Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 31

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 31 (sequence 33)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476255-3476257--0381-3525587
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 31 — Nach englischem Gesetze muss jedes Kind seine Erziehung unentgeltlich erhalten und eine neue Vorlage will sogar den freiwilligen Schulen eine Unterstützung angedeihen lassen. * Freiwillige Schulen sind Anstalten, die, obwohl unter der Aufsicht der Regierung und im Besitze einer Subvention seitens derselben, dennoch keine öffentlichen Schulen sind und deren eventuelle Deficite durch Collecten, Geschenke etc. gutgemacht werden müssen. Die Mehrzahl jüdischer Kinder wird in Verpflegungsschulen unterrichtet, und zwar nur iii profanen Lehrgegenständen, doch sorgt die jüdische Gemeinde für Extra-Religionsunterricht nach den Schulstunden und am Sabbath oder Sonntag. Die Erziehungsmittel sind sehr mangelhafte; in vielen der kleinsten Gemeinden ertheilt der Beamte den Kindern Privatunterricht, ein Brauch, der auch in London noch hie und da üblich ist. Es gibt allerdings jüdische Privat-Verpflegungsschulen, aber es gibt an den beiden grossen Universitäten kein sogenanntes jüdisches Haus*) wie sich ein solches an einer der höheren öffentlichen Schulen befindet. Die Londoner Universität ist ein grosses Centrum für jüdische Studenten, allein es kann im grossen Ganzen nicht gesagt werden, dass in England ein ähnliches Streben nach akademischen Berufen wäre, wie unter den Juden des Continents. Es gibt kein Seminarium für Juden, obwohl im theologischen Collegium „Jews' College" die höhere jüdische Literatur gelehrt wird; die Studenten gehören zumeist nur den ärmeren Ständen an. Zu den folgenden Ziffern, die von Erziehung handeln, muss bemerkt werden, dass infolge der Vorliebe für hochklingende Namen, es oft schwierig war, zwischen einer Schule und einer einfachen Classe zu unterscheiden. Die meisten der Provinzial-Körperschaften veröffentlichen keine Berichte und so muss die Bilanz oft das Wörtchen circa enthalten, wird aber trotzdem nicht gar sehr von dem thatsächlichen Budget abweichen. Zahl: Einkommen: Collegien................ . 25 5.478 Londoner Schulen........ . . . 7.906 31.452 „ Religionsclassen.......... 9.000 2.500 „ Thalmud Thoraschulen......fc. 1.200 2.000 „ Chedorim . . . . . . . . . *. 6.000 6.250 Allgemeine Erziehung in der Provinz .... . 5.601 9.075 29.732 56.755 *) Jüdisches Haus ist ein Gebäude, welches den religiösen Bedürfnissen der Schulen gewidmet ist.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.