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Jüdische Presse · 1927-12-16 · 46 (16.12.1927) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
46 (16.12.1927)
Date
1927-12-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 46 JÜDISCHE PRESSE Seite 285 Bestialische Taten von Studenten in Rumänien. Synagogen verwüstet und beschmutzt, hunderte Geschäfte zerstört und ausgeplündert, Menschenleben vernichtet. — Die rumänische Regierung gibt ihrer Trauer Ausdruck und verspricht Wiedergutmachung. Furchtbares Unglück ist über die Juden in Rumänien hereingebrochen. Erschütternd und lierzerrcißend sind die Berichte, die a!1 uns gesandt wurden. Wir bringen sie nur auszugsweise. Es gehört zur eigenartigen Tragik ׳des jiidisehen Volkes, daß, während in Bukarest der Präsident der Zionistischen Organisation, Dr. Weizmann, die judenfreund־ liehen Erklärungen der leitenden rumänischen Staatsmänner entgegennahm, die rumänische Studentenschaft einen grausamen Kommentar zu diesen Erklärungen lieferte. Diese ״Intelligenzschicht“ Rumäniens hat über Nacht blühende jüdische Gemeinden, alte Kulturstätten in Neurumänien in Trümmerhaufen verwandelt. Synagogen demoliert, Thorarollen zerrissen und in pöbelhafter Weise beschmutzt. Die rumänische Regierung trifft nun, wie' die letzten Berichte lauten, energische Maßnahmen, um die Uebeltätcr zu bestrafen. Es wurde im Ministerrat vom 13. Dezember beschlossen, den Präfekten des Komitats 1Biliar sowie die Polizeipräsidenten von Großwardein und Klausenburg ihrer Stellung zu entheben, weil sie während der Studentenunruhen ihre Pflicht nicht erfüllt hätten. Wenn die Maßnahmen der Regierung auch geeignet sind, den Proteststurm aller zivilisierten Menschen in der Welt zu beschwichtigen, wenn sie auch erreichen können, daß der Völkerbund nicht einschreitet, so können sie für uns Juden noch nicht genügen. Solche Eruptionen sind untrügliche .Zeichen für jeden denkeuden Menschen, wie tief weite Volksschichten, und bedauerlicherweise gerade die Intelligenzler, von der Seuche des Antisemitismus ergriffen sind. Polizeimaßnahmen werden nie genügen, um diesen profunden Haß zu bändigen. Es müßte überprüft werden, ob . . . Allein es ist heute noch nicht die Zeit, Untersuchungen über •unser Verhältnis zu unserer Umgebung anzustellen. Wir sind zurzeit noch viel zu tief von dem Schmerz erfüllt, den wir über das •Schicksal unserer Brüder und Schwestern, ob der Schändung ■unserer Synagogen und Heiligtümer in Rumänien empfinden. Erst nachdem die rumänische Regierung den Beweis erbracht hat, daß sie Herrin der Situation ist, erst nachdem •die rumänische Regierung Satisfaktion und Schadenersatz geleistet hat — die diesbezüglichen Regierungserklärungen lauten vielverheißend —, kann die zur Anstellung von Untcrsuclmngen nötige Ruhe in unseren Reihen eintreten. Wir bringen •die traurigen Nachrichten auf Grund der Telegramme der Jüdischen Telegraphenagentur. 