Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 12 (25.3.1927)
- Date
- 1927-03-25
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE PRESSE jfjr. 12 Sejfcgi prompt iindl»! lügst WIEN, I., JUDENGASSE 11 Komme i n s H a u s Herren- und .DamenkJet,der־ScKnelirepafatüranstalt und pfpiHpt u n dbl lügst samtmenschhelt.hiiitfjefjreji. Jn jedes Land, f!1 jede Stadt. Wir besitzen nichts. anderes als die Thora, die Thora und die "Ehrung der Vorfahren. Wenn wir nur ein Jota von der Thora und von der Achtung der •Ettern nachlassen/dann schwankt' das ganze• Gebäude, darin fällt die Festung zusatnirien, die Generationen verschwinden und es bleibt nichts zurück. Mit T.räneh in den Augen hörte ich den heiligen Mann zu Ende und mit unsagbarer Rührung stand ich auf, um von ihm Abschied zu nehmen . . .“ Nachrichten. m Am Donnerstag, den 27. Adar II. abends, anschließend nach יו״ביק wird im ßetliause der Adas Jisroel (Schiffschul), II., Große Schiffgasse 8, für die im abgelaufenen Jahre heimgegangeneu נתלים ו״י״ע von Sr. Ehrwürden i Herrn Oberrabbiner Fürst ein הספד abgehalten. יףב״ק j um 5.45 Uhr. j Chinuch Sefer Thora. Die Herren Gebrüder Fcigclj stock in Wien haben eine Sefer Thora für die Schiffschul J gewidmet. Die feierliche Ueberfiihrung der Sefer Thora ן vom'Lokale der Jugendgruppe, II., Floßgasse 1, in die .•Schiffschul findet Freitag, den 21. Weadar statt. Die XIII. ordeutliche Generalversammlung der ״Einj heit“, Verein zur Errichtung und Erhaltung von Volksspcisehallen und Mittelstandsküchen, Wien, II., Malzgasse 12, findet am Sonntag, den 27. crt., halb 10 Uhr vor- ־mittags, im ersten Stock der Vereiuslokalitäten, Mittelstandssaal, statt. Generalversammlung des Bethausvereines Marpe Lanefesch. Am Sabbatausgang 0' פקודי fand im Eestauraut Nagel die diesjährige Generalversammlung des Vereines Marpe Lanefesch unter starker Beteiligung statt. Zur festgesetzten Stunde eröffnete der Obmann Herr Phjlipp F1 e i s c 11 m a 11 n die Versammlung. Er begrüßte iiit herzlichen Worten die erschienenen Gäste und Vertreter, für die Kultusgemeinde. Herrn Bauminger, für die Adas Jisroel '.Herrn Stern, für Machsikc Hadaß Herrn j März u. a. Herr Wesel erstattete den Bericht. Derselbe hob j hervor, daß der Besuch des Bethauses sowie die Teilnahme | van den regelmäßigen täglichen Thoravorträgen und die I Sabbatschiurim stets zimehmen. Doch die allgemeine wirt- •schaftliche Notlage macht sich auch im Haushalte des Voreines fühlbar, so daß derselbe zu seinem Bedauern nicht •in der Lage, ist, die Angestellten des Vereines in einer auch nur ..halbwegs entsprechenden Art zu entlohnen. Der •greise Rabbiner, der um die Gründung und Entwicklung -des ,Vereines so, unendlich ׳sich verdient gemacht hat,, ist .-durch Krankheit verhindert, in der bisherigen ׳Weise alle die angestrengte Arbeit zu ,leisten, weshalb der Vorstand sich veranlaßt sah,, den Söhn des Rabbiners, Herrn Rab- . .biner David Friedmann, als Vertreter zu bestellen, ohne ihm eine Bezahlung bieten ■zu können. Der Verein hat ein ”Gesuch an den Kultusvorstand um eine angemessene Subvention gerichtet. Er ersucht die Generalversammlung, den Bericht wie den Kassaausweis genau zu prüfen und das Urteil darüber abzugeben, ln der anschließenden Debatte wird, allgemein dem Vorstande . die Anerkennung ausge- :sprochen,' und der Eifer gerühmt,, mit dem sich die einzehren Herren dem öffentlichen Dienste widmen. Herr Bauminger bringt die Grüße und den Dank der Kultusgemeinde und verspricht mit Entschiedenheit für die aus-, ״giebige Subventionierung des Vereines eiinzütreten. Der iKultusvorstand .muß die Pflicht, die orthodoxen Bethäuser zu fördern, anerkennen. Herr Stern bringt die Grüße der Adas Jisroel,. welche mit besonderer Anerkennung die Tätigkeit des nach gleichem Ziele strebenden und von gleichem Geiste beseelten Vereines beobachtet.!Er wünscht der Marpe Lanefesch das beste Gedeihen. Herr Dr. Reini- - ger dankt Herrn Bauminger für die . zuge.sagte Unter-, Stützung. Er meint, es wäre Zeit, daß die glaubenstreüe Judenschaft mit weniger Bescheidenheit und mehr Energie auf ihrem Rechte bestellen würde, aus den Mitteln der Kultusgemeinde die erforderliche Förderung zu erfahren. - Nur die Körperschaften, die strenge Religiosität ■■ Und Thöfästudium fördern, erhalten das JtfäeJrtum und sichern den Bestand der Gemeinde, und die Gemeinde hat . im eigenen Interesse Und im Interesse• dei 'Gesamtjiidenturaes die! ]Pflicht, diese lii.sHfütioneirund nur diese Institutionen zu erhalten. Hierauf wird :dem Vorstände das Absolutoriuxn erteilt und der Bericht genehmigt. Danach wird der Antrag, Herrn Rabbiner David Friedmann als Vertreter seines Vaters zu bestellen, von der Generalversammlung unter großem Beifall einstimmig angenommen. Eine Deputation des Vorstandes wird beauftragt, sowohl den Vater, als auch den Sohn hievon zu verständigen. Bevor man zur Wahl schreitet, teilt der Vorsitzende mit, daß Herr Pappen-' heim mit, Rücksicht auf seine Ueberbiirdnng eine neuerliche Wahl nicht anziinclimcn in der Lage ist. Die Geueralvcr- Sammlung nimrnt dick mit ''Bedauern zur Kenntnis, spricht Herrn Pappenhcirn für seine Tätigkeit den Dank aus und ersucht ihn, •dem Vereine weiter sein Wohlwollen zu bewahren. Eine Deputation •hat Herrn׳ Pappenhcirn diesen Beschluß zur Kenntnis 741, bringen. Sodann wird zur Wahl geschritten. Gewählt werden: Philipp Fleischmann, Obann: I. Kischitz, Schriftführer: Mayer Augapfel, ׳Kassier: Vorsteher: J. Fficdrnann, Julius‘Fellner, Max Gansl, Jakob Gelles, A, Gottlieb, Pinkas Grünhut, Moritz Leitner, Moritz Nagel, Di־. Isidor Reiniger, E. Rosen heck, F. Schaf fa, Josef: Schiffeidrim, H. Schräge, Bernhard Verkauf. Gustav Wesel. Revisoren: Nandor Nagel, Moses Schräge. . ' * Am Ausgange des Sabbät Schusclian Purim versammelten sich die Mitglieder des Marpe Lanefesch zu einer fröhlichen Miiavehdemalkoh, zu weicher Herr Fellner als ncugewähltcs Vorstandsmitglied die!Mittel beigestellt hatte, im großen Saale des Restaurants Nagel. Herr Rabbiner Tauber, Herr Daniel u. a. sprachen schöne Diwrc Thora; andere Herren hielten, dem Tage und Ort angepaßle launige Vorträge in gebundener und ungebundener Rede: in froher Stimmung und bei Gesang blieb die angeregte Gesellschaft bis nach Mitternacht zusammen. Zum Schlüsse wurde das Benschen verkauft und brachte ungefähr S 500 zum Besten der Pcssachbeteilung des Vereines. J. Die Puriinfeicr der Agudas-,Jisroel-,lugendgruppe. Vor vollbesetztem Hause fand מוצש״ק •den 19. cL :im großen Festsaalc des Hotel ״Post“ die diesjährige Purim- Veranstaltung der Wiener Agudas-Jisroel-Jugendgruppe statt. Es war ein recht vergnüglicher Abend, dessen ׳buntes, abwcchlungsreiches Programm das Publikum einige Stunden in •heiterster Laune verbringen ließ. Die witzig-unterhaltende Art der Conference des!Herrn David ׳Baron sorgte sogleich für die richtige Stimmung. Den Reigen der überaus gelungenen Darbietungen eröffnete Herr Josef Kessler mit •dem heiteren Liede ״Der Schadchen“, das stürmisch akklamiert wurde, ebenso wie die .Gesangsvorträge des!Herrn Armin Braun, der hier zum ersten ׳Male vor eine größere Oeffentlichlceit trat. Herr Oberkailtor Mandl vom!Bethausvereim ״Montefiorc“ bewies mit viel!Können, daß er im!Reiche der ■jüdischen Voiksmelodie ebenso .zu Hainse ist wie in der •klassischen Opemliteratur. AU •diese ■Gesangsvorträge wurden׳ von Herrn!Erich •Häl pe rn in musterhafter :Weise :begleitet. Eine Pantomime, die ״Lustigen Vagabunden“, von den Herren!Emil Adler und Leo Wikler .dargestellt, fand lebhaften Anklang. Einen Wiener ״Fasseltippler“, wie er leibt und lebt, stellte Herr!Leo N e 11׳ :rrr a n 11, mit stürrnisehen! Beifall belohnt, auf zittrige Beine. Eine von!Herrn אף למהדרין מן המהדרין Weine streng כשי של פסח aus Palästina, von dar Firma Friedmann, Haifa, und alle anderen ausländischen Spezialweine zu mäßigen Preisen, liefert SIMON D RAT LE R Wien, II«, Tandelmarktgasse Nr• 8 Telephon 47-4-57 Auf Verlangen bei größerer Abnahme ins Haus zugesteilt Reuen! Neuheiten FürFrühjahr u.Xommer m Qualitätsware finden 51« Id um in reich• |ler Auswahl u.zu billigsten Preisen. TOr führen Crepe de Chine ln sä mb Mode■ ferfien׳ GeorgcHe tn allen ftdeß- Ionen* Taffeias glafi u. Honan Foulard• IWms in bedrucktem Crepe de rtnftu-Jbndb: Wiifäfmr u. löeuädi WIEN VII. NEUBAUGASSE 10׳. Leo Petrn in Szene gesetzter Sketch, ״!Der Manu ohne Namen“, bot den Herren!Keßler!und * 1Winkler!Gelegenheit, Proben ihres Biihnentalentes abzulegen. ״Kunstparveni'1- Sporttheoric •und Kehillarrevue“ betitelte sich eine von Herrn Siegmund Stern verfaßte und vorgetrageue Satirc, die!in geistvoller Art •Zeit- und :Kulturströmungen beleuchtete 1und auch das interne Gemeindeleben der Wiener Orthodoxie humoristisch glossierte. Die nun folgenden Vorträge des!Komikerduos 'Bajer-Waiden ׳entfesselten wahre!Lach-!und!Beifallsstürme.!Einen׳ erlesenen :Kunst- 1 genuß vermittelten ׳die mit virtuoser!Meisterschaft zu ,Geliör gebrachten Violinvorträgc des Herrn Konzertmeisters Berthold S e r c b r e n i k, die denn auch nicht enden wollenden •Beifall auslösten. Den Abschluß dieser interessanten Veranstaltung bildete die von einem ■Ensemble־ der *Jugend- •gruppe, bestehend aus den Herren Adler, Ernst Brunner, Ncitmann, Ernst Tauber und Winkler, aufgeführte Lokal- Posse ״Guttmans Erfolge“. In ׳vorgerückter Stunde schloß der glänzend verlaufene •Abend, dessen Relnerträgnis den notleidenden Fürsorgeinstitmtionen zufließt und mm dessen ■Arrangement sich der rührige Geselligkeitsausschiuß der Jugendgmppe :mit seinem unermüdlichen!Leiter, Herrm Emil A d 1 e r, an der ׳Spitze erfolgreich bemüht hatte. Ihrtt sowie all seinen Mitarbeitern sei an dieser Stelle herzlicbst gedankt. \ JE.!Sp. Die Schechitafrage in Preußen. Berlin. (AJPB.) Der preußische Landtag hat •den Antrag •auf Betäubungszwang bei ׳Schlachttieren einem Ausschuß zur :Beratung überwiesen. \ Konferenz des ״Misclimeres Schabbos“-Vereins in Jerusalem. Jerusalem (AJPB.); Oie jüngste Komferenz des ״Misdimcrcs Schal>bos“־Vereins in Jerusalem, an welcher zahlreiche!Rabbiner, darunter •auch Oberrabbiner Kuk und die meisten Führer des orthodoxen Judentums aus ■dem ganzen׳ Lande •in großer Zahl teilnahmen, wurde :hauptsächlich mit Beratungen über das •Problem, ausgefüllt, wie man der überhandnehmenden ׳Sabbatentweihung in Stadt und :Land steuern ,könnte. •Die!Konferenz :hat beschlossen, sich an •die zionistische Exekutive, an das Direktorium des ׳Keren iHajessod und des ׳jüdischen!Nationalfonds,., wie an die ■amerikanische Judenheit mit der!Bitte 211 wenden׳, ,Maßnahmen zur Verhütung der öffentlichen Säbbateiitweihawig in den Institutionen und •Anstalten zu ergreifen, die von ihnen־ erhalten und subventioniert werden. ׳Sollte diese Bitte keine Erfüllung finden, ■so behält sich die Konferenz vor, energische Maßnahmen zu ergreifen. Dr. Segall Mitglied der Palästiaazentrale der Agudas Jisroel. 