Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 30 (13.4.1934)
- Date
- 1934-04-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Es wird gemeldet: Wie aus Wien gemeldet'wird, ist zwischen den deutschen und: österreichischen Filinproduzcntcn eine Abmachung getroffen werden, wonach die Österreicher sich verpflichten, von ihnen hcrgcstefitcn deutschsprachigen' Filmen mitwirkeu za lassen. Da der grölite Teil der österreichischen Filmproduktion deutschsprachig ist,, so .bedeutet diese Abmachung, dal! die jüdischen Schauspieler praktisch, völlig aus dem österreichischen Film verschwinden. Wie bereits mitgeteilt, wird die neu'ernannte Gemeindevertretung in Wien, die „Wiener B ii r g e rs e h a f t", als Vertreter der. Religionen drei katholische Repräsentanten und einen Vom Oherkircheurat der evangelischen Kirche bestimmten Geistlichen aufweisen. Als Vertreter der israelitischen Kultusgemcinde wird wahrscheinlich Oberrabbiner Dr. Feuchtwang berufen werden. 0 _ Wie aus Warschau gemeldet wird, wird Polen zu deni noch im Laufe dieses Monats in Rom stattfiiidendcn Interna t i o n a I e n M a t Ii e in a t i k e r k o n g r e II zwei Vertreter Jude ist. ’ In Wien ist ein Komitee eingesetzt worden, das prüfen soll, welche Bücher aus den öffentlichen Volksbibliotheken zu entfernen sind. Auf der von dem Komitee herausgegebenen Liste stehen Autoren wie Wassermann, Schnitzler, Stefan Zweig, Werfel und Brod. In einer Erklärung, die der Außenminister ■ von Chile abgegeben hat, steht die Regierung den verschiedenen an sie gelangten Gesuchen über die Einwanderung deutscher Juden nach Chile mit großer Sympathie gegenüber. Von Spanien hat die Regierung das Ersuchen um Eiuwanderungserlaubnis für zweitausend deutsche Juden er-1 halten. Gegenwärtig leben in Chile etwa zwölftausend Juden. Nach einer .Meldung aus Madrid erklärte der spanische Ministerpräsident Lcrroux Vertretern der Presse, die Regierung werde Vorkehrungen treffen, daß der dein Parlament vorliegende Antrag, die Abköriunlinge der im 15. Jahrhundert aus Spanien vertriebenen Juden, die jetzt im Ausland leben und sich um die spanische Staatsbürgerschaft bewerben, in Spanien zu n a t u r a 1 i s i e r e n ,' dringlich behandelt werde. Aus der Sitzung der Berliner Repräsentantenversammlung „Die Aufgaben der Zeit begriffen.“ . Anstelle des zunächst verhinderten Vorsitzenden, Rechtsanwalt Heinrich Steril, eröffnete Rechtsanwalt Philipp Ko- Zitwcr, als stellvertretender Vorsitzender, die Verhandlungen tritt der Mitteilung, daß die Aufsichtsbehörde der Wahl des Herrn Dr. Klee zum Gemeindeältesten zugestimmt habe. Der Abnahme einer Zuwendung der, Frau Lola Hahn-Warburg zur Errichtung einer Kinderstation im Jüdischen Krankenhaus stimmt die Versammlung zu. Der früher in der Gemeinde bestandene Vorschußv.eretn zur Unterstützung hilfsbedürftiger Mitglieder hat sich im Jahre 1930 aufgelöst. Sein Vermögen ist satzungsgehiäß der Gemeinde zugefallen. Der Gemeindevorstand beantragt den Verinögcnsbestand des ehemaligen Vor-' scltußvereins der Jüdischen DarlehnskassC zu überweisen.. Die Versammlung ist mit dieser Regelung einverstanden. Die Versammlung nimmt hierauf Wahlen von üemeindemitgliedern in Synagogen Vorständen und Verwaltungskommissionen vor. Herr Rabbiner Dr. Manfred Swarsenskv wird mit Wirkung vom 1. Januar 1934 zum Prediger gewählt. Das der Gemeinde gehörende Gebäude des früheren Genesungsheims in Lehnitz, wird gegenwärtig für Zwecke des jugendpflegedezemats in Anspruch genommen. Mit Rücksicht darauf, daß ein E rho 1 tt ii gs h ei m fn der Umgebung Berlins unbedingt erforderlich ist, nimmt der Gemeiudevorstand in Aussicht, mit dem Jüdischen Frauenbund ein Abkommen zu treffen, wonach dieser das Gebäude in J_ehnitz zu einem Erholungsheim umgestaltet