Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 32 (20.4.1934)
- Date
- 1934-04-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Wort bei der großen Menge meist nur Momentwirkungen zu erreichen vermag, so kann es nie die Stetigkeit der jüdischen Lebenssphäre ersetzen. An die Stelle des gelebten Judentums trat auf weite Strecken hin ein gepredigtes Judentum. Mit der allgemeinen und jüdischen" Weltanschauungswende der Gegenwart hat, so glaube ich, eine neue Phase der deutschen jüdischen Predigt angefangen. "Zwar hat keine Rückkehr zum religionsgesetzlichcn Judentum begonnen, aber eine Rückkehr zum geschichtlichen Judentum, jenseits von Orthodoxie und Liberalismus im bisherigen Sinne. Die Zeit hat den Boden dafür aufgelockert, daß die Predigt wieder ihre stärksten Aufgaben darin sehen darf, zu erziehen und zu belehren, Fragen des Tages zu beleuchten sub specie religionis, das Zeitliche mit dem Ewigen zu konfrontieren. Diese Wendung findet auch in neuen fruchtbarere 11 .The nt cnstcl lu n g e n ihren Ausdruck. Jüdische Fragen-, über die man noch vor wenigen’ jahrcii kaum hätte sprechen können, ohne völliger Indifferenz zu begegnen, finden heute wieder aufgeschlossene Hirne und Herzen. Ja, selbst im Ton der Predigt ist eine Hinwendung zur Natürlichkeit und Ursprünglichkeit bemerkbar. Wird das Leben jüdischer, so kann naturgemäß auch die Predigt wieder in jlirc natürlichen Schranken zurücktreten; denn diese hat sie überschritten. Im Mittelpunkt des jüdischen Gottesdienstes steht ein für alle Mal das Gebet und nicht die Predigt. Es ist, vom Jüdischen her gesehen, ein un- ‘ gesunder Zustand, wenn jeder Gottesdienst von einer Predigt oder Ansprache begleitet wird, so daß das Interesse sich vielfach nur noch der Predigt, nicht aber Gebet und Schrift Vorlesung zuwendet. Aus - dieser Übersättigung mit Predigten, wie sie gerade in den liberalen Synagogen der Berliner Gemeinde vorhanden ist, erklärt sich die Sucht des „Publikums“ nach Abwechslung in der Person des Predigers; der Prediger ist weder physisch noch geistig imstande, auf die Dauer, Woche um Woche, den Erwartungen! zu genügen, mit denen die Menschen in die Synagogen gehen. Der Wechsel in der Person des Predigers und die dadurch bedingte Unstetigkeit bedeutet den Tod jeder wahren Religion. Nicht überall hat sich auch in den Vorständen der Gemeinden die Erkenntnis durcli- . gesetzt, daß, je häufiger gepredigt wird, um so geringer die Wirkung der Predigt ist ... Es würde religiös wertvoller sein, wenn wieder die alte Sitte üblich würde, an den Feiertagen und nur am Sabbat vor dem Neumondstag zu predigen und an anderen Sabbaten belehrende Schrifterklärungen — allerdings in neuzeitlichem Gewände — und Vorlesungen aus wertvoller jüdischer Literatur zu bieten. Wenn es dem Prediger möglich wäre, an einer oder höchstens zwei. Synagogen zu; wirken, so wäre es eher möglich, nicht nur „Publikum“ heranzuziehen, sondern eine wirkliche Gemeinde zu erziehen. Denn die eigentliche Kanzel des Rabbiners ist das Leben. Und in diesem Leben, außerhalb des Gotteshauses, will und soll er der Freund und Vertraute seiner. Gemeinde sein. Erst dann, wenn die Synagogentüreil sich geschlossen haben, beginnt seine Haupttätigkeil. Es wäre müßig, darüber zu streiten, ob es so etwas wie eine jüdische Seelsorge gibt. Fest steht, daß es eine Sorge für jüdische Menschen gibt, die so mannigfaltig wie das Leben selber ist. Wie umfassend diese Seite der Tätigkeit ist, kann nur der ermessen, der sich die Mühe machen würde, einen Rabbiner nur einen Tag in seiner Tätigkeit zu