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Jüdisch-liberale Zeitung · 1934-04-20 · 32 (20.4.1934) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
32 (20.4.1934)
Date
1934-04-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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14. Jahrgang Nummer 32 3fiötf<IHiftecflle 5ei(ung Beilage 20. April 1934 Eugen Spiro unb Cubwig Tfleibner erzählen von itjrem Schaffen Bcsud) bei zwei ftlalern _n . , ZWeiu ***** Berliner Ma,er beglngen am 18- APril ihren Geburtstag. Eugen Spiro wurde 60. Ludwig Meidner •: „i'“ Be,d:: voneinander grundverschiedene Wesensart wird aus den nachfolgenden Gesprächen verständlich, die in ihren Ateliers geführt wurden. Jüdische Themen -- nicht jüdische Kunst „Spiro“ sieht an . der Wohnungstür. Kein Vorname. Nichts. Einfacli .Spiro. L)as ist ein Begriff. Mit ihm verbindet man den Maler liebenswürdig-kultivierter Fraueiibildnisse, charakteristischer Künstler-, Gelehrten- und Kinderporträts. Dali E ug c n Spi ro, der jahrelang'die. Berliner Sezession und die Vereinigten Berliner Künstlerverbände geleitet hat, dessen Bilder um die Jali'rlumdenvende die Titelseiten der „Jugend“ geziert haben, auch zahllose Landschafts-, bilder gemalt hat, kommt einem erst richtig zum Bewußtsein, .wenn inan ihm in seinem Atelier, von den Farben seiner Gemälde'umgeben, gegenübersitzt. Sein weiter Arbeitsraum liegt über den Dächern Berlins, inunmittelbarer Nähe des Adolf Hitler-Platzes. Durch das Glasdach lallt die Sonne auf Atcusclienbildnisse, auf leuchtend grüne Landschaften des Südens, auf Stitleben. Auf einer Staffelei der noch unvollendete Kopf eines Musikers. Da lehnt das Bildnis Leni Riefenstahls an der Wand, dort Louis Ulisteins Porträt mit einem Zeitungsblatt der inzwischen gleichfalls entschlafenen „Tante Voll". Wie Blumen eines bunten Straußes wachsen Malerpinsel aller Gattungen aus einer Porzcilanvase. Bänkchen, Hocker, Sessel geben dieser Arbeitsstätte des Künstlers den Reiz des Intimen. Eugen Spiro ist gerade aus Prag zurückgekommen, wo eine Kollektivausstellung seiner Bilder 'großen Erfolg hatte. „Wissen Sie“, erzählt er in. seiner überlegenen, das Wort gleichsam abwägenden Art, „ich bin oft im Ausland gewesen: Ich habe meine künstlerisch entscheidenden Jahre in Frankreich verbracht, ich bin unmittelbar vor Ausbruch des Krieges zurückgekoiiimen. Aber ich kann mir doch nur auf die Dauer .ein Leben in Deutschland denken. Ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen, ich habe, deutsche Luft geatmet und mich, Wo ich auch war, immer nur als deutscher Jude gefühlt.“ y Später: „Jüdische Kunst?“ Er zuckt die Achsel. „Ich kenne keine jüdische Kunst in dem Siun, den man ihm heute, vielfach geben will, ich kenne nur die Kunst. Ich habe mich auch-mehrfach, mit jüdischen Themen befaßt.. Aber heißt das jüdische Kunst schaffen? Dann müßte man etwa auch Rem brau dt, der ja so viele jüdische Menschen und •jüdische Stoffe gemalt hat, als einen — jüdischen Künstler bezeichnen". Das Gespräch gleitet auf andere Gebiete über. Eugen Spiro erzählt in schwärmerischen Worten von seinem Breslauer Lehrer Professor Breuer, demselben, dem üerhart Hauptmauu in seinem „Michael Kramer“ ein unvergängliches Denkmal gesetzt hat. „Von ihm, der ein wunderbarer Mensch imu Lehrer war, habe ich