'Von Sonntag bis־ Montag, den 4. und 5. Dezember wütete ein grausamer Pogrom in vielen Städten 1Neu- und Altrumäniens. Allmählich kommt die Wahrheit über •die Vorgänge lin Großwardein, Klausenburg und ln anderen Städten, wo die Teilnehmer am rumänischen Studentenkongreß wie die Wilden hausten, ans Licht. Die!Bukarester Zeitungen beginnen mit der Wiedergabe von Einzelheiten, die grauenerregend sind. Das heute erschienene offizielle Kommuniquee gibt zu, daß in Großwardein und Klausenburg schwere Sachschaden zu verzeichnen sind, daß hunderte Geschäfte und Privatwohnungen zerstört und geplündert worden sind. Es wird angekündigt, daß der Schaden ׳vergütet werden wird und •daß schon heute die Stadtbehörden der erwähnten heinigesuchten Städte mit den Steuerbehörden und den Banken ,wegen eines Moratoriums für die geplünderten -Kaufleute verhandeln. Das Kommuniquee spricht auch von zerstörten Synagogen, die auf Kosten der Regierung wieder hergestellt werden würden. •Ein Kommuniquee vom 8. XI1׳. besagt: Eine Militärkolonne umzingelte heute den Bahnhof von Bukarest und nahm die mit einem Sonderzug aus Großwardein zurückgekehrten Studenten in Empfang. Die Studenten wurden in die Kaserne gebracht und dort interniert. Es wurde eine Untersuchung angestellt, woraufhin 24 Studenten, die sich als die Rädelsführer herausstelltcn, ־für verhaftet erklärt wurden. 16 von ihnen werden vor ein Kriegsgericht gestellt ׳werden. Das rigorose Vorgehen der Behörden wird in der Bukarester Oeffentlichkeit auf den tiefen Eindruck, den die Rede Dr. iFildermanns im Parlament hervorgerufen hat, zuriickgcfiihrt. Dr. Flldennanns Rede im Parlament. In seiner fulminanten Rede am 9. Dezember im Parlament führte der ׳Präsident der ׳Union raimänischer Juden, Abgeordneter Dr. Fildermann, ungefähr aus: Schon •im November begannen die Ausschreitungen der Studenten an ׳den verschiedenen Universitäten und dauerten den ganzen Monat hindurch an, ohne •daß eine Untersuchung eingeleitet worden ist. Keiner der Angreifer wurde bestraft, keine wirksame Maßnahme wurde getroffen. Die Angreifer wurden nicht gestört. Bevor es zum Kongreß kam, unterbreitete ich dem •Innenminister ein Memorandum mit der Bitte, die notwendigen Vorbeugungsmaßnahmen zu treffen. Nichts wurde getan. Als cs auf dem Wege nach Großwardein zu schweren Ruhestörungen kam, verständigte ich davon den •Innenminister, der eine :Untersuchung einzuleiten versprach. Es blieb bei dem Versprechen: die Ruhestörer konnten •ungehindert den Weg nach Großwardein fortsetzen und zu größeren Taten rüsten. Der Mut der Ruhestörer wuchs, und so kam es zu Taten, die alles, was sich an den Universitäten in den letzten Jahren ereignet •hat, in den Schatten stellen. Die Studenten befaßten sich ׳auf dem!Kongreß!mit ׳den!Fragen des Numerus clausus, •der jüdischen Leichen und •der Studentenheime. Aber auch über Angriffe •auf Juden wurde beraten, das heißt es wurde zur Störung der öffentlichen Ordnung aufgerufen, da doch die Juden zur sozialen Ordnung gehören. Die Regierung gestattet also •den Studenten, anarchistische!Ziele zu ver-!folgen'. Dr. Fildermann schloß seine Rede ׳mit der Frage, welche Maßnahmen •gegen ׳die Ruhestörer sowie gegen die Beamten, die diese Ruhestörungen duldeten, ergriffen worden sind. Er fragte weiter, ob die Regierung •die Schäden gutmachen •werde. -Dr. Fildermann fragte schließlich, welche Maßnahmen die Regierung gegen ■den Bezirkspräfekten Logontiu des Bezirkes Bihor zu ergreifen gedenke, der erklärte, daß der Studentenkongreß sowohl den ״Fremden“ im Ausland wie •denen im ׳Inland eine Lehre geben werde. Innenminister Duca antwortete Dr. Fildermann, er w.uudcre sich über ׳die Behauptung, daß die Regierung die