Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1899
- Issue
- 2 (1899)
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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— 116 — Seite 49 und 50 citiert eine Belehrung des Rabban Gamaliel. Das Bild zeigt einen älteren Mann im blauen Mönchsanzug auf einer Bank sitzend, vor ihm, um eine Stufe erhöht, sitzen drei Jünger. Zwei davon entblössten Hauptes, der dritte und der Rabbi haben die Kapuze über dem Kopfe. Die Schüler haben Bücher in den Händen und merken auf den Lehrer, dieser mit ernstem Gesichte schwingt mit der Rechten eine Geissei, mit der Linken deutet er auf die Schüler. Das Bild selbst trägt auch die Ueberschrift רבן גמליאל in goldenen Lettern auf blauem, welss dessinirtem Grunde. Seite 50 ist auch das Wort פפה hervorgehoben und die Ursache des Festes erklärt; ein bloss in Contouren gezeichnetes Lamm soll an das Opferlamm erinnern. Seite 51 und 52 begründet das Essen der Mazzos und wir sehen vor uns ein Bild, wo zwei Männer eine blau geränderte Goldscheibe halten, in deren Mitte ein rechteckiges Feld mit rothem Rande und blauem, weiss dessinirtem Grunde in goldenen Lettern die Inschrift enthält: .מצח זו Der Goldgrund der Scheibe ist noch mit bunten Blatt- und Rankenverzierungen orniert. Das Ganze ist sehr schön ausgeführt und farblich sehr gut gestimmt. Seite 53 begründet das Essen des Bitterkrautes. Eine Vignette zeigt zwei Knaben, die ein Bündel Blätter, welche zu einem Bouquet vereinigt sind, in aufrechter Stellung erhalten; eine Inschrift mit Goldbuchstaben besagt: מרור זה. Der Grund der Vignette ist roth und die freien Stellen sind mit einem sehr feinen Eankenorriament überzogen, das aus den Rachen zweier Greifen heraustritt. Ornament und Greifen sind mit Deckweiss auf dem rothen Grunde aufgetragen. Beim Segensspruch über den Wein — Seite 61 — ist ein AVeinstock abgebildet. Seite 62 erwähnt die Mahlzeit, und eine Vignette dazu zeigt eine weissgedeckte Tafel mit der Tischgesellschaft. Von der Decke des Raumes herab hängt die brennende Oellampe, und eine zweite, Lampe ist offenbar dem Feste geweiht. Das Familienoberhaupt setzt eben den goldenen Weinbecher an den Mund, ein Knabe mit einem Becher in der Hand sitzt neben ihm. Eine andere Person erfasst gleichfalls einen Becher, während die Haustochter im grünen Kleide in einer Schüssel eine Speise zertheilt. Vis-ä-vis dem Hausvater ist die Hausfrau mit rothem, golddurchwirkten! Kleide und mit einer eigentliümlich mit Gold durchwirkten Haube, während in! Vordergründe ein schwarzer Diener sitzt. Auf dem Tische sieht man Mazzos, eine Flasche mit Rothwein, eine Schüssel mit Eiern. — Aus dem ״Hohen Liede“ Cap. 2, V. 13 ist auf Seite 90 die Stelle angeführt: ״Die Feige würzt ihre Fruchtkeime etc.“, und als Schlussverzierung folgt ein Feigenstock.