begleiten. Da das -Telefon zeitweise kaum einen Augenblick siillsleht, läßt es kaum Ruhe, um mit all den Vielen zu sprechen, die Tag für Tag rat- und: hilfesuchend kommen. Mehr als die Hälfte der „Seelsorge“ ist heute leider „Geldsorge“. Daß man nicht in der Lage ist, jedem, der in Not ist, zu helfen, wie man es tun möchte, begreifen die Menschen meist nicht. „Das will nun ein Rabbiner sein“, sagen sie, wenn man nicht imstande ist, die vielen, täglich einlaufenden Briefe noch am gleichen Tage zu beantworten, wenn man auch einmal „Nein“ sagen muß, wenn mail nicht in der Lage ist. die vielen Besuche sofort zu empfangen, da auch für den Rabbiner der Tag nur 2-1 Stunden hat, selbst wenn mau noch Teile der Nacht zur Arbeit hinzunehmen muß.. Am vergangenen Chauukkahfest, an dem seit Jahren 'noch nie so viel Veranstaltungen wie in diesem Jahr stattfanden-, au dessen Sabbat ich außer Predigt und Einsegnungen am Vormittag, einer Trauerfeier im 'Krematorium nach Sabbatausgang noch auf acht .Chaiiukkahveranstaltungen am Nachmittag und Abend zu sprechen hatte, fuhr midi der Vorsitzende eines jüdischen Vereins, dem ich, da wirklich keine Zeit mehr frei war, abschlagen mußte, auch noch in seinem Verein zu sprechen, telefonisch an: „Nä,-Sie werden sich doch wohl mal für einen wohltätigen.Zweck zur Verfügung stellen können.“ Das ist das tägliche Lied. Menschlich begreifbar genug, daß einem jeden seine Angelegenheit als die wichtigste erscheint; aber übermenschlich, das Unmögliche möglich zu machen. All das ist gewiß eine Folge der Großstadt und ihres „Betriebes“. Nichts aber ist gefährlicher, als „Betrieb“ im. Bezirk der Religion. Die Großstadt birgt die große Gefahr in sich, daß der Rabbiner sich an ihren Schwierigkeiten aufreibt. Es wäre dringend zu wünschen, daß auch in Berlin .so etwas wie ein Parochialsystcm geschaffen würde, wodurch, statt der extensiven, intensivere Arbeit möglich wäre, wodurch um den Mittelpunkt des Synagogenbezirkes Unterricht, Jugendarbeit, soziale und seelsorgerische Arbeit konzentriert werden könnte. All das sind Aufgaben, die mit größter Schleunigkeit in Angriff genommen werden müßten, wenn nicht weiterhin so sehr viel Arbeit neben- und leider oft auch gegeneinander geleistet Werden soll; denn nicht alle begreifen immer, daß alle Rabbiner, gleichgültig, ob sie alt oder jung sind, nur dem gleichen Ziele dienen: der Erhaltung und dem Aufbau desjudentums. Darum müssen gerade an deq’Rabbiner nach seiner menschlichen und charakterlichen Seite hin besondere Anforderungen gestellt werden; denn nur der, der durch die Überfülle der Arbeit nie abgestumpft wird, sondern, dem im Gegenteilyaus dem täglichen tiefen Einblick in die verschlungenen Wege menschlichen Lebens immer aufs neue eine tiefe Ehrfurcht vör dem Geheimnis und der Heiligkeit des Lebenserwächst, 'der unablässig an der Läuterung seiner Persönlichkeit .arbeitet,, der wird ein wahrer Rabbiner sein können und — um ein bekanntes Wort zu variieren — von sich sagen können: Im Dienste des Judentums'undseiner Menschen verzehre ich mich. Bibelworte im täglichen Leben Wer weiß, wo das steht? Es gibt kern Werk,'das so wie das Buclf der Bücher, die' Bibel, Eingang in die Sprache des Volkes, in die Sprache des täglichen Lebens gefunden hat. Die Worte der Bibel sind so fest verwurzelt in unserem täglichen Sprachgebrauch, dal! wir kaum ahnen, wie oft wir in unseren Erzählungen und Unterhaltungen die Bibel zitieren. Wenn im folgenden einige jener Bibelworte des täglichen Lebens zusammengestellt werden, so sind dabei ausdrücklich alle jene außer acht gelassen, die jedermann als Bibelzitate bekannt sind, also etwa das „Tohuwabohu“ oder der „Riese Cjoliatli“ oder , das „Salomonische Urteil". . Spricht man von „Hiobspost“, dann weiß wohl auch jeder, daß man die Bibel zitiert. Aber .es werden viele überrascht sein, wenn sie. erfahren, daß schon Hiob von „Gewissensbissen“ spricht, daß er von einer unverständlichen Sache sagt „Das ist mir zu hoch.