auch den Sinn für das Künstlerisch- Pädagogische. Und das brachte mich vor einem halben Jahr auf den Gedanken, eine Malschule einzurichten, Nicht so sehr, weil die Lebensbasis infolge der Verarmung weiter jüdischer Kreise so schmal geworden ist, daß sie sich den Luxus, Bilder zu.kaufen, ilicht mehr leisten können, sondern weil es mir ein Herzensbedürfnis ist, künstlerisch veranlagten jüdischen Menschen Wege zur Kunst zu zeigen. Ob sie allerdings, unter den gegebenen Verhältnissen, zu einem Ziel führen — wer kann das sagen?“ Eiigeu Spiro holl eine Mappe mit Fotos seiner Werke von einem Regal herunter.- „Wir sprachen vorhin von j üdiscli eil Themen. Seit einem Jahr habe ich überhaupt keine größere Arbeit vollenden können. Aber früher habe'ich mich mehrfach mit Motiven aus dem jüdischen Stoffkreis beschäftigt. Sehen Sie hier“ — er deutet auf das Foto eines Kartons,' der Boas und Ruth darstellt — „das ist ein Thema, das midi sehr stark interessiert. ’ Überhaupt biblische Motive. Der Karton hängt hier in einem Privathause,, er ist leider ilicht vollendet worden. Bei einem Besuch in Tanger ist mir einmal die Idee gekommen: man müßte d i e Bibel illustrieren. ich habe den Plan aber wieder, ailf&eben müssen. Aus künstlerischer Begeisterung habe ich später Rembrandts beriilmites Bild „Der Segen Jaakobs“ aus der Kasseler Galerie kopiert, aber es. ist keine glatte Kopie geworden, sondern, wenn ich so sagen darf, eine Neuschöpfung. Wenn es Sie interessiert: das Bild befindet sich ln Privatbesitz in einer U runew aldv i Ua“. Blatt für Blatt zieht an den Blicken Vorüber. Bilder, die einmal in der Nationalgalerie hingen, in der Staatsbibliothek, in Ministerien, solche, die von der Stadt Berlin allgekauft worden waren. Da isi Exzellenz Hamack, da der große Geiger und Lehrer Flesch, der runde Kopf des Theaterdirektors Barnowskv. Das sind die durchgeistigten 2üge Jakob Wassermanns. Ein mit väterlicher Liebe gemaltes Portrat ' des sechzehnjährigen Peter Spiro, der auch einmal Maler werden möchte. Gemälde, die die Besucher' des Berliner Jüdischen Museums kennen: den Heine rezitierenden Ludwig Hardt, eines der zahlreichen Selbstporträts des Malers. Bekannte Persönlichkeiten des Berliner Gemeindelebens: Dr. Leo - Baeck, Direktor Stahl, Moritz Rosenthal. Auch den verstorbenen Breslauer Gemeinderabbiner Dr. Rosenthal hat Spiro . gemalt. ' ■ Auf einen erstaunten Blick des Besuchers:. „Mein Vater war nämlich Oberkantor in Breslau, ein Mann von großem rabbiiiischen Wissen, von einer großen musikalischen Begabung, ln diesem von religiöser Atmosphäre erfüllten Hause bin ich groß geworden. Die Religiosität meines Vaters war — und ist es auch heute noch — für mich Maßstab für alles Jüdische. Wie er am Vorabend des Jom Kippur seine Kmder 11m sich versammelte und sie segnete, das wirtl mir immer unvergeßlich bleiben. Jahrelang nach seinem Tode konnte ich keine Synagoge besuchen, da das Bild meines Vaters alles andere verdrängte". Beim Abschied..meint Eugen Spiro lächelnd: „Sie sehen in die Kategorie der jüdischen Maler kann ich mich nicht gut einreiheii, aber das eine kann ich gern sagen: die heutige Zeit wird mich immer als deutsch e 11 J 11 d e 11 haben“. Künstlerisches Bekenntnis Auch Ludwig Meidner, das zweite Geburtstagskind des IS. April, ist Schlesier von Geburt. Nicht Weltmann, Gesellschaftsmensch wie Eugen Spiro, sondern ein Einsamer, Abseitiger, lnsichgekehrter, der von jeher den lauten Betrieb des Tages mied. Und es ist wie eine Ironie, daß zum Fenster seines 'Arbeitsraumes der Lärm hastender Menschen, das Hupen der Autos, das Geräusch der Straßenbahnen, das Brausen der Weltstadt hereinbrandet. Mitten im Getriebe der Friedenauer Rheinstraße findet der Künstler die Sammlung zu. seinem Schaffen, seinem malerischen und seinem dichterischen. .