Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 15 (1912)
- Issue
- 4 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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— 114 — Kol - b Er is kol wechol. Kalu np? Wer es hot di kalu, tanzt mit ihr. Kejli ^3 1. Dus is a kejli jukor; wörtlich: ein teures Gefäß, übertragen: „ein bedeutender Mensch". 2. Ich bin arojs vün di kejlim; d. h. bin außer mir. Kapuru PHD? 1. Soll dus sejn a schejne, rejne kapuru far kol jissroejl. 2. Schlug mit em ub kapurojss; oder: sug met em seh chalifussi. 3. Soll sich dus hähndel hodewen (=mästen, aufziehen) af kapurojss*, poln. hodowec aufziehen. Loj-jizloch nb^"*& Er is a loj-jizloch lechol meluchu, nit zü kiddüsch ün nit zü hawdulu; vgl. Bern. No. 1700; d. h. er taugt zu nichts. Lachen ]V^^2 1. Mit lachen ken men gur nit machen, nur mit weinen ken men [viel derreichen. 2.. Er lacht, er frojt sieb, wus di mame em hot gehot; d. h. daß er geboren ist, freut sich seines Lebens. Lüach \VÖ 1. Dus is alte lüchojs. 2. Schiwre lüchojs sennen wi lüchojs; zerbrochene Tafeln sind doch Tafeln; d. h. ein herabgekommener Edelmann bleibt doch adlig; vgl. Bern. 2245. Laufen ]V&t> Men lojft af sejn bes wunder. Lige yyb 1. Der gresster ligen müss hubn in sich a bissl eines. 2. Beainaj roissi-is sicher a ligen; sagt jemand ungefragt mit Nachdruck: „Ich habe es gesehen", so lügt er sicher. Lebedig r^yjy^ 1. Der lebediger is mekane dem tojten (beneidet den Toten). 2. Legen die lebedige ün süchen tojte; vgl. Bern. 2040; d. h. das Sichere unbeachtet lassen und Unsicheres mit Mühen erstreben.