Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1899
- Issue
- 1 (1899)
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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08 Bei einem anderen Spiel(1 bildet man einen Kreis um den r>a und auf den Zuruf: .,Herr, Herr! Wer wirft?“ nennt der Konimandeur einen der Spieler. Sogleich laufen alle davon und der, dun der Aufgerufene mit dem Balle trifft, hat seinerseits wieder einen anderen zu treiben. Ueber das Soldatenspielen am 9. Abh haben wir Mitteil. I S. 105 Nr. 36 berichtet. Nicht weniger auffallend, als dieser Beisatz zu der sonst, an diesem Tage beobachteten Trauer, ist, wenigstens bei den Juden Osteuropas, während bei den siiddeutschen gerade um diese Zeit, besonders an Sukouth, die oben erwähnten Nüssespiele einkehren, das Fehlen jüdischer Spiele an den Herbstfesten. Höchstens das Fähnleintragen am Feste der Gesetzesfreude, worauf sich die Kleinen schon das ganze Jahr über freuen, wäre zu verzeichnen. Um so ergiebiger zeigt sich wieder das erste Winterfest: Xauuka: als gediehe das jüdische Leben mit seiner unverwüstlichen Daseinslust wirklich am besten im engen Familienkreise des Winterabends. Auch hier spielt das ״Springen*', welches Low a. a. <). 28817) übrigens als (1in auch sonst übliches jüdisches Spiel verzeichnet, eine gewisse Rolle. Diesmal sind es die Xam1k(AiQ\\teben. — über die Zahl 44 der Lichtchen s. Löw a, a. O. 650 — über welche die Kinder nach dem Vorgänge des Vaters setzen müssen (Ostfriesland), in anderen Gegenden begnügt man sich um die Lichtchen!Hannover) oder mit ihnen durch all(‘ Zimmer der Wohnung (Ostpreusssen) zu hüpfen. Weit verbreitet ist das ..Tre 11 deD- {■= Kreisel, vgl. Perles Beitr. 83) Spiel um Walnüsse. Wie in christlichen Kreisen das Bleigiessen zu Sylvester, so wird es von den Juden an Xannko betrieben. Jeder fabrizirt sich, wenn irgend möglich, allein sein ג|דיל; ח[י Iי:[ס d. 11. eil] grosses Wunder geschah allerdings: N[iehts] (jjanz Trendel18! mit den 4 Buchstaben auf den 4 Flügeln oder an den 4 Seiten: |ש|ם damals. Die Kleinen interpretiren H|albj S| teilen ~ ei ם setzen |. Das Spiel, welches auch in Russland und Spanien vorkommt, hat seinen Ursprung wT0hl in Süddeutschland. Von hier aus w■ änderte es nach Rohm und den angrenzenden Ländern bis nach Ungarn (Löw* a a. O.). In Hamburg ist es nach Aussagen der ältesten Leute nie heimisch gewesen. Doch ist es darum nicht ausgeschlossen, dass es auch hier einst bekannt war, wie di<‘ Fahnenumzüge der Kleinen an Simyjdlt Thonro, welch(‘ wegen 17) Von Friedr. <1. Gr. •*r/ülilt man. er habt* beim Besuche der Berliner Synagoge di(1 bei de]־ <jcdu!>0 hüpfenden Juden kommandiert■: ,.Noch einmal huppen!1• Auel! soll Fi־, bei dieser Gelegenheit Heu Yorbeter. der nach damaliger Sitte durch Einsetzen der Daumen der Stimme narhzuhelfen suchte, beneidet haben. ..dass der Kerl sich nicht selber zu hören braucht.‘1 1s) Vgl. :Mitteil. I S. (iS Nr. 3.