„Es sieht noch ein bißchen unordentlich bei mir aus“, empfängt Ludwig Meidner den Besucher mit einer Entschuldigung, „aber ich bin eben erst umgezogen; außerdem bin icli stark mit denletzten Vorbereitungen zu meiner Aussteilung beschäftigt, die am Sonnabend im Jüdischen Museum eröffnet wird.*4 Aber zwischen Möbelstücken, Bibliothek, Bildern, Rahmen und Staffelei findet sich dennoch ein Stuhl zum Platz nehmen. Der Maler und Zeichner Meidner, vor dem Krieg einer der ersten deutschen Expressionisten^ Mitbegründer des Bundes der „Pathetiker“, Gestalter ekstatisch-mystischer Gesichte, hat im Ringe» um letzte Ausdrucksformen in der Kunst mancherlei Wandlungen durchgemacht. „Seit fünfzehn Jahren,“ bekennt er, „habe ich mich vor allem religiösen Darstellungen zugewandt. Das hängt damit zusammen, daß ich mich, von ganz anderen Dingen ausgehend, immer mehr in die Ideenwelt des Judentums versenkte und - in seiner religiösen Sphäre aufging. Waren es zunächst biblische Köpfe und Visionen, prophetische Erscheinungen, zu deren malerischer und graphischer Gestaltung es mich trieb, so sind es heute vor allem Charaktere und Typen aus dem jüdischen Gegenwartsleben. Bei meinen Sy n agog e n besuchen habe ich die Anregungen empfangen, jüdische Menschen aller Richtungen im Gebet darzustellen. Diese Blätter wird man unter anderem auch auf der Ausstellung sehen können. Übrigens auch diese Köpfe da an der Wand“. Es sind beseelte Männer- und Frauenporträts in einer mündlich fein abgesluften Farbigkeit. „Das sind Bilder meiner Frau,“ fährt Meidner stolz fort, „sie ist auch Malerin, Else Meidner. Sie ist meine Schülerin. Das heißt, sie hat bei mir nur das Zeichnen gelernt, das "Malen hat sie aus sich selbst heraus. Schade, daß sie Ihnen nicht selbst etwas darüber erzähleu" kamt. Sie ist mit unserm kleinen David — er ist jetzt fünf Jahre alt — spazierengegangen ... Auch mir liegen ja Porträts, vor allem geistige Menschen, zumeist am Herzen. Aber wer gibt heute noch Porträts in Auftrag?“ Meidner steht vor seiner großen Bibliothek, die itehcij moderner Belletristik und Fachliteratur vor allem Werke der Mystiker enthält, natürlich auch die seines schlesischen Landsmannes Jacob Böhme. Seine Hand hat einen der Sahhathleuchter, die auf .dem Bord stehen, umklammert. „Ich kann mir heute meine Kunst nicht mehr vom* religiösen Gefühl, vom tiefen Gotterleben wegdenken. Je älter ich werde, um so mehr dringt in meinen Bildern das jüdische Element vor, weil das meiner religiösen Gedankenwelt ammeisten entspricht.