Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 15 (1912)
- Issue
- 2 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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— 62 — bat seinen Vater: Laß mich das todbringende Messer nicht schauen, damit ich in meiner Ergebenheit nicht wanke und mich gegen das Verhängnis nicht wehre. Auch hüte dich7 meiner Mutter von dem Geschehenen mitzuteilen, wenn sie am Rande einer Grube oder auf dem Dache steht, denn der jähe Schrecken könnte sie sinken machen und in den Abgrund stürzen1]. 2211 topil Da rief ein Engel vom Himmel: Abraham, Abraham. Er mußte zweimal seinen Namen nennen, denn der heilige Eifer, das Geheiß Gottes zu vollführen, hätte ihn leicht einen einmaligen Ruf überhören lassen können2). 2212 1>jn t?N T"P rftttfn *?N Strecke deine Hand nicht aus nach dem Knaben. Wer bist du, fragte Abraham, daß du das Gebot Gottes widerrufen kannst? Ein vom Allgütigen Gesandter, war die Antwort. Ich habe dem Ankläger, dem Satan, widerstanden, erwiderte Abraham, wer sagt mir. daß er nicht deine Gestalt borgte, um mich an der Vollführung des göttlichen Willens zu hindern3)? 2213 PuPi* NT! Da sah er den Widder, der vom Schöpfungstage zu diesem großen Augenblicke bestimmt war, im Gebüsch bereits gebunden, und er begriff, daß dieser Widder ein Zeichen des Allgütigen, der seinen Willen für die Tat genommen, sein müsse4). 2216 n l^ft fcOp^* Ein zweiter Engel gab ihm die Versicherung, daß diese Tat seinen Nachkommen, die zahlreich wie des Himmels Sterne, wie des Meeres Sand werden sollten, Sühne und Versöhnung bringe, wenn der Sünden Last sie niederdrücke, und so oft Israel am Neujahrstage des Widderhorns schmetternde Töne erschallen lasse, werde er des Vaters gedenken, der um Gottes Willen zu vollführen, seines geliebten Sohnes Leben freudig zu opfern bereit war5). 22 23 npm PIN ^orDI. Abraham, von Moria heimgekehrt, sagte sich, daß es besser gewesen wäre, sich früher nach einem Weibe für Jizchak, wenn auch aus dem Hause seiner Waffengefährten Aner, Eschkol und Mamre, umzusehen, da die Ausführung der Opferung ihn der Nachkommen verlustig gemacht hätte. Da erfuhr er zu seinem Tröste, daß seinem Brudersohne Bethuel eine Tochter geboren sei, die sich gewiß würdig zeigen werde, daß sie Jizchak einst als Weib heimführe6). *) Bech. z. St. *) Bech. z. St. 3) Bech. z. St. 4) Bech. z. St. 5) Bech. z. St. 6) Bech. z St.