antisemitische Bewegung' urfterstiitze. ׳Dr. Fildermann :kenne ija die Gefühle der Regierung gegenüber •den Minoritäten und besonders gegenüber den Juden. Die Regierung begreife, daß die Studentenschaft von nationalen Gefühlen erfüllt sei, aber sie gestatte nicht, daß diese in barbarischer Weise zum Ausdruck gebracht werden. Dr. Fildermann verlas daraufhin Telegramme aus verschiedenen Orten, in denen Ruhestörungen vorgekommen sind. Er glaube, sagte er, , an die Aufrichtigkeit des Ministers, aber seine Befehle werden nicht respektiert. Die Budapester Meldungen. Die Budapester ,׳Zeitungen bringen schreckliche Einzelheiten über •die .!Pogrome ׳in Großwardein und Klausenbürg. Die Studenten zogen in!Gruppen •von 50 ,bis 100 durch die Straßen. W|er ihnen in die Hände fiel und sich nicht ׳als Rumäne und Christ ausweisen konnte, wurde grausam mißhandelt. Die tobende Menge •$lrang darauf in die Groß- בשר irnrnm KUNEROL Verbürgt reines Fett aus Kokos• nässen. Die Kokosnüsse werden bei der Kunerolwerke A. G.,W1en• Atzgersdorf, gepreßt und die En* zeugung steht bis zur Verpackung des fertigen Fettes unter strengster Aufsicht des Herrn Bezirksrab* biners S. Ehrenfeld zuMattersburg. Kunerol kann daher von jedem Streng« gläubigen ohne Bedenken zur Zuberei« tung der Speisen verwendet werden. wardeiner Synagogen ein, •die vollständig •vernichtet und in abscheulicher Weise beschmutzt wurden. Die Thorarollen und Gebetbücher wurden auf die Straßen verstreut, während die Silberaufsätze der Thorarollen und die sonstigen Wertstücke mitgenommen wurden. Alle Geschäfte von Großwardein sind verwüstet, die ■Warenvorräte vernichtet, so daß in der Stadt •der Geschäftsverkehr auch heute noch lahmliegt.!Nachmittags traf der Zug mit den Studenten in Klausenburg ein. Ein am Bahnhof a1rfges׳te׳llter Militär- und Polizeikordon wurde durchbrochen. In der Stadt wiederholten sich die Szenen von Großwardein. Die Geschäfte wurden verwüstet. Die jüdischen Passanten wurden ׳blutiggeschlagen. Auf •der Lokomotive hißten die Studeuten als Fahne einen in Großwardein geraubten jüdischen Gebetsmantel (Talliß). Vor •dem großen jüdischen Tempel versammelten sich die Studenten und begannen auf ein Signal hin den Sturm.!Im Nu waren alle!Fensterscheiben eingeschlagen. Das Tor wurde erbrochen und das!Innere des Tempels verwüstet. Die Studenten bemächtigten sich der Thorarollen, brachten sie auf den Platz vor dem Tempel und verbrannten sie. Silberzeug, Leuchter und Thorabehänge ,wurden!gestohlen. ,Hierauf ging es gegen die Speisesäle und Kaffeehäuser, dann gegen andere!Geschäfte,, deren Firmentafeln auf ungarische oder ׳jüdische Eigentiimer schließen ließen. Zu׳m Schluß wandten sich ■die Studenten gegen zwei kleinere 1Synagogen, die •verwüstet wurden. Die •Ausschreitungen hatten ununterbrochen •drei Stunden!gedauert. Sie waren von langer Hand ׳vorbereitet,, denn wenige Stunden vorher waren alle (Häuser, in denen Juden oder Ungarn wohnen, mit einem weißen •Kreuze gekennzeichnet worden. Die Zahl •der Verletzten •ist sehr groß, aber noch nicht genau bekannt. Der ,Sachschaden in Klausenburg ,wird •au’f über 100 Millionen Lei geschätzt.. Proteste in Kammer und Senat. Die rumänische Kammer beschäftigte sich gestern abends ausschließlich mit •den Studentenunruhen. Der Präsident •der Union rumänischer Juden