“ Dann kommt Meidner auf sein dichterisches Schaffen zu sprechen, das sich seltsamerweise abseits vom Jüdischen bewegt öder neben dem Jüdischen einherläuft. „Das hat lediglich praktische Gründe“, meint Meidner. „Das allgemein religiöse Gefühl werden Sie aber auch darin finden. Wenn ich auch schon früh dazu gekommen bin, mich neben der Farbe des Wortes als Ausdruckskunst zu bedienen und das Schreiben immer gepflegt habe, so habe ich mein erstes. Buch doch erst während des Krieges geschrieben, als ich „Wache scliob“. Da entstanden die hymnischen Prosadichtungen „Im Nacken das Sternemeer“ ‘ und zwei Jahre später das Bekenntnisbuch „Septemberschrei“, das wegen seiner Naturschilderungen übrigens unter der wandernden Jugend einen großen Erfolg erzielte. Wenn es nicht verstiegen, wäre, so würde ich sagen, daß mein kleines Buch „Gang in die Stille“ als eine Art Manifestation meiner religiösen Wand- Iiiiijj /» betrachten ist, wenn es auch religiöse Dinge nicht iiiilcr tlem Gesichtspunkt <!es Jüdischen sieht.“ Ein von tiefer Inbrunst ..erfüllter jüdischer Bekenner rillet mit dem Göttlichen in seiner Seele. Das ist der Eindruck,' den inan von einem Besuch hei dem Maler und .Dichter Meidner mit törtiiiiuuit. — Hünen himieiibiiutri. . - . _ ' 1 1 ^ii*“ K *i n s t I e r h i I 1 c der Jüdischen Gemeinde (Mil- > Un^ cr.) 'craiislaltct am Sonnabend, 21. April, aluls. i>.lä Uhr, in den Räumen des Jüiliseheii Museums, Oranienburger Straße Jl, einen l_ee-Abend, der dem hOjahrigcu Luge» Spiro lind dem 50jährigeii Ludwig AI r i it n c mic* widmet ist. Dr. Lut/ Weltmann hält den einleitenden Vortrag * . Rose Liechtenstein rezitiert aus Dichtungen Ludwig Meidners. tJleich/emg finde! eine Ausstellung von Arbeiten beider Maler ^latt:. Emtrittskarten einschl. Teegeileck 2,25Mark; erhältlich im Jüdischen Museum (D 2 WeideiKlamm 5ß21) und in der Kiuistlerhiltc der Jüdischen Gemeinde, Charlottenlmrg, Knut- Straße lob (J 1 Bismarck llKi<>). Die neue Aufwartung ln der jüdischen Zeitung stand unter der Rubrik „Stellengcsuclic" eine kleine Anzeige.- . Unsere bisherige „Zubriiigerin“"kaiin nicht .mehr kommen, die Landarbeit begmm, und da ist sie voll in Anspruch genommen. »IS . Meine Frau schreibt eine Karte und bittet um tc.coho- Nach zwei Jagen meldet sieh Frau Jonas. Meine Frau bittet tun Aufgabe von Referenzen. Sie gibt Frau Bliiiuenthal _an. Frau Blumenthal kann Frau Jonas in jeder w«se empfehlen. Infolgedessen kommt Frau Jonas zu uns- — Sie zieht sich das jnitgebraehte ArbcitSkleiii an und beginnt mit der Hausarbeit. Zunächst wird der Bücherschrank in Angriff genommen; vom Umzüge her steht noch «tte» durcheinander, die Tagebücher Goctncs, zahlreiche Künstler- . Monographien, die modernen Romane und die alten Almanaclie. Sie nimmt die Bücher aus dem Schrank, staubt sie ab und ordnet sie, sie ordnet sie so, wie man eine Bibliothek eben ordnet, nach Jahrgängen, die Verfasser chronologisch, Gleiches zusammen, die Judaica, die Kunstgeschichte, die Belletristik. Ich komme hinzu und staune. Welche Hausfrau verstellt denn überhaupt, Bücher richtig und zweckentsprechend atifzustellen?! Ich frage, woher sie diese Kenntnis hat; sie sagt bescheiden, sie habe auch Bücher zu Hause. \ ■ Ich.muß Besorgungen machen, eilige Briefe zur Post bringen, ich werde aufgenalten, ich komme nach zwei Stunden wieder, schließe das haus auf, und entgegen tönt mir, vierhändig, ein Schiibertschcr Marsch. Ich denke, eine unserer Musikerimten ist wochentags zum Üben herausgekomtnen, drücke mich schleunigst in mein Zimmer und ziene mir die „gute“ Jacke an, meine Frau hält streng darauf! Ich mache die. Tür" zum Musikzimmer auf, meine Frau und die 'Aufwartung sitzen einträchtig am Klavier und spielen zusammen] In der Pause frage ich: „Nanu. Frau, Jonas, können Sie- „•denn Klavier spielen?" 