Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 24

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 24 (sequence 26)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3476254-3476255-3476257--0374-3525580
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

volle Anzeichen zutage treten, so muss der Sätiberungskampf in der Cultusgemeinde, in diesem Schlüssel zu den galizischen allgemeinen Wahlen begonnen werden . Ich komme nun zum zweiten Theile meines Referates, zur Besprechung der wirtschaftlichen Lage der Juden Galiziens. Ich stütze mich hiebei auf folgende Quellen: A. Korkis: Statistische Daten (Manuscripte); Rutowski: Jahrbücher für die Statistik Galiziens, Lemberg 1887, 1893, 1894; Rundfrage an die Bezirksausschüsse, israelitischen Cultusgemeindevorstände und Privatpersonen über die wirtschaftliche Lage der Juden Galiziens von Seiten des Hilfscomites für die nothleideude galizische Judenschaft (Vorsitzender Dr. Arnold de Porada Rappaport; Schriftführer Hermann Feldstein, 1895); Pilat: Statistische Mittheilungen des statistischen Landesbureaus, 1895; Jahresberichte der k. k. Lemberger Universität; Jahresberichte der technischen Hochschule in Lemberg; E. Kietz: Statistische Monatsschrift, 1883; Dr. Alfred Nossig: „Socialhygiene der Juden" (Seite 134), ferner „Materialien zur Statistik des jüdischen Stammes" und „Versuch einer Lösung der jüdischen Frage." Galizien gehört zu denjenigen Ländern Osteuropas, in denen die Juden am dichtesten vertheilt sind. Auf einem Flächeninhalte von 78 497 Quadratkilometer und unter einer allgemeinen Bevölkerungszahl von 6,529.626 Seelen — jedoch zum grössten Theile in den Städten und kleinen Städtchen zusammengepfercht — leben in Galizien nach der Volkszählung vom Jahre 1890 772.213 Juden. Wir besitzen zwar in Galizien keinen Ansiedlungsrayon, wie in Russland, und es ist den Juden in Galizien nach den österreichischen Gesetzen gestattet, überall sich anzusiedeln, die faktischen Verhältnisse haben sich - aber derart gestaltet, dass die Juden auf den Aufenthalt in den Städten und Städtchen angewiesen sind. Gegen 71°/o der ganzen jüdischen Bevölkerung Galiziens wohnen in den Städten und Städtchen Galiziens und erreichen sogar in mehreren Städten '60% und mehr der gesammten Bevölkerungszahl der betreffenden Stadt, Während sie im Durchschnitte 38'4% der städtischen Gesammtbevölkerung Galiziens bilden. Der übrige Theil der jüdischen Bevölkerung ist zu einzelnen oder einigen Familien auf dem flachen Lande zerstreut und bildet kaum 3*28°/o der gesammten Landbevölkerung. Unter dieser jüdischen Landbevölkerung gibt es 630 jüdische landtäfliche Grundbesitzer, einen sehr kleinen Bruchtheil ackerbautreibender Landbewohner, Gruodpächter und Mühlenbesitzer, die übrigen jüdischen Landbewohner aber sind ungeachtet ihres Landaufenthaltes Kleinkrämer, Schankwirte, Bedienstete und Arbeiter, Der Grundstock der jüdischen Bevölkerung Galiziens befindet sich daher in den Städten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.