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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1912-01-01 · 4 (1912) · p. Seite 106

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
15 (1912)
Issue
4 (1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 106 (sequence 4)
Language
German
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— 106 — Iberdrehen jynyypJEPK Er is a ibergedrehter schlöss'J; d. h. ein charakterloser Mensch, der sich jeder beliebigen Richtung anpaßt. Iberkrümmen .jy^piy^X Iberkrümmen, iberluhmen a bach treren; d. h. heftig weinen; ähnlich: treren wi bub. Alejn — j"5 >X 1. Er is alejn der kojssew, der ssojfer ün der mojne; von einem, der die verschiedentlichsten Obliegenheiten auszuführen hat. 2. Er is alejn der ruw, der beder, der kabron ün afilu der barminon; nach folgender Anekdote: Man fragte einen aus einer kleinen Stadt Zugereisten: „Wie geht's dem Row?rt „Er ist gestorben." „Und dem Schauchet?" „Auch tot." „Dem Kabron?" „Auch tot." „Was ist dennherrscht beiEuch etwa eine ansteckende Krankheit? * „Nein, aber in unserer kleinen Stadt muß der Row alles sein." (S. Beilin) Alt e^n Alte hoj--junge spoj (?) (vgl. Bernstein 160). Unheben pJSJjrUN Hejbt sich un a ganzer chad-gadjo (oder: a ganze ssedro). Apteiker ^p.^BN Mach mer nit kejn apteikerschim; d. h. keine allzu teuren Rechnungen. Ochs CpwX 1. Un wenn der ochs ojs lojter chejlew wer? — Dann wäre er im ganzen ungenießbar; d. h. man muß dankbar sein, daß wenigstens etwas Nutzen abwirft oder Genuß bereitet. 2. Er gejt wi der ochs zür schchitu. Ackern -= p.^pN Er ackert mit der nus di erd; d. h. er arbeitet schwer. Arubnemen jjJClttjfiOK Es is fün üns arub genummen der kop un di krön. Arojsrejssen jypinDvhiS: Schwer arojszürejssen wi fün hintische zejn. Arejnlossen |>DnSj^n Men tur em nit arejnloss'n in a jidische schtub; ähnlich: Men tur nit in sein dalet amojs schtejn und: Men tur met em kejn maga ün massu nit hobn (keine Berührung und keinerlei Geschäft). Arejnfalen j^N?^!* 1. Arejngefal'n wi der juwen in di sukko; d. h. eine Sache beginnen, die man nicht versteht. 2. Er is arejngefallen inmitten wajojmer; d. h. in die Rede.

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