1 — „Ja, natürlich. Sie hören es doch!- Ich gebe auc/F Stunde; ich muß übrigens gleich fort, ich habe in Schömberg noch eine Oeigemrtunde zu geben.“ -— „Was, auch (Feige spielen Sie?" „Ja, sogar eigentlich besser als Klavier. Von Musik- . stunden allein kann ich nicht leben; das langt nicht, und mit meinem kleinen Haushalt bin ich bald fertig. JJnd etwas Bewegung," lächelt sieein bißchen schmerzlich, „muß der Mensch sich schließlich verschaffen.“ „Tapfere kleine Frau", dachte ich, und. sagte zum Abschied: „Also, das nächste Mal kommen Sie nicht nur zur Hausarbeit, sondern auch zum Ueigespivlcn.“ , - .S\ IV. Alfred Auerbach erzählt von B'ertliold Auerbach Der bestohlene Dichter Als Bcrthold Auerbach, der'jüdische Dichter der deutschen Seliwarzwald-Gcscliicliten, der „weltberühmte Maiin“ war, saß ein Stachel in seinem Glück. Er hätte so gern die- Bühne erobert. Aher, er war kein Tlieatcriiicnsch.. Dafür gelang es der Stuttgarter Schauspielerin und Bülinenschriftsteilcrm Charlotte B i r c li - P f e i f f e r, deren „Waise von Lowood“ iiber zahllose Bühnen ging, aus seiner Erzählung „Die Frau Professorin" einen 1 reifer zu machen, der als. Schauspiel „Dorf und Stadt“ immer wiederkehrendes Repertoirestück sämtlicher Bühnen war. — Sie hatte gar nicht viel Arbeit -mit dem Text gehabt, sie hatte ihn nur in Dialog geformt und iif Akte und Szenen zureclitgcschnittcn, ferner sentimentalen Behang und Dialcktpoiuten, sowic-cin „glückliches Ende" da/iigcschriebeu. Der Dichter tobte , es war ihm, als habe.man seilt' Kind gestohlen und entstellt. — Er befragte einen Rechtsanwalt in der Sache, der zuckte die Achsel und mehlte; „Wenn die Frau zwei Drittel Hl rer Novelle entnommen hätte, könnten wir sic wegen geistigen Diebstahls fassen, aber sie hat nur die Flältie „wörtlich" übernommen, das ist noch nicht strafbar." Der Dichter sali den Anwalt fassungslos an; „Die Flälfte gestohlen und die andere verhunzt — das ist nicht strafbar?" Der Anwalt griff nach einem Brief. „Die Frau begreift-übrigens Ihre Empörung nicht, sic—hat mir einen Brief geschrieben, in dem sie initteilt, daß sie llweji n u r 'genützt habe. _Erst durch ihre Theaterbearbcihlhg und ~ iliren Bühnenerfolg sei Ihr Werk überall bekannt geworden." Der Dichter fing an zu lacncn, dem Anwalt wurde bang; denn das Lachen klang irr . . ., aber der kleine, dicke Mann gewarnt'die Fassung wieder; sein Lachen wurde gesund lind entspannend, ~ sein gutes Gesicht glättete sich, der Dichter - fand seinen Flumor wieder: „Lieber Herr Doktor, einst war ich ein Pechvogel, dann . ein Glückspilz, jetzt bin ich ein Narr des Glücks.“ Eine neue jüdische Schallplatte Unter der Nummer H.L. 33,34 Seiner ist eine von - Arno Nadel nach alten traditionellen Gesängen bearbeitete Schallplatte des Sederabcndliedcs. „Chad gadjoh“ erschienen. Oberkantor Karl Neu mann vom Frledenstempel hat diese Platte mit Orcheslerbegleitung besungen. Sic ist auf der vin.u Seite Deutsch auf der anderen Seite Hebräisch. Die Platte des hervorragenden Kantors und Sängers verdient weiteste Verbreitung. . _ 1

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