Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 15 (1912)
- Issue
- 2 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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— 64 - Ist nicht die Träne eine unmittelbare Folge des Schmerzes, während die Klage der Ausfluß des bereits gelinderten Schmerzes ist? Abraham jedoch war von dem Ausgang seiner Tat auf Moria noch zu freudig erregt, als daß er in dem ersten Bewußtsein seines herben Verlustes sich der tiefsten Trauer hätte hingeben können. Doch als er zur inneren Ruhe kam, ward ihm die Größe seines Verlustes erst klar und seine Tränen begannen zu fließen. Um den gemäßigten Grad des Weinens anzudeuten, wird das 2 in niTDD1?* klein geschrieben1). 233 "l£Nt> nn ^2 bx "DTl IPC ^D'cm:x Cp^l Abraham erhob sich von seiner Toten und sprach zu den Söhnen Cheths. Dies lehrt uns, daß man im Angesicht der Leiche keinerlei Verhandlungen und Reden führen solle. Es ist befremdend, daß sich Abraham nicht früher nach einem seiner würdigen Begräbnisplatze umgesehen hatte. Doch wird dies folgendermaßen gedeutet. Es war dem Abraham, jedoch nicht dem Efron bekannt, daß in der Höhle Machpela bei Chebron das erste Menschenpaar begraben lag. Abraham lag jedoch viel daran, sich Machpela als Begräbnisstätte zu sichern. Hätte er vorher, als die Not ihn nicht trieb, ohne weiteres Efron um den Kauf angegangen, diesem wäre es zweifellos auffällig gewesen, er hätte die Ursache erforscht und das Feld nicht abgegeben. Jetzt aber konnte es Efron nicht befremden, daß Abraham gerade auf Machpela Anspruch machte und er erwiderte auf Abrahams Ansuchen sofort 1^ TirD rn&Tl das Feld gebe ich dir2). 234 "Dp DiHN IjP Gebt mir ein Eigentum zum Begräbnis bei euch. Die Söhne Cheths ließen die Fremden nicht bei ihren Toten, sondern gemeinsam auf einem abgesonderten Felde begraben, darum forderte Abraham: bei euch in gleichem Rechte3). 239 rfrEDDH mjJC DK *>b;rvi Daß er mir die Höhle Machpela gebe. Machpela von doppelt, weil ein doppeltes Stockwerk darüber gebaut war4). 2316 \n*yb cm2N bpW) Und Abraham wog dem Efron 400 Schekel Silber, gangbar beim Kaufmann. Nachdem Efron zuerst das Feld dem Abraham als Geschenk angeboten, prüfte er bei dem Empfange das Geld, ob es auch vollwichtige und gangbare Münze sei5). 24 i CP£D frC jp? DrVDW Und Abraham war alt und betagt. Nicht Entbehrungen und Kummer hatten ihn frühzeitig altern gemacht, er war auf der Sonnenhöhe des Lebens gestanden, ein *) Bech. z. St. 2) Bech. z. St. 3) Bech. z. St. *) Rasi 23. 9. 5) Bech. z. St.