Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 13 (1927)
- Issue
- 12 (25.3.1927)
- Date
- 1927-03-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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ii I I ־4 j: JÜlPISCttE PRESSE;Nr. ■!2■ aabffvött den Schotten behauptet. Von den Armeniern sagt man, daß eineF von ihnen zehn Juden heruntkriegen kann. Als General GräftY vbft seirier Wcltfelsl^zuriiekkehrte, berichtete Cr, daß der Chinese überall, wohin er kam, den Juden verdrängte, weil er schlauer ist.; Die Juden, fuhr Dr. Brown fort, sind nicht die einzigen ip Rumänien, die Verfolgungen ausgesetzt sind. Hs gibt auch viele Christen in diesem Lande, die Unrecht zu erdulden haben. Als. Belohnung für die Zusanlmenarbeit mit den AjUjerten bekam Rumänien die große schöne Provinz Transsylvanien, deren Bevölkerung aus Presbyterianern, Lutheranern,. Unitariern und. römischen' Katlioliken bestellt. Die Rumänen;;selber gehören aber der griechisch-orthodoxen Kirche an, die die S.taatskirchc Ruinäniens ist. Der Friedensvertrag Sieht ausdrücklich den Schutz dieser Minderheiten vor, aber die rumänische Regierung setzt sich über diese Bestimmungen hinweg. Die amerikanische Kommission für die Rechte der religiösen Minderheiten, deren Präsident z’ü. sein ich dic« Ehre habe, hat zweimal Abordnungen nach ״Rumänien entsandt, um zu intervenieren. /Auch die Kirchen Großbritanniens haben Abordnungen;entsandt. Die Berichte aller dieser Abord- «ungen führen absolute Beweise dafür au, daß die Friedensverträge verletzt wurden. Nicht Privilegien fordern wir; sondern die Erfüllung des Vertrages, den Rumänien feierlichstv\1nterzcicl1net hat. .;'./••' Im< weiteren Verlauf seiner Rede trat Dr. Brown Aäfür;eiif^daß, die :amerikanische Regierung zugunsten der verfolgten Juden interveniere und wies darauf hin,, daß John Hay, als er 1902 Staatssekretär war; den ärnefikani» seiten Gesandten in Rumänien angewiesen hat, gegen die ungerechte Behandlung . der Juden zu protestieren. Die jetzigen Regien!ngskreisc Amerikas reden sich darauf hinaus, daß Amerika nicht Mitgliedes Völkerbundes ist und also nicht intervenieren könne. Dieser Politik werden wir uns nicht fügen. Die Regierung der Vereinigten Staaten •darf nicht untätig dastehen, wenn die Bürger von ihr vevlangen, daß sie Rumänien zur Erfüllung der Vertragsvcrpflichtungen auffordert, damit nicht auch weiterhin in diesem Lande die Juden wie wilde Tiere gehetzt werden. In der Türkei mag man dazu gezwungen werden, über solche Dinge zu schweigen, nicht aber in Amerika. VomTagtt-l©&® *י-■ ■■■* — -- - Hebräische Universität, Einstein und Bibelkritik. Jerusalem (AJPB.) Professor Einstein zieht sich yon der hebräischen Universität in Jerusalem zurück, weil Dr. Magnes in Amerika die Bibelforschurig im •Sinne der radikalen Bibelkritik aus der Hochschule gebannt wissen will. Dazu schreibt das New Yorker ״Jüdische Tagblatt“: Professor Einstein als. Physiker von'xveltuinwälz'endcr Bedeutung in ..Ehren, ■in Sachen der Bibel darf er kaum als Fachma'nn gelten. Aber abgesehen von all dem: Die Uni- Versiität auf dem Skopusberge wird von den Zionisten selbst immer und immer wieder, als Eigentum des Volkes, als Wahrzeichen •der ’ nationalen Wiederauferstehung glorifi- ,ziert.. Ist aber dem sp, dann liegt es gewiß nicht im Willen des Volkes, daß in ״seiner“ Hochschule das Heiligste, wofür ,sich dieses Volk' in langen Generationen geopfert hat, geschändet wird. Die große Mehrheit •des Volkes lehnt sich mit aller Entschiedenheit gegen die Bibelkritik in der Universität gegenüber •dem Tempclplatz auf. Die Nation will; nicht, daß der nationale Aufbau mit der Zerstörung .