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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 6

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 6 (sequence 8)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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tigkeit, wie ich Ihnen nicht erst auseinanderzusetzen brauche. Dieser Umstand legitimierte auch die Einberufung unseres Gongresses. Es kann sich bei uns nicht um Bündeleien, geheime Interventionen und Schleichwege handeln, sondern nur um eine freiwillige Erörterung unter der beständigen und verständigen Controle der öffentlichen Meinung. Es wird einer der nächsten, schon jetzt in grossen Umrissen wahrnehmbaren Erfolge unserer Bewegung sein, dass wir die Judenfrage in die Zionsfrage umwandeln werden. Eine so grosse Volksbewegung muss von allen Seiten angepackt werden. Del'Congress wird sich daher auch mit den geistigen Mitteln zur Wiederbelebung und Pflege des jüdischen Nationalbewusstseins beschäftigen. Auch auf diesem Punkt haben wir mit Missverständnissen zu kämpfen. Wir denken nicht daran, auch nur eines Fusses Breite von erworbener Cultur aufzugeben, sondern denken an ein weiteres Vertiefen der Oultur, wie es jedes Wissen bedeutet. Uebrigens Hess das geistige Leben der Juden von jeher bekanntlich weniger zu wünschen übrig, als das ihrer körperlichen Bethätigung. Dies haben die practischen Vorläufer des jetzigen Zionismus eingesehen, als sie anfingen einen jüdischen Äckerbau hervorzurufen. Von diesen Golonisationsversuchen in Palästina un# Argentinien können und werden wir alle nie anders als mit aufrichtiger Dankbarkeit sprechen. Aber sie waren nur das erste, sie sind nicht das letzte Wort der zionistischen Bewegung. Diese muss grösser sein, wenn sie überhaupt sein soll. Ein Volk kann sich nur selbst helfen; kann es das nicht, so ist ihm eben nicht zu helfen. Wir Ziomsten wollen * aber das Volk zur Selbsthilfe anregen. Dabei sollen keine verfrühten, ungesunden Hoffnungen angeregt werden. Auch aus diesem Grunde ist eine Oeffentlichkeit der Verhandlung, wie sie unser Congress bezweckt, von hohem Wert. Wer die Sache ruhig bedenkt, wird sich doch sagen müssen, dass der Zionismus auf andere Weise, als durch eine rückhaltlose Auseinandersetzung mit den betheiligten politischen Faktoren sein Ziel nicht erreichen kann. Die Schwierigkeiten der Colonisationsbefugniss wurden bekanntlich nicht erst durch den Zionismus in seiner gegenwärtigen Gestalt geschaffen. Man muss sieh fragen, welches Interesse die Erzähler solcher Märchen denn eigentlich haben. Das Vertrauen der Regierung, mit der mau über eine Ansiedlung jüdischer Völksma^en im grossen Massstabe verhandelnwill* lässt sich durch offene Sprache, durch ein loyales Vorgehen erreichen* Die Vortheile, die ein Volk als Gegenleistung zu bieten vermag,, sind so bedeutend, däss die Unterhandlungen von vorneherein mit genügendem Ernst ausgestattet sind. In welcher rechtlichen Form die Einigung sciliesslich stattfinden soll, darüber heute viel zu reden,* wäre ein missiges Beginnen. Nur das eine iöt unverbrüchlich -festzuhalten : Die Basis kann nur ein Zustand des Rechtes und nicht der Duldung sein. Mit der Toleranz und dem Schützjudenthum haben wir nachgerade genug Erfahrungen gemacht

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