und die Bewirtschaftung selbst übernimmt. Die Repräsentaiitenversaimnlung erklärt sich mit der vom Vorstand getroffenen Regelung einverstanden. ' Vor Schluß der Versammlung spricht der Vorsitzende, Rechtsanwalt Heinrich Stern, der inzwischen die Leitung der Versammlung übernommen hat, den Mitgliedern herzliche Pessachwütfsche aus. Das vergangene Jahr habe der Gemeinde eine Fülle von Arbeit und Verantwortung gebracht. Es halte . sich gezeigt, daß die jüdischen Gemeinden ihren Aufgaben gewachsen, und daß die Männer und Frauen, die in ihren Verwaltungen tätig seien, die Aufgaben der Zeit begriffen haben. Denen, die hier in Deutschland bleiben wollen una müssen, erwachse die Aufgabe,' den Bestand des Judentums zu erhalten und zu zeigen, daß sie keine Juden am Rande seien, sondern Menschen, die sich erfüllt ■tiaben, mit der heiligen Zuversicht an den sozialen und religiösen Aufgaben nutzuwirken, die unsere Zeit voa.uns fordert. Hierauf schließt der Vorsitzende die Versammlung.’ der Weltanschauung“' vor dem Abschluß. Es ist hier nicht der Ort, die Stellung des hervorragenden Mannes in der neueren Geistesgeschichte und seine berühmten Auseinandersetzungen mit Bergson'und Husserl, Jaspers und Heidegger darzustellen. Interessant ist für uns gegenwärtig aber, daß die amtliche Festschrift der Baseler Fakultät rühmt: „Joel verdankt seinen rabbinisdffin Vorfahren wohl den dialektischen Glanz und das Künstlertum seiner Sprache, sowie seine außerordentliche Lehrbegabung, und er verdankt wohl dem Judentum, dem er entstammt, sein hohes, beispielgebendes Ethos“. Die Meinung des norwegischen Dichters Knut Hamsun über die Judenfrage Im Rahmen eines Artikels, der sich eingehend mit der Beurteilung des Judenproblems in den nordischen Staaten befaßt, veröffentlicht die „Berliner' illustrierte Nachtausgabe“ eine bisher noch nicht publizierte Äußerung des großen norwegischen Dichters und Nobelpreisträgers Knut Hamsun. Der 74jährige Dichter, der es bisher fast immer abgelehnt hat, zu Tagesfragen Stellung zu nehmen, schreibt über die Judenfragc in Deutschland folgendes: „Daß es auch die Juden sind, die sich im Besitz, der Geldherrschaft befinden, macht sie zu einer Macht in der internationalen Politik und im Welthandel. Sie übermanneit die eigene Bevölkerung der Länder, ich habe es nicht so -aufgefaßt, daß Deutschland die Juden aus dem Lande attsrotten will, aber so wird es jetzt von den jüdischen Politikern Englands und Frankreichs und von der jüdischen Presse überall hingestellt. Ich habe es so aufgefaßt, daß Deutschland mir die jüdische Macht innerhalb des Landes hemmen will, so daß es nicht die Juden, sondern die Deutschen sein sollen, die in Deutschland herrschen wollen. Denken Sie sich den Fall, daß die Juden ein eigenes großes, altes Reich als ihr eigen besäßen, und daß die Deutschen dort eindringen würden und — im Laufe der Zeit — es sich aut allen Gebieten unterwerfen würden, leb glaube, daß die Juden da reagieren würden.“ Soweit die Stimme des Dichters. Es liegt uns fern, den norwegischen Meister psychologischer Feinkunst korrigieren zu wollen. Es soll in diesem Zusammenhang nur daran erinnert werden, daß Hamsuns deutsche Biographie, die seiner zart differenzierten Größe bis ins Letzte gerecht wird, von dem jüdischen Professor Walter A. Berendsohn stammt, der bis zum vergangenen Sommer den Lehrstuhl für Germanistik an der Hamburger Universität innehatte. Arierparagraph in den Hamburger Bürgervereinen Hamburg. Nach einer Mitteilung des „Hamburger Fremder.blattcs“ bat der Verbandsfültrer des Centralaussclmsses Hamburger Bürgervereine den allgeschlossenen Bürgervereinett von einem Schreiben des Reicltsbundes für Volkstum und Heimat Kenntnis gegeben, wonach der Arierparag r a p h für alle angesclilosscnen Verbände genau so wie für die einzelnen Mitglieder verbindlich ist. Demgemäß wurde der Centralansschuß ersucht, für die Durchführung der neuen S a 11 tt n gs b e s t i in nt u n g bis zum 15. 