׳der heiligen nationalen Güter beginne. Nicht deswegen haben Wir tausend Jahre gebetet um die Rückkehr nach .Jerusalem! Wenn in den Synagogen der Welt vor dem Heiligen Schrein Propagandareden für denKeren Hajessod gehalten werden, dessen Gelder zum güten Teile der Uni- Versiität züfließen, so ist cs schon ein Gebot •der Ehrlichkeit, in ,der Universität keine Attentate auf Thora und Tradition zu •unternehmen, dort keiiic'Lchren zu verbreiten, bei denen die harmlosen Hörer in den Synagogen in Trauer ihre Kleider zerreißenwurden, wenn sie ihnen zu Öhren kämen. Magnes' trägt diesen Erwägungen Rechnung, wie er auch selber ' zur Bibelkritik stehen mag. Professor Einstein׳ כ־שר של פסח Verbürgt reines Fett aus Kokos« nässen. Die Kokosnüsse werden bei der Kunerolwerke A. G., Wien* Atzgersdohf, gepreßt und die Er* zeugung steht bis zur Verpackung des fertigen Fettes unter strengster Aufsicht des Herrn Bezirksrab* biners S. Ehrenfeld zu Mattersburg. Kunerol kann daher von jedem Streng«־ gläubigen ohne Bedenken zur Zuberei־־ tung der Speisen verwendet werden. glaubt aber, tlas ganze Gewicht seines Weltrufes In die Wagschale legen zu müssen für eine Sache, ■die ganz und gar außerhalb der Sphäre seiner Wirksamkeit liegt. Fünf Jahre Kol Jisroel. Am 24. des Monats Adar II. wird es fünf Jahre hei sein, daß Kol Jisroel, •das Organ der Agudisten in Erez Jisroel, dank den unvergleichlichen Opfern einiger orthodoxer Männer und Frauen zu erscheinen begann. Die Gründung dieses ausgezeichnet redigierten, in der heiligen Sprache erscheinenden Wochenblattes steht in engstem Zusammenhang mit den heroischen Kämpfen clcr unabhängigen Orthodoxie in'Erez Jisroel. Bevor Kol Jisroel den Wünschen, Forderungen, Ansichten und nicht zuletzt den Protesten der Agudisten in Erez Jisroel Gehör verschaffen konnte, schien es oftmals ob Erez Israel ganz ״jenen Eiementen ausgeliefert wäre, die einen ״Aufbau“ Erez Jisroels ohne Thora •und jüdische Tradition vollbringen zu können glaubten. Mit Genugtuung kann heute nach fünf Jahren festgestellt werden, daß seit dem Erscheinen •Kol Jisroels doch ein Wandel zum Besseren geschaffen wurde. Nicht als ob etwa die gegnerischen Bestrebungen .aufgehört hätten, ihre antireligiöse Wühlarbeit fortzusetzen. Es ist aber ein Fortschritt, wenn die Oeffentlichkeit über den wahren Charakter dieser antijüdisclien Arbeit von einem gesetzestreuen Organ' aufgeklärt wird. Es wäre aber falsch,•zu glauben, daß Kol Jisroel sich bloß in Kritik erschöpft. Es muß gesagt werden, •daß Kol Jisroel alle positiven Versuche •der Orthodoxie, in!Erez Jisroel praktische Arbeit zu leisten, nicht;, nur immer warm unterstützt, sondern auch, zum größten Teil geistig vorbereitet hat. Die Größe und Bedeutung der publizistischen Leistung Kol Jisroels wird man aber nur dann gerecht beurteilen können, wenn man sich vpr •Augen hält, daß sowohl die Gründung wie die Erhaltung des Blattes das Werk einiger weniger ideal veranlagter Menschen ist, die selbst schwer für das alltägliche Brot kämpfen müssen. Alle Versuche, die Orthodoxie ln Chiiz l’Aarez zu materiellen Beiträgen, zu moralischer Unterstützung, zu werktätiger Förderung dieses für ■die selbständige Orthodoxie 1me1l|tbel1rlichen Or- «anes in Erez Jisroel zu bewegen, sinWfäät ohne Erg'ebnis verlaufen. Unsere ״Jüdische Presse“ lebt mild kämpft fast unter ähnlichen' widrige(!'Yerhaltm'saen,?