Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 28)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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\ — 26 — bestehen aufgehört hat, macht sich ein offenkundiges Zurückdränge» des jüdischen Elementes auch auf diesem Gebiete stark bemerkbar. Dies geht so weit, dass den Petenten bei ihrer Bewerbung um irgend eine noch »so untergeordnete Stelle bei den Staats- und Landesbehörden sehr oft offen bedeutet wird, dass ihre Gesuche nur wegen ihres Bekenntnisses abgewiesen werden. Was den Grossgewerbebetrieb anbelangt, so suchen die Juden zwar auf diesem Gebiete thätig zu sein, da aber in diesem capitalsarmen und wenig unternehmungslustigen Lande die Grossindustrie im allgemeinen sich gar nicht entwickelt hat und erst in den Anfängen sich befindet, so ist auch der Antheil der jüdischen Capitalisten auf diesem Gebiete sehr gering* Das Gros der jüdischen Stadtbewohner theilt sich daher in Handwerker, Kaufleute, Kleinkrämer, Vermittler, Makler, Schankwirte, Personen mit vorübergehender Beschäftigung und Bettler. Auf Grund einer seitens des vor einigen Jahren durch den Reichsrathsabgeordneten Dr. Eappaport ins Leben gerufenen „Hilfscomites für die nothleidende Judenschaft Galiziens" veranstalteten Kundfrage über die ökonomische Lage der Juden können wir ein annäherndes Bild über die Lage und Vertheilung dieser einzelnen Berufsclassen gewinnen. Diese Rundfrage erzielte statistische Daten nur aus 126 Ortschaften. Auf diesem Gebiete von kaum 126 Ortschaften leben 45,000 ■ . - . ■ " , ■ # jüdische Kaufleute, Kleinkrämer und Makler, 140.000 Handwerker, 12.000 jüdische Schankwirte, 36.000 Juden mit vorübergehender,, gelegentlicher Beschäftigung und 38.000 Juden, die von der öffentlichen Mildthätigkeit sich ernähren. Da man nun die 36.000 Juden mit vorübergehender Beschäftigung nichts weniger als in irgend einen Beruf einreihen kann und sie vielmehr unter die Beschäftigungslosen zu zählen sind, so ergibt sich das traurige Bild, dass unter 145 000 Juden 74.000 Beschäftigungslose oder richtiger Bettler sich befinden. Und wenn man weiters erwägt, dass die Antworten auf die oben angeführte Rundfrage alle die 14.000 Handwerker, 12.000 Schankwirte und 45.000 Kaufleute nur euphemistisch mit diesen Benennungen belegten, während doch ein Jeder, der sich in einer galizischen kleinen Stadt aufgehalten hat, schon nach kurzer Beobachtung mit Gewissheit feststellen kann, dass beinahe die Hälfte dieser sogenannten Handwerker armselige Flicker, die Hälfte der Schankwirte allerärmste Leute und. beinahe die Hälfte der sogenannten Kaufleute eigentlich nothleidende Hausierer und verkommene Pinkeljuden sind, so kann man, ohne fehlzuschlagen, die begründete Behauptung aufstellen, dass von diesen 145.000 Juden, die in den 126 genannten galizischen Ortschaften sich aufnalten, kaum 35*000—40.000 in mehr oder weniger geordneten materiellen Verhältnissen sich befinden und den galizischen Standard of lifo i