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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 22

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 22 (sequence 24)
Language
German, English, Hebrew
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——— . Stande der Apathie. Noch.in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts war Galizien der Sitz jüdischen Wissens und jüdischen Gemeinwesens. In Galizien schrieben und wirkten damals ein Oerter,. * Erochmal und Rappaport. Die Assimilationsperiode aber, die in der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts ihren Unfug zu treiben begann, bewirkteleider einen Wandel in dieser Richtung, da infolgedessen ein Theil der galizischen Juden dem Judenthum entfremdet und keiner besseren Cultur zugeführt wurde, während der andere überwiegend grösste Theil derselben, der ortodoxchassidische, sich strenge abgesondert und in einem frömmelnden Formalismus verknöchert hat. Bisher standen sich diese zwei Lager, die Assimilanten mit ihrem Indifferentismus für alles Jüdische und die Cbassidim mit ihrer Exclusivität ziemlich schroff gegenüber — der immer mehr anwachsende Antisemitismus einerseits und das vereinigende Band des Zionsgedankens andererseits beginnen jedoch allmählich difr einsichtsvollen Männer aus beiden Lagern einander näher zu bringen und die schroffen Gegensätze abzuschwächen. Der allgemeine Bildungsstand der galizischen Juden unterscheidet sich nicht viel von demjenigen der übrigen Juden Osteuropas, wenn auch zugegeben werden muss, dass bei der gesetzlich gewährleisteten freiheitlichen Stellung, die die Juden Oesterreichs einnehmen, die galizischen Juden vieles zu thun unterlassen haben, was sie in Bezug auf die Hebung ihres Bildungsniveaus hätten thun können und sollen. Bei alledem aber weisen die galizischen Juden im Verhältnisse zur autochthonen Bevölkerung eine bedeutend geringere Zahl von Analphabeten auf und wenn wir erwägen, dass jetzt jeder fortgeschrittene Jude in Galizien sein Kind in die öffentliche Schule schickt und jeder Conservative seine Kinder im Cheder (d. h. in der hebräischen Schule) die Lese-und Schreibkunst der hebräischen Sprache sich aneignen lässt, so kann man eigentlich von wirklichen Analphabeten bei der galizischen jüdischen Jugend gar nicht sprechen. Ich werde nun bei dieser Gelegenheit einige statistische Daten über die Frequenz der galizischen Juden in den öffentlichen Schulen anführen. Daten über die Zahl der jüdischen Kinder in den Volksschulen besitzen wir leider nicht. In den galizischen Gymnasien betrugen die jüdischen Schüler im Jahre 1877 . . . 1572% der Gesammtschülerzahl, „ „ 1890 . . . 18 72 % „ „ - ' # ' In den Realschulen betrugen sie: Im Jahre 1877 . , , 19% Gesammtschülerzahl „ „ 1890 . . . 1472 % der - - „ 4

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