ünd. auf Grimd unserer traurigen ErfährungeCihifsseri','wir feststellen, daß die Erhaltung des Kol Jisroels wahrend der fünf Jahre geradezu einen •an Heroismus :!;grenzenden Kampf bedeutet. Wir begrüßen unser SehwesterÖrgah anläßlich dieses Jubiläums herzlichst und wünschen ihm' für!die Zukunft ein glückliches Gedeihen zum;Schutze. der!Interessen der Orthodoxie im Heiliger! Lande und zum Wohle der ge־! samten Jiidenheit. - ' '־ : Pätfl Sändpr bei Rabbi. Ghajim SounenfefcL Der ,!Egy\filös6g“ bringt einen Brief von Paul Sändor über seineSjBrlebnisse in Erez :Jisroel zur Veröffentlichung. Unsere ׳Leser wird, ■der Teil, ,der über,;seinen Besuch bei Rabbi josef, CKajitn Sonnenfeld feerichtet; hesonders interessieren: Y ״Jerusalem war für. mich . ein wichtiges Erlebnis. Nehme es mir aber nicht übel, wenn ich Dir aufrichtig sage, daß ־es mir erging, wie einem nieiner..katholischen Freunde, der nach Rom reiste, dort aber, •in Rom> sein tiefes religiöses Empfinden von seiner Kraft nur eingefeüßt hat. Ich bin gewiß nur selbst daran schuld, weil ich in bezug auf Jerusalem in solchen Illusionen ’ lebte, für die'.im realen Lefeeir kein Platz ist. Ich nähtn in Jerusalem, mit Ausnahme eiries großen Oberrabbiners, von dem ich bald sprechen werde, nicht viel biblische Stimmungen wahr“ ...! Diese ״biblische Stimmung“ weckte in Paul Sändor sein Besuch bei R. Josef Chajim Sonnenfeld, dessen frappante Aehnlichkeit mit Rabbi Koppel Reich, dem öfeerrabbiner der orthodoxen Gemeinde in Budapest, ihm auffiel. Paul Sändor berichtet darüber folgendes: ־ ״... Darauf suchte ich ״Ober r a b b i 11 e r C h a j i m Sonnen f cid auf und das ist die *schönste Erinnerung an meine ■Reise nach dem heiligen Lande. Ein achtzigjähriger Patriarch von königlicher, herrlich schöner Erscheinung empfängt mich. Der Oberrabbiner ,der Jerusalemer ungarisch-jüdischen Gemeinde, in braunem Seidenkaftan, unter welchem das weiße Linnenklcid und die heiligen Fäden sichtbar sind, empfängt mich in seinem Zimmer. Dieses Arbeitszimmer ist ein mit Steinen ausgelegter, niedriger Raum, in welchem während unserer Unterlialtun« noch zwei Männer mit Bart und P60s saßen, offenbar die Schüler des Oberrabbiners. Oberrabbiner Sonnenfeld ist ungarischer Herkunft aus Vrbovö und lebt seit 57 Jahren in Jerusalem. Seine glänzenden Augen blitzen, •als er seinen Vortrag beginnt; denn er hält mir einen wahren Vortrag über sein schönstes Thema, die Thora. Für Oberrabbiner Sonnenfeld gibt es keine Politik, keine ökonomischen Fragen, kein anderes Thema, er kennt nichts in der ganzen Welt, als die Thora, diese aber dann besser als irgend wer. Er erklärte mir vor allen Dingen, wie sehr man auch im modernen Leben das schönste Gefeot des Judentums, den S a b b a t beobachten könne. Auch Rothschild, sagte er mir, hat genug zu. tun, trotzdem hielt er und hält er den Safebat. Und wenn ein moderner Jude sich darüber beklagt, daß er den Sabbat nicht beobachten könne, so kann inan darauf nur die eine Antwort •geben: er will nicht,' darunr kann er nicht. Der Jude, in dem der Wille zum Judentmne vorhanden ist, der Jude bleiben will ■und der den .Bestand des Judentums Will, dem bedeutet die Beobachtung des Sabbat keine Schwierigkeit,׳ in welch ׳modernen Lebensverhältnissen immer et־ auch leben mag. Dann erzählte er mir, daß der gewesene palästinensische High Commissioncr .in den Tempel zu •gehen pflegte, in dem ich war“. Ich richte an ihn die Frage, wie viele Zionisten es in Jerusalem gebe. Zu meinem größten Erstaunen lautet seine Antwort: Unter uns gibt es, mein Herr, sehr wenige Zionisten. Dann setzte er fort:!Die Zionistische ■Idee an ■sich ist ein .schöner Gedanke voller Idealismus und Träume, "aber