Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1899-01-01 · 2 (1899) · p. Seite 113

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1899
Issue
2 (1899)
Date
1899-01-01
Page
Seite 113 (sequence 27)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2642950-2642954-2642956--0421-3525408
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Das darunter befindliche Bild ist eines der besten und interessantesten des ganzen Cyclus. ,רתקה מרים הנביאה אחות אהרן את התוף Mirjam — um sie als Prophetin zu charakterisieren — trägt das Habit einer Nonne, in der Hand hält sie eine Tambourine mit Schellen, auf die sie mit den Fingern schlägt. Vor ihr befinden sich fünf' Jungfrauen mit ganz lieblichen Gesichtern in graziösen Stellungen, sie halten sich gegenseitig mit den Händen, um sich zum Tanze anzuschicken. Jede hat ein anderes farbiges Gewand, alle blonde lange Wellenhaare. — Wie alle die weiblichen Gestalten, die das vorgeschrittene Mittelalter dargestellt hat, sind auch sie schlank ohne vortretenden Busen. Es ist ja charakteristisch in der mittelalterlichen Plastik und Malerei, dass die weiblichen Figuren ohne jeden vortretenden Busen dargestellt worden sind, besonders an den Kirchenbauten, Aber auch sonst im Leben legte man Werth darauf, dass die Damen so gekleidet waren, dass die Ueppigkeit nach Möglichkeit unterdrückt wurde, um keinen sinnlichen Reiz hervorzurufen. Auch heute noch wird in den frommen Alpenländern, wie in Tirol und Salzburg, vornehmlich bei der ländlichen Bevölkerung darauf gesehen, dass Mädchen und Frauen keinen üppigen Busen zur Schau tragen, und wird den Mädchen als Kindern statt des Mieders eine Tafel von Holz vor die Brust geschnürt, damit diese verkümmere. Blatt 29. Giebt die Ansicht, wie Israeliten das Manna sammeln und wie Ahron ein Gefäss hält, in welchem auf Geheiss Moses’ Manna vor dem Ewigen niedergelegt werden solle, ״zur Verwahrung für Eure Geschlechter“. Im darunter befindlichen Bilde sieht man drei von den 70 Palmen zu Elim und einige Wrasserquellen, eigentlich Wasserbehältnisse am Fusse der Palmen. Zwei Männer bücken sich, um mit Schalen Wasser zu schöpfen, andere Männer nehmen von den Palmen Früchte ab. Moses mit dem Stabe in der Hand und Ahron stehen dabei. Blatt 30. Die Gesetzgebung. — Vollbild. Um einen grün bewachsenen Hügel sind die Israeliten, ältere und jüngere Leute, versammelt, man könnte glauben, es wären lauter Klosterbrüder. [So war die Tracht der Juden im M. A. ] Ein älterer Mann, vielleicht soll es Josua sein, hält ein offenes Buch in Händen. Auf dem Gipfel des Berges steht, weit grösser als die Untenstehenden, Moses im rothen Gewände mit einer rosa-farbigen Kapuze, die beiden Gesetzestafeln in den Händen haltend. Jetzt hat er auch einen grauen Vollbart, während er in Elim noch ohne einen solchen dastand. Moses steht im Vordergründe einer Wolke, aus welcher Flammen züngeln, und reicht mit seinem Kopfe bis in die Wolken, aus denen Goldstrahlen herabfallen und eine Posaune sichtbar wird. Blatt 31 mit der Ueberschrift: וזאת חביבה אשר ברך משה ist ein Bild hergestellt. Moses steht mit auffallend entwickeltem

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.