'Frankfurt a. M. (AJPB.) Der :durch seine statistischen •und soziologischen Arbeiten rühmlichst be~ •kannte!Gelehrte!Dr. ׳Scgall w;urde in die ׳Palästinazentrale •der Agudas Jisroel, Frankfurt a. ML,!kooptiert. sind wir bei dem inhaltsreichen Kapitel der Eheschließun-1 gen 'angelangt und es ist fast selbstverständlich, daß Erörterungen: über, Ehefrageu einen großen Raum in den rabbinischen Unterweisungen ״ein nehmen. Wieder ist es ein Rabbiner der Prager Gemeinde, Rabbi Jonah aus dem 17.. Jahrhundert, der empfiehlt, daß kein junger Mann, der ein Alter yön 18 Jahren überschritten hat, ledig bleiben soll. Dieser für-unsere;'derzeitigen Verhältnisse ganz •11 n.- zeitgemäße ־ Rat hat heute ebenso wenig Geltung als die für Rabbiner bestimmte Weisung: desselben Rabbi Jonah, daß die Thora nicht dazu׳!!erhalten soll, aus ihr den Lebensunterhalt zu bestreiten, Nur dann dürfe ein Rabbitier Gehalt beziehen, wenn er. keine anderen Mittel für seine Existenz besäße.. In keinem Falle solle ein Rabbiner dafür, daß er zu einer Entscheidung in irgend einer Angelegeuheit berufen wurde; eine Bezahlung erhalten. Wir wenden uns wieder dem ,interessanten *Kapitel der Heirat zu und entnehmen, folgende Stelle aus dem ״Buche der •Frommen“, verfaßt in! 13. Jahrhundert, in .welchem es heißt: Sei kein gewerbsmäßiger Heiratsvermittler, um ein junges Mädchen an einen alten Manu, den sie nicht mag, oder, die: Tochter , eines angesehenen Mannes an jemanden, der als: Taugenichts gitt, oder, die Tochter eines ,schlechten Mannes au einen angesehenen i Bürget־, zu verheiraten. 300 Jahre־ später, hu 16. Jahrhundert, :finden wir zu demselben; Thema ein scharfs,inniges :Wort y,ou Rabbi Abraham ben Sabbatäi Harwitz, das; ebenso ״gut für unsere Zeit;paßt und .von seiner Aktualität nichts eingebüßt ׳,hat. ״YVemi du deinen Sohn oder, deine .Tochtci: verheiratest, achte nicht auf Geld oder gar auf Schönheit, sondern schau auf Charakter.“ Es gibt ,keinen Adel •als den der Personlichkeit אין יהום ־ אלא יחום עצמו. Dieser Satz spricht für sich u.i!d jede Erklärung hieße die Bedeutung desselben herabsetzen. ■•'■, ,י ' ' * .. Oftmals wird es' als spezifisch jüdische' Gewohnheit hiH&esteilt,‘ durch das 'Bewegen der Hände beitii Sprechen■ der. Rede Nachdruck zu Verleihen, ' Vielleicht ist diese sgljlechte;Cewohriheit; däraüf ziirfjckzüführeri, daß inan beim TafmudstücUum,; insbeWtidnV'd ■es galt, schwierige Stejllen zu erforschen; ׳ die Acfafeein'־ zückte, den Körper nach *vorne und rückwärts schüttelte und beide Hände gebrauchte, um gewisserrnaßeri den Kern einer verschlossenen Stelle zu erfassen. Nach der, wohlüberlegten Meinung von Rabbijair Cbaim Bacharach,.der das geistige Oberhaupt der Gemeinde zu Worms gegen Ende des 17. Jahrhunderts war, sind diese unnötigen Bewegungen während des Talmudstüdmms durchaus abzulegen. Der gelehrte Führer dieser berühmten Gemeinde beklagt sich bei dieser Gelegenheit, daß; diese Unart fast ansteckend wirkt; denn sobald, jemand beginnt, seinen Körper und seine Hände zu bewegen, folgen die anderen seinem Beispiel und cs entstellt ein solcher Lärm, daß man bei einem Rechtsstreit weder Kläger, Beklagten noch Zeugen überhaupt vernehmen kann. Er empfiehlt daher ein ruhiges Verhalten beim Studium des Talmud unter ständiger Beobachtung der Gliedmaßen. Somit wären wir bei den Verhaltungsmaßregeln für die gewöhnlichen Angelegenheiten des. täglichen Lebens angeiangt und da enthält das ,*Buch der Frommen“ viele gutgemeinte