“ Weiter entlehnen wir aus dem Buch Hiob die Ausdrücke, daß jemandem „TJ i e Haare zu Berge stehen“ und daß jemandem „ein Licht Der „Schandfleck“ stammt aus dem 5. Buch Mose, und der „Dorn im Auge“ taucht zuerst im 4. Buch Mose auf. Daß auch der „Sündenbock“ aus der Bibel herrührt, werden die meisten wissen, denn das ist bekanntlich jenes Tier, auf dessen Haupt alle Missetat des Volkes geladen, und das dann in die Wüste geschickt wurde. Eine reiche Quelle für die Bibelworte des -täglichen Lebens finden wir in den Psalmen. Dort ist zum ersten Male von jenen Menschen die Rede, die ihre „Hände in Unschuld waschen“. Da finden wir auch Ausdrücke wie „Bubenstück“, „auf Händen tragen“, „Jugendsünden“, „mit jemandem ins Gericht gehen“, „auf Herz und Nieren prüfen“. Das so oft zitierte „Bleibe irn Lande und nähre dich redlich“ stammt ebenfalls vom Psalmisten; aus der gleichen Quelle leiten wir den Satz ab „Den Seinen gibt’s der Herr im Schlafe“. Wer von einem „h i mm elscli reienden“ Unrecht spricht, wer „herzzerreißend“ jammert, ahnt sicher nicht, daß er einen Ausdruck der Bibel gebraucht. Und auch wer „sein Mütchen an jemandem kühlt“, wird kaum wissen, daß er mit diesen Worten das Lied zitiert, das einst Mirjam nach dem Durchzug der Israeliten durch das Schilfmeer sang. Die „ägyptische Finsternis“ ist natürlich biblischen Ursprunges — desgleichen das „zweischneidige Schwert“, das „Lästermaul“ lind der „Denkzettel". „Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um“ — das werden die meisten wohl für ein gutes deutsches Sprichwort halten; aber in Wirklichkeit verdankt es seinen Ursprung den Sprüchen Sirach. Dort findet sich noch eine Reihe anderer Sätze, die zu deutschen Sprichworten geworden sind, z. B. „Wer Pech anfaßt, besudelt sich“. Ausdrücke wie „wider den Strom schwimmen“, „nichts Gutes im Sinne haben“, „em Anhau r Bibel. Sprüchen Salomos haben gleichfalls viele Sätze als Sprichworte Eingang in die deutsche Sprache gefunden. So vor alletu „Unrecht Gut gedeihet nicht“, „Hochmut kommt vor dem Fall“, „Wie du mir, so ich dir“, „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“. Sogar der Satz „Wenn dich böse Buben locken, folge ihnen nicht“, ist dem Sinn nach in jenen Sprüchen Salomos enthalten. Der „Stein des.Anstosses“ Stammt von Jesaja, und die „Mohrenwäsche“ ist auf Jeremias zurückzuführen, von dem uns auch Ausdrücke wie „aut Gnade und Barmherzigkeit" und „angst und bange werden“ überkommen Hört man, daß eine Gemeinschaft geschlossen „wie diese Worte zum erstenmal von den Kindern Israels im Buch der Richter gebraucht werden. Diese wenigen Beispiele schon — sie ließen sich beliebig um ein Vielfaches vermehren — sind ein deutliches und eindeutiges Merkmal für die enge Verbundenhe.it des Volkes mit dem Buch der Bücher. Eine Ausmerzung solcher Bibelworte würde nicht allein wertvolle Bestandteile des deutschen Sprachgutes vernichten, sondern würde geradezu zu einer Verkümmerung der Sprache führen. Worte der Bibel sind im alltäglichen Sprachgebrauch so innig, verwurzelt, daß sie dort ewig fortleben werden.;l/-z. „Der jüdische Handwerker" Das offizielle Organ des Reichsverbandes jüdischer Handwerker Deutschlands und des Reichsverbandes des jüdischen Mittelstandes, „Der jüdische Handwerker", ist jetzt in neuem Gewände erschienen. Das reichhaltige Heft, das sich auch in der klaren Gliederung des Textes dem Auge angenehm darbietet, will, wie es in denv einleitenden Artikel heißt: „Die Erneuerung der jüdischen Gemeinschaft mit neuen Mitteln, die die neue Zeit verstehen, und die die Zeit von uns verlangt.