Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 1 (sequence 3)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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I. Verhandlungstag. 29. August 1897. Vormittags - Sitzung. Alterspräsident Dr. Karl Lippe (Jassy): Vor ungefähr siebzehn Jahren erhielt ich von einem hebräischen Literaten, Namens A.kiwa Chaschmal, ein Schreiben, worin er mir anzeigte, dass ein gewisser Lazar Rokeach aus Safed in Palästina nach Rumänien gekommen sei, um für die Bildung von jüdischen Colonien in Palästina zu agitieren. Bald darauf wurde ich in einem bescheidenen Zimmer in einer Jassy er Vorstadt beauftragt, für diese Sache in Wort und Schrift Stimmung zu machen. Es enstanden bald 27 Comites in 27 Städten des Landes und ein CentralcomitSe in Galata, zu deren Mitgliedern Herr Samuel Pineles und ich gehörten. Das Resultat dieser Propaganda waren die ersten zwei Colonien aus Rumänien in Palästina, Sichron Jacob und Rosch Pinah. Als diese Colonien in bessere Hände übergingen, hörte unser Comite zu bestehen auf. Aber Herr P i n e 1 e s und ich hörten nicht auf, in dieser Sache thätig zu sein. Ich war bei der Conferenz in Kattowitz, yon deren Theilnehmern sich ausser mir noch die Herren J a s i n o w s k i und Moses hier befinden. Wohl ist diese Versammlung für die zionistischen Bestrebungen grundlegend gewesen, allein sie repräsentierte blos einen Bruchtheil des Judenthums. Dieser Congress repräsentiert hingegen das Gesajnmtjudenthum. , Welcher gewaltige Sprung von jenem bescheidenen Stübchen in der Jassy er Vorstadt bis zu diesem Saal in Basel, welcher unerwartete Portschritt yon Chaschmal und Rokeach bis zu H e r z 1 und Nordau! Diese Versammlung von Gesandten jüdischer Vereine und begeisterter Juden ist die erste ihrer Art seit achtzehnhundert Jahren des dritten Exils. Sie ist der Ausdruck einer internationalen Bewegung, die alle Stände Israels ergriffen, um einen nationalen Gedanken zu verwirklichen, welcher während der langen Dauer dieses Exils, des Golüs Edom, im Schosse der Judenheit gebannt* lag und vergebens nach Verwirklichung rang. 0, ein schöner, grosser Tag, der heutige, in der Geschichte Israels, fürwahr!