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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1912-01-01 · 2 (1912) · p. Seite 59

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
15 (1912)
Issue
2 (1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 59 (sequence 21)
Language
German
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— 59 — Brunnen, und sie labte den lechzenden Knaben, alsdann zog sie mit ihm nach Mizrajiin, wo sie ihm ein Weib nahm. 2122 "ftD^N Ninn njD TW. Zur selbigen Zeit sprachen Abimeleeh und sein Heerführer zu Abraham: Gott ist mit Dir in allem, was Du beginnst. Abimeleeh sah, daß Abraham in allen seinen Unternehmungen vom Segen Gottes begünstigt war und er fing an, eine zu große Uebermacht von Abrahams Nachkommen für sein Volk zu fürchten. Daher schloß er einen Bund mit ihm und sie beschwuren, daß sie sich nimmer befeinden und stets in Frieden leben wollten1). 2133 U7\V is'Pi CEC UV anp'n JJDt£> "laCZl bwx VW\ Abraham pflanzte eine Tamariske in Beer Scheba und rief dort den Namen des Ewigen an. Er baute dort ein Haus, das nach allen vier Seiten hin mit Eingangstüren versehen war, damit der vorüberziehende, nach Erquickung und Ruhe lechzende Wanderer um so leichter hineinfinde. Und als der dankerfüllte Gast Abrahams Lob verkünden Avollte, bedeutete er ihm, daß Gott allein, der ihm dies alles beschert, die Ehre gebühre, und daß er, Abraham, nur der Vermittler seines heiligen Willens sei. Dadurch verbreitete er von neuem Gotteserkenntnis und Gottesfurcht im Lande, was in den Worten H Dl£G C2' NHp'H ausgedrückt ist. Daraufhin deutet auch das Wort ^>t£W, wie nach einer Meinung das Haus Abrahams genannt wurde, das die Anfangsbuchstaben von Jl^ZN Speise, PCCtt' Nachtlager und n^b Geleite enthält, — die drei Attribute der Gastfreundschaft, von denen das letztere nicht das geringste ist; denn es genügt nicht, dem Bedürftigen augenblickliche Not zu lindern, man muß ihm auch Mittel und Wege zeigen, daß er imstande ist, die Zukunft freundlich für sich gestalten zu können, und daß bei ihm auch fernerhin die Dankbarkeit gegen den allgütigen Gott die schlummernden guten Vorsätze zu ersprießlichem Leben erwecken2). 221 Plbxn C^Din "IDK VPlEs war nach diesen Begebenheiten —. Der nimmer rastende Ankläger, der Satan, sprach zu Gott, daß Abraham wohl ihm zu Ehren ein Gastmahl veranstaltet, doch keinerlei Opfer dargebracht habe, und Gott erwiderte, daß er seinen Sohn, um dessentwillen er das Gastmahl bereitet habe, ihm darbringen würde, wenn er es von ihm fordere. Daher H'P^n CHITtn ints nach diesen Worten (des Satans). — Einst sprach Ischmael zu Jizchak: Siehe ich habe die Beschneidung als 13 jähriger Knabe im Bewußtsein der schmerzhaften Prozedur an mir vollziehen lassen, während du als achttägiges Kind ohne Bewußtsein des Schmerzes beschnitten wurdest. Was sperrst du dich, antwortete Jizchak, um ein Glied deines Körpers; wenn der Allewige mein Leben forderte, mit Freuden würde ich es hingeben. — SO Hp In dem Ausdruck liegt die Bitte gewissermaßen enthalten, mit der Gott den Abraham 1) Rasi zu 21. 22. 2) Bech. z. St. 5*

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