“ „Es wäre falsch," heißt es dann weiter, „wenn wir uns abkapsclu wollten. Soweit nur irgend möglich, wollen wir vielmehr am gesamtdeutschen Wirtschaftsleben aktiven und regen Anteil nehmen. Aber es entstehen für uns Juden häufig, besondere Probleme, für die eine geschlossene Meinungsbildung und Führung von jüdischen Mittelstandsunu Handwerksuuternehmeu nützlich, ja oft dringend notwendig wird. Je mehr die heranwachsende Jugend vor allem zum Handwerk strebt, umsomehr gewinnt unser Stand innerhalb des Judentums ausschlaggebende Bedeutung.“ Neben ausgezeichneten Artikeln aus sachverständiger Feder, die sich mit Wirtschaftsausbildungs- und Umschichtungsfragen beschäftigen, bringt das Blatt auch Fragen des täglichen Rechts und eine Steuerecke. Jüdische Schulen aufgelöst .-IVarburg. Die hiesige öffentliche jüdische Volksschule, die. 60 Jahre bestand, ist aus wirtschaftlichen Gründen auf- . gelöst und der bisherige Stelleninhaber, Lehrer Cohn, In den Ruhestand versetzt worden. Lehrer Cohn wird als' Rehgionsleli r und Prediger w n der Gemeinde tätig bleiben. Der richtige Name .. —. „- Tageszeitung“ in Dessau: „So ist es recht! Die Polizeiverwaltung hat, wie wir in Erfahrung bringen, die jüdischen Geschäftsinhaber aufgeforanzubringen. Das behängen mit deutschen Namen war auch eine Erscheinung, die das verflossene System ihren Haltern eingeräumt hatte: damit ist nun ein für allemal Schluß“ Borken (Hessen-Nassau). Zum großen Bedauern der hiesigen Gemeinde ist die israelitische Volksschule, die zu den älteren und früher bestbesuchten Schulen Hessens gehörte, aufgelöst worden. Lehrer L. Katz, der bisherige Leite.- der Schule, wurde zum 1. Juni in den Ruhestand Guxhagen (Bez. Kassel). Nach fast 30jähriger Tätigkeit in der hiesigen Gemeinde ist Lehrer JakobK a,n tha 1 infolge Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand versetzt worden. Ober die anderweitige Besetzung der Stelle wurde von der Schulaufsichtsbehörde noch keine endgültige Entscheidung getroffen, vorläufig wurde die Überweisung der jüdischen Kinder in die städtische Schule angeordnet. Es bleibt außerordentlich zu bedauern, daß die genannten Schulen infolge der schwierigen -Finanzlage der Gemeinden geschlossen werden mußten. - ■ Kurt Katschs Abschiedsvorlesung Vom Weinreisenden zum »Nathan*1 „Wer wandert, hat die.'Welt“; wenn man Jude ist und Schauspieler dazu, so versteht man es, zu schauen und zu erleben, und das Wandern wird Früchte zeitigen. Kurt Katsch ist Schauspieler und Jude; er steht im Begriff, Deutschland zu verlassen', um nach Amerika, zu fahren. Daß er schauen und erleben kann, beweisen seine Lebenserinnerungen, aus denen er an dem von der Jüdischen Künstlerhilfe veranstalteten. . Abend im Logenhaus Kleiststraße mehrere Kapitel vorlas. Dr. Kurt Singer wies mit herzlichen Worten darauf hin, daß diese Vorlesung zwar einen Abschied bedeute, daß. aber auch auf diesen Abschied Wiederkehr folgen möge. „Vom Ghetto zum Ghetto" ist des Buches Titel, in dem wehmütige Resignation mitkliugt. Aber sein Inhalt ist voller Lebendigkeit; Katsch hat die Gabe, Menschen aus Fleisch und Blut in einen Kranz von Geschehnissen hineinzustellen, an denen wir