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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1912-01-01 · 2 (1912) · p. Seite 58

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
15 (1912)
Issue
2 (1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 58 (sequence 20)
Language
German
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— 58 - er den Jizchak. Daher ist es noch heute Sitte in Israel, am Tage der Beschneidung den Angehörigen und Freunden ein Gastmahl zu veranstalten1). 219 pnUD b$yi2W PN mir Nim Und Sara sah den Ischmael Gespötte treiben und ein wüstes götzendienerisches Leben führen und veranlaßte deshalb Abraham, ihn mit der Hagar fortzuschicken. Nach anderer Meinung beklagte er sich, daß man, ihn vernachlässigend, wegen Jizchaks ein großes Gastmahl veranstaltete, da er doch der Erstgeborene sei und ihm daher zwei Teile der Erbschaft zufallen würden, und daß deshalb Sara seine Vertreibung verlangte2). 21 u CE ncm Cm/ npv! Im Geiste voraussehend, daß Ischmaels Nachkommen die Jizchaks befeinden würden, versorgte er die verstoßene Hagar und den Sohn nur mit dem Notdürftigsten; andererseits lehrt er uns, daß man auch dem Feinde die unentbehrlichste Nahrung nicht versagen dürfe3). nrftttf'n und er schickte sie fort, nicht Cm^i, denn Ischmael, der widerspenstig der Mutter nicht folgen wollte, ward von Abraham auf Hagars Schulter festgebunden. 2115 neun p CCm t>2^ Das Wasser ging zu Ende in dem Schlauch, der Kranke, das war Ischmael, bedarf des Wassers mehr als der Gesunde4). 2117 ~y)T\ b^p r.N ycwi Und Gott hörte die Stimme des Knaben. Er hörte das flehende Weinen des kranken Kindes,, das eindringlicher und erfolgreicher war als das der Mutter5). — DtP fcT.n lEttO Wo er jetzt ist! Der allgütige Gott richtet den Menschen nicht uach seinen zukünftigen Taten, die ihm ja offenbar sind, sondern nach den Verdiensten, die ihm bis jetzt zur Seite stehen. So auch hier. Gott erhörte das Flehen Ischmaels und richtete ihn, wie er jetzt war, noch nicht dem bösen Verhängnis der Sünde verfallen, wie später, wo er und seine Nachkommen Israel feindselig gegenüberstanden6). 2118 IjC^'N br& vilb Denn zu einem großen Volke werde ich ihn machen. Wie konnte jetzt Hagar diese Verheißung dem verschmachtenden Knaben gegenüber erfreuen? — Ihr mußte doch vor allem die Erreichung erquickenden Wassers willkommener sein. Sie hatte jedoch aus Unmut und Zorn über ihre Verstoßung den Knaben aufgegeben, sie hielt es für besser, wenn er, der von seinem eignen Vater verlassen, stürbe. Daher vor allem die Versicherung des Engels, daß sein Leben die Existenz einer ganzen Nation bedinge. Nach dieser Verheißung erst, nachdem sie ihres Unmuts Herrin geworden, zeigte ihr der Engel den 3) Bech. z. St. 2) Bech. z. St. 3) Bech. z. St. 4) Rasi 21. 15. h) Rasi 21. 17. 6) Rasi 21. 17.

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