lAbg. Dr. Filde rmann •hielt eine Anklagerede und beschuldigte die Behörden, ׳daß sie :keinerlei!vorbeugende Maßnahmen getroffen haben. In bewegten Worten schilderte er die von den Studenten begangenen ,Untaten. .Der Sprecher der Nationalen!Bauernpartei Madgearu!beschuldigte die Regierung, •die Studentenunruhen begünstigt zu •haben, um dadurch eine Entspannung der ׳inner׳poIi׳tischen Lage herbeizuführen. Innenminister Duca brandmarkte in seiner Er- Rabbiner Salamon Spitzer s. A.!Montag, •den2 ׳. T׳a׳g Ghanukah wird es 34 Jahre sein, daß der unvergeßliche Begründer ׳der Adas Jisroel •(Schiffschul), Rabbi Sala- ■ mon Spitzer זצ״ל im Alter von 69 Jahren ’ der Orthodoxie entrissen wurde. W!ir bringen diesmal den Nachruf •zum Abdruck, den seinerzeit der Wiiener Oberrabbiner Dr, M. Güdemann s. A. in Blochs Wochenschrift veröffentlicht hat. Die Entwicklung der letzten 34 Jahre!hat es gezeigt, daß die von Oberrabbiner Dr. Güdemann entworfene Charakteristik der Persönlichkeit und Wirksamkeit von Rabbi Salomo Spitzer, nicht in allen Punkten zutrifft, sie ׳bleibt dessenungeachtet ein überaus interessantes menschliches Dokument. Mit dem am vergangenen!Montag verstorbenen׳ Rabbiner Spitzer ist ein. Maun aus unserer Mitte geschieden, der mit der Geschichte unserer Gemeinde während der letzten vier Jahrzehnt(? mannigfach verwachsen war, der auch bis zu •seinem Tode von einer großen Anzahl von Mitgliedern derselben als deren Lehrer lind Führer betrachtet und verehrt wurde, dessen! Bedeutung und Verdienst jedoch den meisten, besonders der ׳jüngeren Generation, kauin bekannt ist. Leider bin ich durch Krankheit verhindert gewesen, den! einstigen Kollegen an dessen 'Bahre einen Nachruf zu widmen, aber ich kann es mir nicht versagen, ihm wenigstens ׳auf diesem Wege ein Lebewohl!nachzurufen.!Rabbiner Spitzer gehörte dem hiesigen Rabbinate bereits an, als Rabbiner Horwitz den Vorsitz in demselben führte. Auch nachdem der letztere-mir übertragen wurde, war er noch vier Jahre hindurch Mitglied des Rabbinats und bewährte sich als ejn ebenso pflichteifriger wie er- «ebener Kollege, bis er •durch einzelne Abänderungen in dem Kultus der ׳beiden Gemeindebethäuser irn Jahre 1872 sich bewogen fühlte, aus dem Rabbinate geräuschvoller, als er es vielleicht nach später gewonnenen Erfahrungen getan haben würde, auszuscheiden. Die. näheren! Umstände dieses Austrittes bleiben billig der Beurteilung eines künftigen, unbeteiligten und objektiven Geschichtsschreibers überlassen. Seitdem beschränkte er sich auf seine Tätigkeit als •Rabbiner!in dem Bethause in der Großen Schiffgasse. Rabbiner Spitzer gehörte einer streng religiösen Richtung an :und hat dieselbe mit ebensoviel Gelehrsamkeit, Mut und Ueberzeugungstreue, wie mit Klugheit und gereiftem Urteil vertreten. Dadurch ist es •ihm gelungen* die vereinzelten Anhänger dieser Richtung zu einer zusammen- :hängenden Schar!um sich zu vereinigen, deren Opfer- Willigkeit nicht bloß ein ansehnliches Bethaus, sondern auch ein großartiges!Bethamidrasch geschaffen hat und erhält. Eine große Gemeinde kann unmöglich wie ein Armeekorps ■in allen Teilen die gleiche Uniform tragen. Aber gleichwohl soll trotz der Verschiedenheit der :Richtungen: der Sinn für das Ganze, das Verständnis für die Bedeutung der Einheit und Einigkeit in allen Teilen erhalten