Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1899
- Issue
- 2 (1899)
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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— 134 — 92. naronim (Narren) fun bod arous! — Wos if majn drajer kin drajer nit?! Ein Spassmaclmr stellte sich an die Thür der Badestube und rief: ״Narren hinaus!־‘ Da rief siel! einer an mit den Worten: ״Ist denn mein Dreier (3 Droschen) kein Dreier?!•( 93. er if frum wi a stekn (stockfromm). Dafür spöttisch: frum wi a ko/ere (Fciierkaken). 94. er wet gencfint wern. es wet bai im onwaksn יסת/ a nos. (t e n e i'i n t genesen) verstehen die russ. Juden, die das Wort von Nase alileiten, in dem Sinne: er wird so kräftig und voll werden, dass ihm noch eine Nase wächst. Natürlich sehen viele darin kein besonderes (rlück und gebrauchen die Hedewendung in entsprechender Absicht. 95. er macht fun a wort a kwort. Man denkt hierbei an den Ausspruch (Qidd. 19 b) : Zehn Muss (Quart) (Tesehwätz sind auf Erden. 111*. Beilin erklärt: er macht mit einem Wort einen Quartbugen voll. 96. jeder worin! hot fan dorim. Jedes Warum hat sein Darum. Doch verstehen die russ. Juden es meist in dem Sinne: Jeder Wurm hat seinen Dorn. 97a. er if orm wi Titus a rose (Bösewicht), b. er if anoriman (armer Mann). Meist hört man die sinnlost1 Aussprache: Titus lut-rose, Titus, der Bösewicht, während der Sinn natürlich sein soll: er ist arm, wie Titus schlecht war. 98. ex hob far im mejre (Furcht) wi far di kac. 99. af N. fol men kin mapole beten (ihm nicht den Sturz wünschen). Wenn <un Tyrann stirbt, kommt ein ärgerer an seine »Stelle. 100. wos wilst du: köpen oder hejngen? 101. a liign tor men nit logn, a emeth (manche Wahrheit) darf men nit fogn. 102. a teite stot (tote Stadt): es geien lebedige moithim ^lebendige Leichen). 103. beser cen sloser alc ein dal eth. Wortspiel daleth — rIhür u. Armut. 104. gifleign hejx tin gifect fax af a chazir. 105. er if wi a brikeclige (stössige) b eh ei me (Kuh), git milex un cum sof (Schluss) kert f'1 ous di doinize (wirft sie den Molkeimer um). 106. bin ex mir ejx a behoime (Vieh) un peiger (verende) ejx in der mageife (Pest). 107. ex her im wi in srok. 108. treif (liier etwa: unsauber, verwerflich) wi baj a jiden chazir (Schwein). 109. ex smir im mit honig un er stinkt mit dzegachz (Birkenteer).