solcher Träume, die im Leben nicht verwirklicht werden können. Ich hafee ■dies in dem gleichen Zimmer auch Weizmann. (einem Zionistenapostel) gesagt. Der Zionsgedanke ist auch schon deshalfe nicht durchführbar, weil ein Jude eine Idee nicht unterstützen darf, welche zur Schädigiuig führen kann. Deswegen kann die Erlösung, die die Zionisten erstreben, nicht eintreffen und kann keinen Segen bringen. Darauf stand Oberrabbiner Sonnenfeld von ■seinem Stuhle auf und sagte mit lebhaften Gesten und funkelnden Augen folgendes: ״Ich sagte schon oft meinen Anhängern und ich wiederhole es darum vor Ihnen, damit Sie es in die Oeffentlichkeit bringen. Das Gesamtjudenitum der ganzen Welt möge ausnahmslos den Sabbat halten und der Zionsgedanke ■ist damit zur Wirklichkeit geworden. ■Solange •dies nicht geschieht, ist jedes Bestreben umsonst und jede Arbeit nutzlose Mühe. Wenn sich aber die Juden der ganzen Welt zusammenschließen und den Sabbat halten, dann , wird Jerusalem wieder in seiner alten Pracht erglänzen. Es ist wahr, dazu benötigen wir jemand, der das ganze Judentum der Welt, das heute in Parteien getrennt gegeneinander kämpft, einigen könnte. Aber glaubet mir, die Thora, die Thora: sie ■ist unser unversiegbarer Schatz. Der Allmächtige hat deswegen die jüdische, nationale, politische Selbständigkeit zerstört, weil er wollte, daß wir seine Thora zur Geunter ׳uns Juden den dicpisten Grad der Verworfen- 31ei:t bezeichnet und den größten Abscheu und die tiefste Verachtung bei jedem gesitteten Menschen aiislöst. ■' Der sanfte, milde, friedliebende Rabbi Natan Adler verließ infolge solcher schmerzlichen Vorgänge!nach Raum zweijähriger Wirksamkeit Bosköwitz und ging zurück nach Frankfurt a. M., wenn auch diese Denunziation, als hätte er ein Staatsgesetz ver •י Jetzt, ohne jede böse Wirkung für ihn blieb. Kaum hatte näntlich ׳tiriser Rabbi Samuel von dem ׳nieder- ■tüchtigen Anschlag Kenntnis bekommen, verließ er, der s e c 11z i g j ä h r i g e Greis, in ׳spätester Nachtstünde seine Wohnung und bot alles auf. um von dem damals kaum im vierzigsten Lebensjahre steheudeu, hochverehrten Ortsrabbiner Rabbi Natan Adler die doheude Gefahr einer empfindlichen Strafe — ׳Gefängnis und Ausweisung — abzuweriden, was seihen eifrigen Bemühungen audi gelang. Als diesen Vorfall der ״Frankfurter Bochur“ zufällig erfahren hatte» ׳bat ihn ■Rabbi Samuel dringend, er möge, so lange, nur tunlich, die ganze Sache vor Rabbi Natan AcHer, seinem Lehrer und Meister, geheimgehalten, damit ■er sich darüber nicht kränke;• wohl aber auch deshalb*;weil Rabbi Samuel seine guten Taten picht am die״ große Glocke hängen lassen wollte, Wie der * .Tau in der Stille der finsteren, Nacht •auf die dürstemie ■Blume fällt lind, sie erquickt, beim Auf gehen der Sonne jedoch nicht mehr sichtbar:; i$tr. alsq übte Rabbi Samuel• ■das Gute am liebsten geräuschlos, ■jedes Aufsehen vermeidend, im verborgenen,;; dänjit er Von seinen ׳Nebenmenseheji keinen Dank, keine Anerkennung '; (IFortsetzuing fplgt.) Unvergessenes aus vergessenen mittelalterlichen Handschriften. Von Dr. Josef Löwy. Mit Benützung von Angaben aus dem ״Jewish Chronicle“. Selbstüberhebung und UeberbeWertung sind in unserem Zeitalter der Selbstreklame und Anpreisung, der eigenen Persönlichkeit landläufige Begriffe, aber dem. Judentum, ׳das in seiner Tradition wurzelt, wesensfremd und unbekannt. Wie seltsam muten uns die Befürchtungen eines hervorragenden .Rabbiners aus dem 12. Jahrhundert, des berühmten, philosophisch geschulten Josef ibu Zaddik aus Cordova, des Verfassers des bekannten Werkes ״Microcosmos“ ס, העולם הקטן an, der sich in Klagen . über den Niedergang des Judentums nicht genugtun kann. Er schreibt in diesem Werke wörtlich: ״Unsere . Generation ist eine nichtssagende und bedeutend weniger wert als alle in vergangenen Zeiten: viele unter uns-sind nur dem Namen nach Juden.