'Mai zu sorgen. - . Jüdisches Waisenhaus niedergebrannt Bukaresf. Das gegenüber dem Natiönaltheater gelegene Waisenhaus in Jassv ist vollständig niedergebrannt. Die in dem Heim untergebrachten K i n d e r konnten . rechtzeitig gerettet werden und wurden in der benachbarten Schule „Cultura“ untergebracht. Der Brand verursachte eine ungeheure Panik. Infolge des Wassermangels gestaltete sich die Löschung des Brandes, der durch Unvorsichtigkeit einer Wärterin entstanden war, äußerst schwierig. In dem rumänischen Städtchen Frumusica bei Botosanibrach eiu Großfeuer aus, durch das 24 von Juden bewohnte Häuser vernichtet wurden. Das Feuer waryurn Mitternacht in einem Laden ausgebrochen, dessen Besitzer vergessen hatte, eine Kerze auszulöscltcii. Das Feuer griff mit unheimlicher Schnelligkeit um sich. In dem Städtchen brach eine, unbeschreibliche Panik aus. Die älteren Einwohner eilten in die Synagoge, um Schutz vor der Katastrophe zu erflehen: Unter’den obdachlosen Familien, von denen keine einzige versichert war, herrscht bitterste Not. Sie wurden in Notquartieren imlergebracht. ... Die Schweiz feiert Karl Joel Die Schweiz beging in der vorigen Woche den 7 0. Geburtstag Karl Joels, dev nun schon seit mehr als vierzig Jahren an der Baseler Universität Philosophie lehrt und länger als ein Menschenleben dort als Ordinarius wirkt. Joel, der Sohn des bekannten Breslauer Rabbiners, ist ein Gelehrter von Weltruf. Unter seinem gewaltigen schriftstellerischen Werk sind philosophische Bücher, wie z. B. „Der _freic Wille“ und „Seele und Welt“, die in alle Kultursprachen der Erde übersetzt wurden und heute schon als klassische Meisterstücke von dauerndem Wert gelten. Und erst jetzt stellt das riesige Hauptwerk des großen Denkers ,v Wandlungen d’Alberts Librettist In der gesamten deutschen Presse .wird jetzt des Tages gedacht, an dem Eugen d’Albert seinen siebzigsten Geburtstag hätte begehen können. Es werden dabei nicht nur der Verdienste des großen Klaviervirtuosen und Beethoven-Interpreten, des Meisterschülers von Franz Liszt gedacht, es wird natürlicli auch an die Opern d’Alberts erinnert, die zum ständigen Repertoire der deutschen Opembülinen gehören. So hatte auch die Städtische Oper in Charlottenburg am vergangenen Sonntag in pietätvollem Gedenken des Geburtstages eine Aufführung von „Tiefland“ veranstaltet. Vielleicht ist es uns gestattet, hir.zuziifügen, daß das Libretto dieser Oper, die wohl mit die größten Aufführuitgsziffern äufweist, von dem jüdischen Schriftsteller Rudolf L o t h a r stammt, übrigens einem Vetter des gefeierten Schauspielers Adolf von Sonnenthal, der vor genau 25 Jahren gestorben ist. Roskio( der Fünfzigjährige Der Dirigent der Synagoge Levetzowstraße, Janot 5. Roskin, begeht am "17. April seinen 50. Geburtstag. Vor seinem Wirken an der Svnagogc Levetzowstraße leitete' Roskin von 19 IS bis 192$ den Chor der Synagoge Passauer Straße, von 1929 bis 1933 den Chor der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße, nachdem er bereits 1912 als Chordirigent der Synagoge Pestalozzistraße für die Gemeinde tätig war. Die Berliner Gemeinde ist Roskin für seine gewissenhafte und aufopfernde Arbeit dankbar, aber die Bedeutung Janot S. Roskins geht weit über den Kreis seiner Tätigkeit als Cliordirigent hinaus. Mit 19 Jahren kam der Student der Rigaer Musik- Akademie nach Berlin, um fünf Jahre lang Klavierspiel und Kompositionslehre zu studieren. Dann wirkte er als Musiklehrer in Berlin, wo er sich verheiratete,, bis er 1911 das Halenseer Konservatorium der Musik eröffnete, dessen Direktor er bis 1918 blieb. Nachdem er von 1916 bis 1923 die Mannerchöre der Polizeiheamteii Wilmersdorf, Schöneberg und Charlottenburg geleitet hatte, wurde Roskin 1926 zum Dirigenten des Chors des Schutzpolizei E. V.