Ratschläge. Da ist vor allem bemerkenswert, daß in diesem Buche aus dem 13. Jahrhundert, der Zeit des׳ Faustrechtes, als Höflichkeitsregel für den gegenseifigen Verkehr die Weisung erteilt wird, immer die bcsprochene Person an die erste Stelle zu setien, so daß ,die sprechende Person sich der Redewendung zu bedienen hat, er oder sie und. ich, aber niemals ich und er (sie). Drei Sorten von Menschen zeigen ihren wahren Charakter in drei Fällen: Der ruhige Mann, wenn er in Zorn gerät; der Held am Schlachtfeld und der Freund in, der Not. Wenn ein alter Mann auf die Brautschau geht, so ist es nicht recht von ihm, sich die ■ Haare zu färben, um jünger zu ersheinen. Bezeichnend für den Geist, der aus dem ״Buche der. Frommen“ spricht, : ist ferner das Verhalten gegen die Tiere oder die Tierfreundlichkeit, welche jedermann empfohlen wird, denn einen, wahrhaft guten ,Menschen erkennt man an seinem' Verhalten den Tieren gegenüber und besonders sind es die Haustiere, denen man durch eine entsprechende Behandlung ein gewisses Gefühl der Dank- ^arkeit bezeigen soll. Einem Tragtier darf mam keine größere Last üufläden. als es fühYen 'kann. und ein- Haus^ tief soih niemals früher •geschlachtet;werden,v bevor nicht das Fleisch und das Fell benötigt. ״Wenn man einen Hund aus dem Haus treiben will, soll mar! sich eines Stockes bedienen, aber niemals׳ heißes Wässer auf das Tier schütten. Auch eine Katze beim Ohr zu zwicken, damit sie miaut, und einem Pferd die Sporen zu geben, um es anzutreiben, sind abscheuliche Handlungen, welche von G-tt gebührend' bestraft zu werden verdienen;. Höchst aktuell für uns ist die Stellungnahme des bereits erwähnten Rabbi Salomon Ephraim von Prag zu der großen Zahl der Piutim,, wie sie. im Machsor def damaligen Zeit so häufig vorkameriL Die meisten Piutim; erklärte der Präger Rabbiner; sind auf einen Midrasch ztirückzuführen und wer. den Midrasch nicht kennt, versteht daher auch den Pint nicht und leiert ihn ..mechanisch ab. Diejenigen, aber, welche den Midrasch verstehen, yertiefen sich wieder im Piut und vernachlässigen dann die wichtigsten Gebetstücke, denn so mancher Piut enthält weder ein Lob G-ttes noch gibt er den Dank an .G־tt wieder, sondern erzählt nach der Auffassung: seines Verfassers eine Geschichte, Uebrigens scheinen die Klagen des Rabbi Mortara von Venedig auch für viele Gemeinden des Mittelalters in Deutschland berechtigt: gewesen :zu sein; Das mag auch der. Grund sein, weshalb Rabbi Jonah von Prag die; Kenntnis der: deutschen ,Sprache den Mädchen empfiehlt. Wenn ihr darangeht, eure Sohne zu yerheiraten, achtet daräuf,;daß sie solche Mädchen nehipen, welche ein deutsches Büch lesen körineri. Ebenso ist Rabbi: Jonah dafür, daß manche Gebete auch in' der verstund-: liehen Landessprache 1gesagt werden können. Diese Ansicht . begegnet . sich mit der. eines berühmten JRaW,in9rs.... zu Posen, der, einen Kommentar zu den Kinöth für den 9.; Ab schrieb . und dazu bemerkte: . ,;Soweit ’ mein^ Gedächtnis zürückreicht. ihabe ich mich immer über das Benehmen der . Andächtigen im G*tte.shause am9 .׳; Ab :ärgejrp rnüss<frn Statt Trauer• habe ich; Gelächter gehört;; Und ao sagte Jcli mir, Israel ist. doch ein . heiliges Volk, .iyar11.ni;sc,heni«' •imai».. diesem Unfug keine Beachtung? Wohl deshalb. weil die; meisten den Sinn ,dieser :Dichtungen nicht verstehen; Und, die hebräische Sprache :׳ihnen'•■•unbekannt* ist.“:1. Gegen ,Eftd« des> 15. Jahrhundertsfinden wir eine;^arnupg, dä^ckein. Jude: . an• den . zu . dieser Zeit ' ÜbUcbc^l^rtn,^ Jagden, Bärenhefzen und Tanzen, teilhehiie« %pfl;L!.Weil ein :