Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1899-01-01 · 2 (1899) · p. Seite 105

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1899
Issue
2 (1899)
Date
1899-01-01
Page
Seite 105 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2642950-2642954-2642956--0413-3525400
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 105 — neigt sich und greift mit der liechten nach dem Schleier, während sie mit der Linken die Zügel hält. Es weicht diese Ausführung von dem darunter geschriebenen Bibelsatze sehr ab, denn dieser lautet: .ותשא רבקה את עיניה ותפל מעל הגמל Blatt 9, obere Hälfte der Illustration: Geburt von Esau und Jacob. — Rebekka sitzt mit wehmuthsvollem Ausdruck und gefalteten Händen auf einer Art Ruhebett, sie ist bekleidet mit rothen Strümpfen und schwarzen Schuhen, zu ihren Füssen kauert die Hebamme, sie hat ihr das Gewand bis über die Knie gehoben und zieht zwei Kinder mit beiden Händen, eines am Kopfe, das Andere am Leibe, hervor. Gleich nebenan richtet der herangewachsene Esau seinen gespannten Bogen mit Pfeil gegen zwei weisse Vögel, die auf einem Baume in aller Ruhe sitzen. Auch Jacob ist auf dem Bilde. Er sitzt als bereits Graubärtiger auf einer Bank unter einem Baldachin von grünem Stoffe, der ein gelbes Futter hat und richtet seine Augen auf ein offenes Buch, das er mit beiden Händen sehr nahe dem Gesichte hält. (Ein Mönch mit dem Brevier.) Das Bild unterhalb zeigt Isak sitzend in derselben Weise und Bekleidüng wie eben bei Jacob beschrieben; vor ihm steht der ganz kindliche Jacob im Ziegenfellkleide. Isak betastet mit seiner hinken die Hände Jacobs, während er segnend seine Rechte über dessen Kopf hält. Im Hintergründe sieht man Rebekka am Eingänge eines Gebäudes, sie belauscht die Scene und hält das rothe Ober״• gewand Jacobs in den Händen. Blatt 10. Mit der Ueberschrift: דעש עשו מטעמים ויבא לאבייו ויחרד יצחק — ויברכהו — ist oben ein Bild. Der erblindete Isak sitzt auf der Holzbank unter dem schon erwähnten Baldachin, erstaunt will er die Hände zusammenschlagen, weil er Esau, der jetzt vor ihn tritt, erkennt. Esau bringt ihm nach der Darstellung nicht, wie oben überschrieben, das bereitete schmackhafte Oericht. sondern erscheint noch in Jagdausrüstung, den Köcher mit Pfeilen an der Seite, den Bogen geachselt. woran der erlegte Hase über den Rücken hängt. Im unteren Bilde liegt Jacob auf dem Felde, einen Stein unter seinem Kopfe, schläft er und träumt. Man sieht eine heiter, die in die Wolken ragt, darauf zwei geflügelte (festalten, von denen die eine nach aufwärts, die andere nach abwärts steigt. Jede bedeckt mit den Flügeln ihr Haupt. Nebenan steht dann Jacob, er ist von seinem Schlafe aufgestanden, hat bereits den Altar errichtet und giesst Oel auf denselben. Blatt 11 enthält Josefs Traum. — Josef liegt im Bette, er ist bedeckt mit einer rothbordierten Decke und es sind die beiden Träume, die er später seinen Brüdern erzählt, gegeben. Einerseits sieht man Sonne, Mond und elf Sterne, dann einen aufrecht-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.