bleiben. Nach dieser Richtung hat sich Rabbiner Spitzer ein hohes Verdienst um unsere Gemeinde erworben. Er hat auch nach seinem Austritt •aus dem Rabbinat niemals separatistische Strömungen geschürt, ja er •hat ihnen, selbst wenn sie sich an ihn übereifrig herandrängten, mit dem Aufgebot seines Einflusses ׳und seiner Klugheit kräftig Widerstand geleistet. Dadurch wurde das widerwärtige Schauspiel der gegenseitigen Befehdung ■der verschiedenen Gemeindegruppen und!das noch widerwärtigere ihrer Gleich- Gültigkeit der Gemeinde erspart und ist deren Einheit erhalten geblieben. Man muß auch dem Verstorbenen das Verdienst zuerkennen, daß er •die Würde des Rabbiners aus dem niedrigen Niveau, auf welchem sich dieselbe früher befand, emporzuheben nicht ohne Erfolg bestrebt war. Er wußte seinem Worte und seiner Person •durch seine Uneigenniitzigkeit und seine Besonnenheit •und Energie Ansehen und Geltung zu verschaffen, was innerhalb einer vereinzelten Gemeindegruppe oft noch schwieriger ist, als innerhalb der, Gesamtheit, da die Neigung, die ״Richter zu richten“, dort noch stärker als hier vorwaltet. Aber Rabbiner Spitzer ließ sich nicht irremaohen. Er hat!das Rabbinat jederzeit als Mittelpunkt des •religiösen Gemeindelebens anerkannt und hat sich niemals ׳dazu verleiten lassen, den ״Gegenpapst“ •zu spielen. Dafür hat er die Würde des Rabbiners viel zu hoch angeschlagen. Einem Rabbiner nachzusagen, daß er fromm w.ar, ist eine Beleidigung. Er hat es verstanden, an einem bestimmten Punkte des Gemeändelebens, das ja in allen Teilen zusammenhängt, eine erfolg- und segensreiche Tätigkeit zu entfalten, die allen zugute!kommt und die ihn bei ■allen •in gesegnetem Andenken erhalten wird. ■; Oberrabbiner Dr. M. Güdemann. Chanukahfest und Licht. Von Dr. Josef Löwy. ,Wer sich etwas eingehender mit der ,Bedeutung und dein historischen Charakter der beiden nachbiblischen Feste, des Ghanukah- und Purimfestes, befaßt, dem kann es nicht entgehen, daß bei dem Chanukahfeste die religiöse Bedeutung vor der nationalen in den Vordergrund treten mußte. Sind doch die beiden Makkabä erblich er, welche uns so getreu *•den geschichtlichen Inhalt jener Zeit wieder- geben, nicht in den biblischen Kanon aufgenommen worden, ein Schicksal, dem die Rolle Esther knapp entgangen ist. Die Verlesung der Rolle Esther bildet den •Mittelpunkt der Feier des Purimfestes; durch diesen religiösen Akt soll jedermann genaue Kenntnis der geschichtlichen Ereignisse erlangen, welche das Purimfest zu einem Volksfest für ganz Israel gemacht haben, und die geringsten Einzelheiten aus der Mcgillah sind selbst den Kindern geläufig. Drängt sich nicht der Gedanke auf, daß es eigentlich zu bedauern ist, wenn am Tempel weihefeste die Vorlesung der Begebenheiten aus den Büchern der Makkabäer unterbleiben muß und so der historische Charakter dieses Festes ver-. wischt wird? Und tatsächlich hat das Weihefest durch die feier« liehe Zeremonie des Anzündens von Lichtern, ein Gebot,, dessen Wichtigkeit und Bedeutung der Talmud nicht genug hervorheben kann, einen weihevoll religiösen Anschein erhalten. Diese Hauptfeier, das Lichtanzünden, sowie die achttägige ,Dauer des Festes wird begründet durch das Wunder, daß der Inhalt des kleinen Oelfläschchens, welches.

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