-berufen, den er bis 1929 leitete. Danach begründete er seinen eigenen Chor, den Roskin'scben Gemischten Chor, der mit vielen Konzerten, besonder» auch im letzten Winter; den Beifall von Publikum und Presse fand. Aber .Roskin's Name ist in der ganzen Welt, in Amerika ebenso wie in Europa, durch seine Sammlungen jüdischer Volksmusik bekannt geworden. Schon als Kind sang er in den Synagogencliöreit von Dünaburg und Riga zusammen mit Josef Schwarz und Hermann Jadlowker. Die Freundschaft zu Josef Schwarz bewahrte sich Roskin bis zum Tod' des großen Sängers, und Besuche in Riga bringen Roskin immer wieder mit Jadlowker zusammen. Damals zog Roskin als Synagogensänger durch viele jüdische Gemeinden Rußlands, hörte und lernte viele jüdische Volksweisen, die zum Teil nie aufgeschrieben waren. Der Knabe merkte die Lieder und zeichnete sie auf, und der erwachsene Musiker sammelte sie später und gab sie seit 1916 heraus, um das wertvolle teils unbekannte, teils fast vergessene jüdische Musikgut zu erhalten. Er veröffentlichte aber auch eigene Kompositionen. Die emsige Arbeit, die Roskin der jüdischen Musik widmete, ist es wert, daß dem jüdischen Musiker, der heute auf der Höhe seines Wirkens steht, zu seinem 50. Geburtstag wärmster Dank ausgesprochen wird, verbunden mit dem Wunsch und der Hoffnung, Roskins Schaffen im Interesse der jüdischen Alusik nocit lange währen zu sehen. Heinrich Stern über Aufbauarbeit Vorträge in Köln und Dortmund Köln. Im Rahmen des „Jüdischen LeHrhauses“, an dessen Leitung neben Gemeinderabbiner Dr. Kober als 1. Vorsitzender das Vorstandsmitglied unserer Ortsgruppe, Lehrer Leo G r ü n e b a tt m , besonders beteiligt ist, kamen ini vergangenen Winterhalbjahr die verschiedensten Richtungen des deutschen Judentums zum Wort. Innerhalb dieser Vorträgsauci, (jer Vorsitzende unserer Vereinigung, It Heinrich S te rn - Berlin, in der Synagoge Roon- Rechtsanw; Straße. Die Bedeutung Sterns als Führerpersönlichkeit, die über . die eigene Partei hinaus Ansehen genießt, kam schon dadurch zum Ausdruck, daß unsere Ortsgruppe mit C.V. und R.j.F. gemeinsam zu dieser Veranstaltung einladen konnte. In seinen Ausführungen „Vorit Wiederaufbau des deutschen Judentums“ klang die heiße Liebe der deutschen Juden zu Heimat, Vaterland und Volk durch. Er zeigte die seelischen, ideellen und materiellen Gründe, die den größten Teil der deutschen Juden an das Land fesseln, das die Gräber der voraufgegangenen Generationen berge. Die wirtschaftliche Umstellung, die> Bereitschaft, auf bescheidener Grundlage sein Lebenswerk hier zu finden, sei kein Unglück und bedeute noch' keinen Verlust, ‘ wenn die seelische Haltung, das geistige Niveau gewahrt und durch Festhalten an der religiösen Lebensgestaltung innerlich gefestigt und gehoben werde. Die Schlichtheit der Väter, ihr -unverbrüchlicher Glaube an die Kraft des Judentums für eine bessere Zukunft, müssen wir uns erwerben, indem wir uns zu den Quellen unserer Religion wenden, zur Beschäftigung mit der Bibel und dem jüdischen Schrifttum. Der Vortrag hinterließ tiefen Eindruck. Die Ausführungen zeigten, daß auch heute religiöses Judentum innerhalb deütschjüdischer Seelenhaltuiig etwas Lebendiges und Gestaltendes bedeutet. Warm, jüdisch, heimatverbunden: das waren die Urteile des Publikums. Der Abend, dem ein geselliges Zusammensein der Führer unserer Ortsgruppe mit dem Redner im gastfreien Hause unseres Gemeindevorsitzenden, Konsul Alb. Bendix, vor gegangen war, kann K'-*•— - liberalen Judentums ii Dortmund. Auf Veranlassung der V ereinigung für das religiösliberale Judentum, Ortsgruppe Dortmund, sprach in der Svnagoge vor einer vielhuudertköpfigen Zuhörerschaft Rechtsanwalt Heinrich Stern, Berlin, über „Aufbauarbeit in der Gemeinde“: „Grundlage allen Aufbauwillens ist unsere Verbundenheit mit der deutschen Heimat. Der größte Teil der deutschen Judenheit. muß in der . Heimat bleiben und hier die Grundlage zu.neuem Leben schäften.