sogleich stärksten Anteil nehmen. Dennsie sind nicht konstruiert, sondern erlebt und gestaltet. Seine Erzählungen rühren des Lesers Herz an, den er mitleiden und -lieben und auch nutlacheu laßt, weil er jenen echten Humor besitzt, den nur der hat, der ebenso tief den Schmerz n ie die Freude zu empfinden vermag. Jenen stolzen Humor jüdischer Menschen, die über sich selbst am herzlichsten lachen ‘können. Katsch entrollt vor uns ein Bild des Ghettos in seiner Heimatstadt Grodno,. das uns zugleich lachen und weinen macht. Da ist die rührende Gestalt der Mutter, echt gezeichnet der Vater. Mit vielen hellen Lichtern vergoldet Katsch die Erzählung seiner Jugendjahre, die er mit den Seinen in bitterer Armut verbrächte. Nur ab und zu zieht er den verhüllenden Schleier von vergangenem Leid fort; dann blicken wir in die Tragik eines jüdischen Schicksals. Der gewandte Interpret seines Werkes hat es nicht schwer, das Interesse der Zuhörer, auch au seinen Wauderjahren, die ihn schließlich an das Ziel, seiner Sehnsucht, nach Deutschland führen, zu wecken. Und er hat nicht nur das Streben, sondern auch das Zeug dazu, um nach oben zu' kommen. Ihm ist jeiie Zähigkeit zu eigen, die mir Menschen besitzen, die von jung an kämpfen und entbehren müssen, die zur Rühe kommen, nie ihr Ziel vergessen läßt.' Als" Wein reisender betritt Katsch deutschen Böden, und diese Periode seines bewegten Daseins wird mit wahrhaft köstlichem Hümor geschildert. Jetzt hat der Autor seine Hörer völlig im Bann; sie folgtn seinen weiteren Wegen ^warmer Anteilnahme. ^Besonders, als^er endlich erkennt, Als Reinhardtschüler erlebt Katsch in Berlin glückliche Jahre. Mit tiefer Dankbarkeit erinnert er sich an die verehrten Lehrer: an .Berthold Held, Lucie Höflich au seine Begegnung mit Ernst Lubitsch, mit Werner Krauß,’der ihm so sehr unerreichbares Vorbild ist, daß er ihn stets nur aus der Ferne bewundert h-t Das letzte Kapitel seiiu gleichfalls liest, führt in die G Vorgänge, die uns alle tii stärksten. Das tiefe Erlebnis u,, ei.-.en i\ a i n a n--Vorstellung iin Kulturbund, bei der die Menschen vor Erschütterung vergaßen, Beifall zu klatschen, hat das Bewußtsein seines Judentums in ihm erweckt. „Ich hatte es fast vergessen“ bekennt Katsch ehrlich. „Jetzt aber habe ich es und hafte es fest, und jetzt weiß ich auch, daß ich eine Mission habe“; - FJiy Hirschfeld. Joseph Plaut im Rheinland. Bei manchen Dingen genügt ein Name — und Bericht und Kritik sind gegeben % war es auch mit den Darbietungen, die der Kulturbund AP^^Togrammheft mit „Plauteuer Komik, sondern'er' hat jene Balance zwfs^chetf AVeinen und Lachen, diö man Humor nennt. Sein Programm - ein geschickter Griff ms volle Menschenleben — bewies sein-n künstlerischen Geschmack. Andersen, ‘Zetterström, Kvbtfr, Gorch Fock bildeten den Anfang. Dann ging Plaut zu seinen eigenen Dingen über. Er erzählte Autobiographisches aus seiner Kindheit, aus seinem Buch „Hille-Bille". Das Deutsch- Landschaftliche ist ihm tiefstes Erlebnis. Die aufgefamrene und nachgeahmte Mundart wird Teil und Kennzeichen des menschlichen Wesens in seinen zahlreichen Spielarten. Erstaun- -Ijch ist die Fülle seiner Register, seine Musikalität bei der die hübsche Begleitung des musikalischen Teiles von Bert Berndt nicht unerwähnt bleiben soll. Dieser Kulturbund-Ahend war ein unumstrittener Erfolg. w. Lesezirkel ausländischer Zeitungen 21e.n„..2£f c?-unCuh B|s''. Lo"don Pa"= Manchester Franz SrtefteL Schoneberg, Beiziger Straße 3, G l Stephan 8663 n das der Verfasser , und der Bericht über rten. erschüttert ain h a n“-Vorstel-