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Jüdische Presse · 1927-03-25 · 12 (25.3.1927) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
12 (25.3.1927)
Date
1927-03-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 88 Nr. 12 JÜDISCHE PRESSE כשר של פסח (תחת השגחת הרב ד ישעי פווסט שיםשוהג) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrat$iner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) erhältlich! Ueb er a 11 Ueberali erhältlich! mm₪a₪₪₪₪m₪Ba₪mmtat₪₪mm Beste;Ausführung l Billige Preise! mm 'mm Günstigste Gelegenheit durch das große Lager von dauergewellten Scheiteln und Perücken ist jetzt billigst einzukaufen Franz Emmer Damenfriseur und Pärfumeur Wien, I., Mahlersfräße 5, Tel. 77-054־ Spendet für den der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse 11 בשי Fleisch u. Geflügel unter Aufsicht der עדת ישראל (Schiffschul). Selchwaren aus der Fabrik Gabriel Fischer wie sämtliche Weine und Spezerei waren כשך• M. Bck^rling, Wien, IX., Liechtensteinstrasse Nr. 117 Telephon' 11-6*82. — Jede Bestellung wird telephonisch ent־ gegengenommen und sofort ins Haus zugestellt. daß die Art und Weise, Wie die jüdischen Glaubettsbeketiner dieTiere schlachten. die ihneti zur 1 dienen, in gdwis&ef Beziehung d& itt&en Schlachtungsweise vorzuziehen Ist, be- '׳ Sonders da die Sciiläbjhtdng bei den Israeliten so j geschieht, daß der Hqjs und die Pulsadern mit einem sehr scharfen, gleiten und blanken Messer,; in dem sich keine Scharte befinden darf, durchschnitten Werden, wo^üijch das Tier weit weiij־ ger Schmerz leidet, als' in der Regel bei der änderen Tötungsweise der Fall ist/* G. B. Erc.olani, Professor an der Universität zu Bologna, kommt in seinem Gutachten zu dem Ergebnis, daß. ״wenn es sich um die Tötung handelt, die bei den Israeliten gebräuchliche Art in Wirklichkeit gerade weit mehr als Jede andere von dem entlernt ist, was man Tierquälerei nennt/* Medizinalrat Prof. F11 c 11 s in Karlsruhe schließt sein Gutachten: ״Das Schächten ist vielmehr eine die Tiere so vie| als tunlich schonende religiöse Vorschrift, und würde sich der der Menschenquälerei, der Gewissensquälerei eines ganzen Religionsanteiles schuldig machen, welcher den Juden in Ansehung des Schächtens ein Hindernis in den Weg legen wollte/*! Professor iDr. Richter, Präsident der Departements der Veterinär-Klinik für Ostpreußen, schreibt u.'a.: .! ־:j; ׳'M ״Ich habe schon mehrfach dem Schächten zugesehen und weiß aus physiologischen Gründen, daß der energisch und ausgiebig mit gratfreiem Messer geführte Haisschnitt eine tierquälerische Tötungsart nicht ist, daß er vielmehr der Tötung mit der Axt durchaus vorzuziehen ist . . . Man hütet sich wohl, das Jagdvergnügen der bevorzugten Minderheit durch ähnliche Bedenken zu stören . . .“ Dr. A. W. H. Wirtz, Direktor der Reichs- Tierarzneischule zu Utrecht, erklärt u. a.: ״Das rituelle ,Schächten* ist nicht nur seiner leichten, durchaus sicheren und wohl immer geschickten und vorschriftsmäßigen Ausführung wegen eine stets rasche Tötungsart, sondern ist auch bei gehöriger schmerzloser Vorbereitung als die am wenigsten schmerzhafte zu bezeichnen/‘ )Hofrat Prof. Dr. W. P r e y e r erklärt, daß er ״nach wiederholter vergleichender Beobachtung des gewöhnlichen ׳Schlachtens ■und!des ,Schächtens‘ im Schlachthause zu Wiesbaden“ zu der!Ueberzeugung gelangt sei: ״Vom Standpunkte der Tierschutzes und wegen de* besseren Entblutung/ auch in hygienischer Hinsicht ist das Schächten jedenfalls die beste Methode, Schiachttiere zu töten.“ Der .׳kön. Kreistierarzt ■Bornbuch in Dortmund schließt sein umfangreiches Gutachten mit der Erklärung,; •■ , . ׳ ״daß mit Rücksicht auf die möglichste Schonung der betreffenden Tiere die jüdisch-rituelle Schlachtung keine Tierquälerei ist und bis jetzt als die mildeste aller Schlachtungsweisen anerkaiint zu’wätäein v^rdieh^' ־ ' Der Kön. ׳Bayer. Kreistierarzt D 0 p h e i d e in Bufgsteiftfurt führt in seinem Gutachten u,. a. aus: . ״Wehn (dabei*) für diö Verhütung von Tier quälereien beim Scbläbhteh gesorgt werden soll, ' so "konritö dies nicht bei&r erfolgen als durch Vefjjot der vorhergehenden )Betäubung titiä durch allgemeine Einführung der Schlachtmethode nach jüdischem Ritus.