Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 4)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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Der Gegenstand, der uns heute zur Berathung vorliegt, ist kein geringerer, als die Rückkehr der Juden ins Land ihrer Yäter, in das heilige Land, das unser Gott, der einig-einzige, unserem Erzvater Abraham uns, seinen Nachkommen, verheissen hat. Jahrhunderte lang warten wir vergebens auf eine Erlösung aus dem harten Golus mittelst göttlicher, übernatürlicher Wunder, und nun, des langen Wartens müde, von allen Seiten von Feinden bedrängt, wollen wir unsere Erlösung auf dem natürlichen Wege versuchen, um in unser altes Yaterland zurückzukehren, gleich unseren Vorfahren in Mizraim und später in Babel. Auch sie gelangten in den Besitz des Vaterlandes zurück auf dem natürlichen Wege der geschichtlichen Entwickelung. Nach dem Auszuge aus Aegypten erkämpften sich unsere Yäter das Land der Erzväter auf dem natürlichen Wege der Kriegführung unter Mosche, Jehoschua, den Richtern und Königen. Die Exulanten in Babylon kehrten auf Grund diplomatischer Unterhandlungen mit dem Perserkönige Cyrus und eines internationalen Tractates zurück, der in unseren heiligen Schriften wörtlich aufbewahrt ist. Wohl verhiess ihnen der Prophet Secharja eine übernatürliche Erlösung, indem er sie tröstete mit den Worten : „Dein König (der Messias) wird zu Dir kommen, bescheiden auf einem Esel reitend.a Aber unsere Yorfahren warteten die Erfüllung dieser Yerheissung nicht ab und benutzten die erste, sich darbietende Gelegenheit und kehrten heim. Der Prophet Jeschajahu nimmt keinen Anstand, dem Perserkönig, dem Heiden, den Messiastitel zu verleihen. Auch wir wollen gleich jenen unseren Yorfahren vor 2509 Jahren, den Eselreiter von Babel, den Messias, nicht mehr erwarten und wollen ebenfalls auf Grund eines internationalen Tractates nach Erez Israel zurückkehren. Unsere Frommen, welche noch immer den eselreitenden König erwarten, mögen auch fernerhin in Golus bleiben vad auf seine Ankunft warten; aber wenn sie Bettlern, Müssiggängern und Greisen gestatten, sich im heiligen Lande anzusiedeln, und sie mit einem Bettelpfenig unterstützen, so darf auch uns nicht verboten sein, lebenskräftige, arbeitslustige junge Leute hinzubefördern, welche durch Arbeit und Fleiss das verwüstete Land in ein Eden verwandeln werden. Und sollte endlich der bescheidene König wirklich erscheinen, dann werden ihm unsere Arbeiter einen würdigeren Empfang bereiten, als jene Schnorrer. Aber wir verhehlen uns durchaus nicht, dass unsere Position weit schwieriger ist, als jene der Exulanten Babels. Zur Zeit des babylonischen Exils waren sowohl Babel als auch Palästina Provinzen des persischen Reiches. Serubabel, Esra und ISTechemia hatten blös bei der persischen Regieruijg die Erlaubnis für die Juden zu erwirken, aus einer Provinz ihres Staates in die andere zu übersiedeln. Schwieriger ist die Aufgabe für unsere Einwanderer. Diese kommen als Ange-