“ Alit Nachdruck betonte er die Vaterlandsliebe des deutschen Juden, die er im Laufe des letzten Jahrhunderts bewiesen habe; und seine Zugehörigkeit zu Deutschland. Wir weisen es zurück, daß die Ursachen des Zeitgeschehens in den Fehlern von Vätern und Urvätern zu suchen wären; das vielgeschmähte Zeitalter der Emanzipation war nicht, unfrucht: bar, sondern leistete Aufbauarbeit in jüdischer Wissenschaft und sozialer Gestaltung des deutschen Judentums. . . r>—i-i—i führte der Vorsitzende der religiös- 5, gilt es von vorn attzufangen. tag geistig oder —. Wir .müssen zurück zu den Werkberufei . Den stärksten Rückhalt, Stärkung des _ . .. e n G e 1 e...-.. Lebenswillens und der Lebensfreude muß der Anschluß a.. Gemeinde bieten, das geistige und seelische Gegengewicht durch die Ausfüllung riiit innerlichen Werten jüdischer Substanz gefunden werden. Religion mit ihren tiefen seelischen Werten erfülle wieder jüdische Herzen. — Orgelvorträge umrahmten die eindrucksvolle Veranstaltung. Gemeindegeld in Breslau Breslau. Vor Beginn des neuert Rechnungsjahres hatte sich die Gemeindevertretung zur Verabschiedung des Gemeindehaushalts zusammengefunden. Gemeindevorsteher Dr. Alfred Wolff, der den Etat namens des Vorstandes einbrachte, wies in ausführlichen Darlegungen die Gesichtspunkte auf, die bei der Aufstellung des Gemeindehaushalts für- 1934 ausschlaggebend gewesen seien, und betonte, daß der vorberatende Ausschuß sich in allen Differenzpunkten, in der Dotierung des Wohlfahrtswesens und der Erhaltung der Synagogenchöre, in. positivem Sjnne geeinigt habe. Ungedeckte Etats dürfe es nicht mehr geben, und daher müßten allseitig Opfer gebracht werden. Der Etat müsse alle Aufgaben der Gemeinde erfüllen, er sei nicht unbelastet aus der Vergangenheit, in der bei den Stiftungsmitteln eine Anleihe von beinahe 300 000 RAI. gemacht worden sei.! Vom Gesichtspunkte des Sparens allein könne er nicht aufgestellt werden, da der Aufgabenkreis der Gemeinde durch Unterstützung der Profanschulen von SOOÜ.auf 30 000 RAI. und Fundierung der Beratungsstelle, die von freiwilligen Gaben allein nicht leben könne, gewachsen sei. Oberstes Prinzip sei die Erhaltung der Gemeinde. Die Verwaltung der Gemeinde zu modernisieren, müsse unverzüglich in Angriff genommen werden. Der Etat balanciere in Einnahme und Ausgabe mit 643 000 RM., von denen 628 000 RA1. durch Steuern gedeckt werden müssen, und zwar durch 250/0 Zuschlag zur Reichseinkommensteuer von 1933 (voraussichtlich 550 000 RAI.), durch 45o» Zuschlag zur Reichsvermögenssteuer 1933 (voraussichtliches Aufkommen 45 000 RAI.) und durch Erhebung eines von 6—60 RM. je Familie gestaffelten Gemeindegeldes (nach dem Muster von Frankfurt a. Al. und Leipzig), das auf rund 33 000 RAI. geschätzt werde. Nach kurzer Durcltsprechung der einzelnen Etatstitel, bei der im besonderen Gemeindevertreter Lachs (lib.) eine Begründung für die Einzelpositionen gab, gelangten der Etat und seine Deckungsvorlage einstimmig zur Annahme. Hamburg. Der Israelitische Tempel verband hat in der letzten Sitzung des Venvältungsausschusses die Vorstandswahlen vorgenommen. Zum 1. Vorsitzenden würde Daniel Münden und zum 2. Vorsitzenden Raphael B a c h a - rach ernannt. Neu in den Vorstand gewählt wurde Martin Engel. Außerdem wurden die Herren John Hausmann, Jaoob Landauer, Julius Levy und Prof. Dr. Felix Rosenthal in den Verwaltungsaüsschuß gewählt.