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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 4

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 4 (sequence 6)
Language
German, English, Hebrew
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die 1800jährige "Verfolgung, Bedrückung und Vergewaltigung zur protestieren, gleich jeder anderen in ihrem Rechte gekränkten und beeinträchtigten Minorität. Während unsere Menschenrechte von allen Seiten geschmälert werden, sollen wir uns des einzigen, das uns übrig bleibt, des Rechtes der Klage selbst begeben? Wir Juden baben, trotz unsäglichen nie endenwollenden Unrechtes, das wir zu erleiden haben, an der Menschheit nicht verzweifelt, und in der Hoffnung, dass weder der Antisemitismus, noch die missverstandene und verkehrt ausgeübte christliche Liebe das öffentliche Gewissem in Europa ausgelöscht haben, beabsichtigen wir, an dieses Gewissen* zu appellieren. Wir haben uns zu beschweren gegen Regierungen,, Völker und Priesterthum. Eiiie Zeit lang haben wir in der uns lieb gewonnenen arischen Civilisation unser Heil zu finden geglaubt. Aber sie hat uns verrathen. Schon Jeremias klagt: „Ich rief meine lieben Freunde und diese haben mich verrathen." Als unsere Vorfahren aus Egypten zogen, schlössen sich ihnen: viele Assimilanten an. Aber sie hatten nicht deu Muth, gegen ein widriges Schicksal zu kämpfen und riefen bei der ersten Widerwärtigkeit, die sich ihnen darbot: „Setzen wir uns ein Oberhaupt und kehren wir nach Mizraim zurück.44 Wir aber rufen: „Setzen wir uns ein Oberhaupt und kehren wir nach Jerusalem zurück". Wir müssen der brutalen Uebermacht ausweichen und in unsere alte Heimat zurückkehren, und wenn unsere Mission unter den Nationen wirklich noch nicht erfüllt wäre, so wollen wir das Versäumte von dort nachholen. „Denn von Zion allein geht die Lehre aus und Gottes Wort b 1 o s von Jeruscholaim." (Lebhafter Beifall.) Der Antrag Dr. L i p p e ' s auf Absendung einer E r g e b e n h e i t s- und Dankbarkeits-Adresse an den Sultan wird ohne Debatte durch Acclamation angenommen. Alterspräsident: Ich ertheile Herrn Dr. Theodor Herzl das Wort zur Begrüssnngsrede. Di\ Theodor Herzl (Wien): Geehrte Congressmitglieder t Als einem der Einberufer dieses Congresses ist mir die Ehre zugefallen, Sie zu begrüsseru Ich will es mit wenigen Worten thun, denn Jeder von uns dient der Sache gut, wenn er mit den kostbaren Minuten des Congresses spart In drei Tagen haben wir viel Wichtiges zu besorgen. Wir wollen den Grundstein legen zu dem* Haus, das dereinst die jüdische Nation beherbergen wird. Die Sache ist so gross, dass wir nur in den einfachsten Worten von ihr sprechen sollen% Soweit es sich jetzt schon beurtheilen lässt, wird in diesen drei Tagen eine Uebersicht über den gegenwärtigen Stand der Judenfrage geliefert werden* Der gewaltige Stoif gliedert sich unter der Hand unserer Keferenten. Wir wollen Berichte hören über die Lage der Juden in den einzelnen Ländern. Sie alle wissen, wenn auch vielleicht nur ia

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