Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1899
- Issue
- 2 (1899)
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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_ 114 — Kopfe, beide Hände über das versammelte Volk aiisbreitend da, um dasselbe, das vor ihm sitzend sich befindet, und von dem die Vordersten, die Aeltesten, wie zum Gebet die Hände falten, zu segnen. Der Kopf ist sehr gut und schön durchgeführt; der ganze Ausdruck ist der der Verklärung. Auch sonst ist die Figur sehr gut proportionirt. Hinter Moses steht eine Person, wahrscheinlich sein getreuer Josua. Das Bild unterhalb hat den Text: עלה אל חר העברים - ויהושע בן נון מלא רוה הנמה. Moses besteigt den Berg Abarim. Auf einem Absätze des Berges steht er und legt seine beiden Hände auf das Haupt des in gebückter Stellung befindlichen Josua. Das Volk, voran die Aeltesten, ist Zeuge dieser bedeutungsvollen Handlung. Blatt 32. .ביה המקדש שיבנה במהרה בימינו Vollblatt mit der Abbildung des Tempels. Ein Mittelbau erhebt sich aus Quadern mit Zinnen. Zwischen zwei durch Vergoldung kenntlich gemachte Erzsäulen sieht man in das Innere des Baumes. Ein hinter einem Quaderbogen befindliches blaugetontes mit vergoldeten Kippen und einer vergoldeten Schlussrosette versehenes Gewölbe deckt denselben ab. Vor der braunroth getonten Bückwand stehen im vergoldeten Kähmen auf drei Füssen die Tafeln des Gesetzes, dieselben sind dunkelblau getont und enthalten in vergoldeter Quadratschrift den Dekalog; ihre Form weicht von der gewöhnlich oben halbrund abschliessenden ab, hier ist der Abschluss gerade. Das Kahmengesimse ist von zwei vergoldeten Flügeln, vermuthlich den Cherubsflügeln, die sich mit den Enden berühren, überschattet. Der erwähnte Mittelbau wird durch zwei gegiebelte Gebäude flankiert, welche wohl die inneren Thorbauten darstellen sollen. Im Vordergründe sieht man noch zwei Gebäude mit geöffneten Thoren und Giebeldächern, die mit blau glasierten Ziegeln schuppenförmig abgedeckt sind, und die die äusseren Thorbauten vorstellen sollen. Der Charakter dieser Bauten, bei denen wohl ausser an den Kapitalen der Erzsäulen keine reicheren architektonischen Details Vorkommen, ist der der romanischen Epoche. Blatt 33 mit der Ueberschrift: .בעל הבית נותן חרוסת Ein bartloser Mann mit weiblichem Gesichtsausdruck sitzt vor einem auf einem Untergestell befindlichen ziemlich grossen Gefäss, das wohl חרוסת enthält. Vor ihm befinden sich 6 Männer, von denen vier kommen und zwei gehen. Jeder hat eine Schale in der Hand, die Kommenden halten sie vor und der בעל הבית füllt sie mit einem grösseren Löffel. Darunter ist ein Bild, von dem es heisst: .בעל הבית נותן מצות Aehnlich wie früher sitzt ein Mann, der neben sich auf einem mit einem Tuche bedeckten Tische die Mazzos liegen hat, wieder sind vor ihm 6 Männer, drei kommen, drei gehen. Die Abgehenden haben ihre Mazzos in den Händen, die Kommenden erhalten sie von ihm.