Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1899
- Issue
- 1 (1899)
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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Jeder Spieler legt in seinen Teller beliebig■ \ i*‘I Alsdann legt der Bankhalter in jeden Teller von den das ״Tellern Nüsse. seinen. .Bilden seine Nüsse mit den im Teller vorhandenen ein»* gerade Zahl, so erhält er von dem Spieler so viel(‘, als er hineingelegt hat. Im anderen Falle verbleihen sie dem Spieler. Beim Gupke |Haufe11|, dem süddeutschen St(/i<> nth spiele ..Häuferles’‘ verwandt, nur dass bei diesem auf 3 Nüssen ei 10• 4te. der Gockel oder Kellert, steht, legt man 4 Nüsse neben einander, eine ote darauf. Der Gegner muss nun aus der Höhe des Gesichtes eint* Nuss herabfallen lassen. Trifft diese, bexw. eine 2te oder 3te. den Haufen, so gehört er ilnn. Ein drittes Kinderspiel heisst Bretley. Man leimt ein Brett schräg an die Wand und lässt eine Nuss ( Resl) das Brett hinunterlauten Trifft man di(‘ aufgestellten Nüsse, was man zweimal versuchen darf, so gewinnt man diese. ln einem anderen Spiel hält man 1 Nuss iu einer Ham! hinter dem Rücken. A. Ich fohr im \\ ald. B. Ich fohr mit. A. Iu welcher Fuhr? Nennt nun B. die richtige Hand, so hat er die Nuss gewonnen. Die Erwachsenen spielen Bank. Der Bankhalter schüttet auf den Ruf: ..Zuwurf!י’ Nüsse aus seinem Hute. Bilden diese zusammen mit denen, die der Spieler einsetzt, eine gerade Zahl, so hat diesm*. sonst der Bankhalter gewonnen. Auch zu anderem Zeiten und in anderen Gegenden unterhalten sich die Kinder mit folgendem Spiel.!Man stellt die Nüsse in eine Reihe und schiebt eine Nuss in vertikaler Richtung dagegen. Trifft man eine der Nüsse, so gewinnt man die Nüsse rechts davon. Dasselbe Spiel kennt man in der Rheinpfalz \ Sei.), dieirollende Nuss heisst hier Gockel. Im Badischen kann auch beim ..llauferles*• die Nuss, anstatt geworfen, gerollt worden. Die auf Besaeh folgend(1 Lenzeszeit, sonst an Spielen die reichste, ist mit spezifisch jüdischen Spielen ärmlich bedacht. Das ..Ba bel<‘-Rad(‘-Spiel” auf dem ,,Badhof” iSippurim V S. 201) scheint ebenso wenig hierzu zu gehören, wie ,,Kopf und Adler” (Kompert L., Ges. Sehr. I S. 242): ,,Fine Münzt‘ wird an die Wand geworfen und da muss man entweder auf den .Kopf des Kaisers oder sein Wappen, den ,Adler’ gewettet haben.” Am SabltnoufMest vergnügen sieh hier und da die Knaben mit .,Blättcrdurchblasen‘4 (Sippurim Y S. 200). In Baden (Kippenheim) spielt man. übrigens auch die christlichen Kinder, ,.Hutball״. Die Hüte werden in eine Reihe gestellt, einer der Knaben wirft den Ball und der, in dessen Hut er fällt, hat ihn nun zu werfen