“ Vielleicht war der Maßstab, den der greise Rabbi an seine Zeitgenossen legte, etwas zu streng oder war seine Furcht nur teilweise gerechtfertigt. Aber dieselben Klagen wiederholen sich nach 600 Jahren bei Rabbi Mörtara in Venedig, der mit dem Auge eines — fast möchte man sagen — modernen Tempelbesuchers schildert, daß die Synagogen in Venedig an Wochentagen beinahe leer: sind Und der Besuch am Sabbat sehr viel zu wünschen übrig läßt. Die wenigen Leute, welche zum G־ttcsdienst kommen, beten weniger, haben aber desto mehr mH der Austragung ihrer Privatangelegeriheiten zu tun und haben für religiöse Dinge : nichts übrig..ובסקום. לומר. תפלה מדברים דברים. בטלים ודברי חרושים. Viele seiner Gerhieindemitglieder lassen sich d*n Bart rasieren Wie die Christen, um nicht als;JudeH erkannt zu werden ׳/oder damit sie bei den schönen Christenmädchen Gunst finde!*. ••״•.:■־ - . Gy :׳ .. Klagen und Beschwerde» ■ oft . eigentümlicher ,Art V sind, es,י •welche :wir in den::םמןוי T19'0;den alten; Büchern zur Ermahnung und Unterweisung antreffen. So beklagt sich Rabbi Salomon Ephraim von Prag, der daselbst im 16. Jahrhundert lebte, üfeer die Ungezogenheit der jüdischen Knaben, an der allein die schlechten Lehrer 'schuldtragend wären. Die Lehrer dächten an nichts anderes als an ihre Bezüge, ihre Bestrebungen wären nur darauf gerichtet, mit ihrer Tätigkeit so bald als möglich fertig zu werden.. Das Resultat einer solchen Erziehung, das am allerwenigsten darauf gerichtet war, die Schüler in der G-ttesfurcht zu unterweisen und ihnen ein wichtiges, Lebensprinzip beizubringen, war daher ein klägliches und schon äußerlich kennzeichnete der Höllenlärm, den diese ausgelassenen Jungen auf der Straße verursachten, den Mangel, einer richtigen Erziehung. Voller Bitternis kennzeichnete der Prager Rabbiner die Tatsache, daß dieser . Horde von Jungen der Respekt für ältere Leute unbekannt ist, sie:sich auch im Verkehr untereinander nicht zu benehmen wissen und wie die Kälber herumtollen. Wenn sie nun in ihrer Jugend die Aelteren nicht1 respektieren, wie sollen sie in ihren späteren Jahren Wissen und Gelehrsamkeit schätzen lernen? Rabbi Salomon geht in seiner Behauptung sogar so weit, daß er überzeugt ist, daß die Ungezogenheit dieser Knaben auch nicht von den nichtjüdischen Gassenbuben zu übertreffen ist. Wir wollen aber diese sicherlich berechtigten Vorwürfe nicht zu ernst nehmen; vielleicht sah der gute Rabfei aus seiner Gelehrtenstübe die Dinge zu ( schwarz oder suchte er durch gewollte Uebertrelbung die Aufmerksamkeit der ganzen Gemeinde auf die Erziehung der Kinder za lenken* Die jüdische Jugend hat besonders im Ghetto des Mittelalters nicht viel Gelegenheit : gehabt, ifer überschüssiges• Temperament los zu werden und ■aus solchen Gassenjungen sind oft später große Leute geworden. ־••.׳•,־ y. .:• ■:, Ein anderer Prager Rabbiner, .kein Geringerer als . '׳ der. berühmte, sagenhafte hohe Rabbi Löwy mit seinetti ,׳ wirklichen Narnen .Juda.h . ben Bezalel genannt,. führt uns mit: dem ihm'eigenen; üfeerzeu«e1iden Sarkasmiis die hohl- : ' köpfjgen falmudjünger, Bachurim, vor, die,־von den;Uni. .־ ׳ wissenden ,als: die;größten Gelehrten und. Genies ange־ sehen werden; und ־ dieses Ansehen in .der' Form, verwerten, daß 'sie .;sich fjürch eine reiche