordiplom in der Hand. Was anfangen? Der christliche Staat aber gibt ihnen zu verstehen, dass sie nur eine Kleinigkeit thun müssen, um aller Noth ein Ende zu machen♦ Sie solten sich taufen lassen. Wir haben Beispiele, dass Aspiranten sofort nach der Taufe ernannt wrurden. Die ernennende Behörde besorgt das Missionswerk der katholischen Kirche. Man stellt die jungen Leute vor die Wahl: Hunger oder Taufe und es finden sich ihrer immer mehr, die sich vom Judenthum lossagen, um zu einem Brot zu kommen. Es wird eine Zeit kommen, da die ganze Intelligenz theils gedrängt, theils müde des langen Druckes und empfindlichen Hasses in den Schoss der Kirche eingehen wird. Dieser Gedanke ist für den, der die Erhaltung des Judenthums will, recht traurig und betrübend* Die Ueberproduction an mittleren Intelligenzen — wie Dr. Herzl sie treffend bezeichnet —erzeugt ein Geistesproletariat und wenn unsere überschüssige Intelligenz sich in ein radicales/ umstürzlerisches Lager flüchtet, dann h eis st es, die Juden untergraben das Staatsgebäude, die Juden sind das Unglück u. s* w. Tausend Ursachen — eine Wirkung. Warum wir gehasst werden? Thatsache ist, dass wir gehasst werden, dass man uns die Lebensbedingungen einschränkt. Wir sind ein unglückliches Volk . .. . Es erübrigt mir nur noch etwas über die zionistische Bewegung in der Bukowina zu sagen. Ich denke, dass wir am besten berathen sind, wenn wir uns vor Uebertreibungen hüten, wenn wir uns die Wahrheit sagen. Fünf Jahre hindurch hat die jüdisch-nationale akademische Verbindung „Hasmonaea" mit seltenem Feuereifer für die gute Sache des Zionismus gestritten, aber die Juden waren taub für die begeisterten Reden, sie haben hier noch keine rechte Judenschlacht gesehen. Von allen Seiten angefeindet, hat die „Hasmonaea" fünf lange Jahre ausgehalten, bis kein Nachwuchs mehr war. Aber die alten Herren der Hasmonaea wirken fort. Sie haben einen Zionsverein in Czernowitz ins Leben gerufen, der in kurzer Zeit eine seltene Ausdehnung erreicht hat In ßadauz und Suczawa, in Frumosa und Seret sind Zionsgemeinden entstanden. Es ist wahr, dass die Bewegung weitere Kreise ergreift, aber sie ist noch lange keine Volksbewegung. Es fehlt die Zuversicht, die Menge will Er-

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