Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1899
- Issue
- 2 (1899)
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2642950-2642954-2642956--0441-3525428- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Minsk 1× ep/1000754
OCR text
aufgehäuft werden musste, gebrauchte man obiges Sprichwort, wenn jemand sehr grosse Forderungen stellte. 84. kale machen (vereiteln, russ. kalecit) a siclakh (Heiratspartie) ken afile (sogar) a kac. Neben vielen anderen liört man folgende Erklärung (lllusk, Gouv. Minsk): Ein qabcan (Armer) wollt»‘ seine Tochter mit einem jungen Mann»• aus inner anderen Stadt verloben. Um nun in den Augen des .Bräutigams und seiner Eltern als Baal ha-bajUh (Hausherr [in geordneten Verhältnissen[) zu gelten, was die Juden in Litauen besonders durch reichliche Betten, Polster u. s. w. zu erreichen suchen, })achte man ein Bett mit Lumpen his an die Zimmerdecke voll, darüber legte man eine schöne Decke. Die Eltern des Bräutigams staunten über den Beicht um an Betten und schon wollte man die tenoim (Verlobungsakte) schreiben. Doch es kam anders. Ein Kätzchen, welche* wie gewöhnlich auf dem Bette spielte, verlor das Gleichgewicht und zerrte beim Herunterpurzeln die Decke mit, so dass die Lumpen enthüllt wurden. Mit dem sidda kh war es aus. Eine gelehrte Deutung (nach Dr. E. M. Wilenkin, Moskau) will in ״kac” die Abbreviatur k-c :־־־- kohen cedei! (Ahronide) sehen, weil um eines Ahroniden willen ein siddukh zerstört werden kann. 85. der fli (Flug) if wi fun a feigel, ober der fal if \vi tun a her. Ein Bär wollt»‘ von einem Vogel »las Eliegen erlernen. Der Vogel!log dem Bären von einem Hügel zum anderen immer höher voran und der Bär folgte getreulich. Als sie aber auf die höchste Spitze gekommen waren, liess sieh der Vogel leicht hinab, doch der Bär zerschmett»wie sieh den Schädel. 86. a sod (Geheimnis) in bod. [Vergl. Wander, Sprichuv Man muss eine litauische Gemeinde-Badestube mit ihrem betäubten!•‘n ,,Gepilder׳* (Gepolttue Plätschern) aus eigener Anschauung keimen, um zu hegreifen, wie hier jedes An vertrauen eines Geheimnisses unmöglich ist. 87. wos for a ,gut morgen’: ala a ,gut jor’. Tn Litauen begriisst man sieh mit a (gut morgen*! Der Gegengruss lautet: a gut morgen, a gut jor! Wie man grösst, wivtl man gegrüsst. Eine andere Deutung: Je herzlicher der Grass, desto besser da* Jahr. 88. a täte meg. Quod licet Jovi. Was dem Vater, ist noch nicht den Kindern erlaubt. 89a. freg mir choz bechcirim (mit Hannandrolnmg). b. megst mir fregn bechcirim. Ich weiss nichts und kann darüber nichts aussagvn, und wenn du mich, in dtui Bann thust. 90a. Kr meint nit di hagode. er meint di kneidla/. b. . . . die halbes. Er denkt beim Lesen der Pesaeh-Haggada nicht an die Haggada, sondern au die Supponklösehen des Sederabends. 91a. a caddiq (Frommer) in liaptscs (Bastschuhen). b. a caddiq in a pelc (im Geheimen; oder: das Zadde im Worte פעלץ. Vgl. Jüd. Volksblatt 1853, S. 64). c. ein bahaltener (geheimer) caddiq. Fromme, die sich (etwa als Musikanten) verkleideten, um unerkannt Gutes zu thuii, wie Rabbi Mosche Leib Ssassower. S. übe!־ ihn: Sem ha-gedobm hechodos 55. Sede]־ ha-doroth he-ehodos TU f. S. M. Dubnott in Wosehod 1SD3. pejmriosiuiä oopbua Hi Bd. 2—3.