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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 21

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 21 (sequence 23)
Language
German, English, Hebrew
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werden noch andere Referate hören, als das des Herrn Dr. Nordau, die eins die traurige Lage der Juden schildern werden. Aber ich glaube im Sinne Aller zu sprechen^ wenn ich beantrage, dass die beiden bisher gehörten Reden besonders gedruckt werden. Bevor wir aber in unseren Verhandlungen weitergehen, erfüllen; wir eine wichtige Pflicht, wenn wir Herrn Dr. Herzl und Herrn Dr. Nordau unsern innigsten Dank aussprechen für das, was sie uns bisher geboten haben. (Ungeheurer Beifall.) Präsident: Es ist beschlossen worden, das ganze stenographische Protokoll zu veröffentlichen. Ich halte eine besondere Drucklegung der beiden Reden ganz und gar nicht für angezeigt, da wir damit die übrigen Redner, deren Referate wir noch nicht angehört haben, zurücksetzen würden; immerhin werde ich den Antrag Marmorek zur Abstimmung bringen, Eine weitere Discussion glaube ich nicht zulassen zn sollen. Diejenigen Herren, welche für die beantragte Drucklegung dieser beiden Reden sind, wollen die Hand erheben. (Der Antrag wird einstimmig angenommen.) P a u s e. - ' Präsident: Es sind einige Zusatzanträge zum Antrag Marmorek angemeldet; da es sich aber um die rein technische Ausführung eines Beschlusses handelt, so glaube ich, dass Sie es der Congress-Commissi011 überlassen, die Angelegenheit endgiltig zu erledigen; dagegen möchte ich Sie bitten, von nun an alle Anträge, die gestellt werden, schriftlich mir «oder einem Mitgliede des Bureaus zu übergeben. Ich ertheile dem Referenten über die Lage der Juden in Galiz i e n , Herrn Dr. Salz, das Wort: Dr. A. Salz (Tarnow): Der erste Theil meines Referates wd sich mit der Lage der Jaden Galiziens in geistiger, moralischer und politischer Beziehung beschäftigen : Galizien, das in seinem Westen von Polen und in seinem Osten von Buthenen bewohnt wird und dessen Einwohner aus verschiedenen hier nicht zu erörternden historischen Ursachen in cultureller und wirtschaftlicher Beziehung hinter den westlichen Ländern Europas zurückgeblieben sind, hat ähnlich den anderen Ländern Osteuropas, in denen die Juden seit Jahrhunderten ihren Aufenthalt genommen haben, seinen speeifisch jüdisch -galizischen Typus, einen Typus, der schon vieles von sich reden machte, aber &uch gar zu oft zum Objecte der ärgsten Angriffe ganz ungerechtfertigterweise benützt wurde. Seine abweichende Tracht, seine aus dem Aufenthalte in Süddeutschland mitgebrachte und aus missverstandenem Conservativismus zäh beibehaltene jüdisch-deutsche Kundart, haben zwischen ihm und seinen westländischen Stammesbrüdern eine Scheidewand aufgerichtet, die das gegenseitige Sichverstehen bedeutend erschwerte. Doch unter diesen Aeusserlichiichkeiten haben die galizischen Juden ein warmes jüdisches Herz beibehalten, welches der kleinsten Anregung bedarf, um wieder in hellen Flammen für das Wohl des Judenthums aufzulodern. Ich sagte: „Wieder", denn nicht seit Langem befinden sich die galizischen Juden auf der heutigen Stufe der Cultur und in dem heutigen

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