“ Der Direktor des Schlacht- und Viehhofes in Duisburg, Krebs, kommt in einer Studie über die verschiedenen Schlachtmethoden zu dem Ergebnis: ״Für mich persönlich unterliegt es keinem Zweifel, daß wenn die Schlachtfrage von den medizinischen und tierärztlichen Gesellschaften (aber nicht von einzelnen Personen!!) entschleden werden wird, es dann auch nicht mehr lange dauern kann, bis die jüdische Schiachtmethode allgemein als die beste anerkannt und überall obligatorisch gemacht wird.“ Der Kön. Kreis-Tierarzt Peters in Emden erklärt: ״In dem Schächten kann ich durchaus keine Quälerei finden ... Im Gegenteil halte ich den Halsschnitt für die humanste und zugleich zweckmäßigste Schlachtmethode/* Der Kön. Kreis-Tierarzt Rust in ׳Marienburg erstattet ein Gutachten, in welchem u. a. bemerkt wird: ״Das Schächten ist im Vergleich zu anderen Schlachtmethoden als eine Tierquälerei nicht anzusehen . . .; ist vielmehr als die beste aller Schlachtmethoden zu bezeichnen.“ V’־׳ * J . * Für heute mögen diese Gutachten und Erklä- •rangen berufener Fachmänner genügen. Sie sind sicherlich ׳auch für den gläubigen Israeliten von hochstem Interesse, obgleich dieser nicht erst der wissenschaftlichen Beweise bedarf, um zu der Ueberzeugung zu gelangen, daß unsere Thora nichts lehrt, nichts anordnet, was auch nur im entferntesten dem humansten Gefühle widerspricht. Aber für die menschlich fühlenden Mitglieder der Tierschutzvereine, ihren Wiener Präsidenten nicht ausgenommen, dürfte es ■lehrreich und erfreulich •sein, aus den Wissenschaftlieh ׳begründeten Gutachten vorurteilsloser Männer die Bestätigung zu!gewinnen, daß wohl ein Antisemit, aber kein Freund des Tierschutzvereines Anlaß• hat, gegen das rituelle!Schächten aufzutreten. Ganz im Gegenteil. , A. ä in jeder Fasson Zentrale! Taborstrasse 39 Versand nach allen Staaten Rabbi Samuel Keil Halewi — Verfasser des 1מחצית השקד Von Rabbiner G. Löwy, ׳Levoca (Leutschau), Slowakei. (8. Fortsetzung.) Wir glauben nicht irrezugehen, wenn wir uns die Verhältnisse, wie sie vor etwa anderthalb Jahrhunderten innerhalb der jüdischen Kultusgemeinde zu Boskowitz lagen, wie folgt vorstellen.*) Es waren daselbst, in , der überwiegenden!Majorität, recht ׳brave, rechtschaffene, ehrenwerte Gemeindemitglieder, die, von;jüdischem Wissen erfüllt, von echter G-ttesfurcht durchdrungen, auf der Höhe der jüdisehen Aufgabe :zu stehen, mit Leib und!Seele •eitrigst bestrebt waren und kein!anderes, ■begehrenswerteres Ziel kannten, als die Gemeinde immer mehr!und mehr ' zu einer wahren קהלה קדושה heiligen Versammlurig, die!ausschließlich heilige Zwecke verfolgt, •auszugestalten und dafür zu sorgen, daß innerhalb der Gemeinde jeder seinen religiösen Bedürfnissen nachkommen könne. Sie alle waren eben in der ׳Liebe zu G-tt und seiner heiligen Thora einig lind suchten und fanden •ihre höchste Seelenwonne darin, diese Liebe nach Ausmaß der Kräfte und Fähigkeiten im Rahmen des Gemeindelebens nach bestem ׳Wissen \1nd Können zum entsprechenden Ausdruck zu bringen. Die Liebe kennt kein Opfer, das ihr zu groß wäre; die warme Liebe findet׳ alles noch für viel zu wenig und!gering, was sie dem Gegenstände der Liebe zu *) S. Nr. 5 (1. Fortsetzung) der ״J. ' •'׳'. : leisten vermag. Demzufolge empfindet der wackere Jude, die wackere Jüdin die Beiträge,!sogenannte Kultussteuer, die. sie für jüdische ׳Gemeindezwecke, für jüdische •Institutionen geben, •nicht für ein schwer abgerungenes, großes Opfer, sondern für eine gern und freudig dargebotene Bekundung von ihrer Anhänglichkeit, •ihrer Treue, ihrer glühenden!Liebe zum Judentum, zur Emunah. Gesinnungstüchtige jüdische Männer and Frauen haben es auch nie bei den ausgeworfenen Kultussteuern bewenden lassen, sondern machten und machen g-ttlob auch heute noch aus Herzensbedürfnis fromme Stiftungen zur Förderung jüdischer Pflichttreue, zur Förderung jüdischer Pflichterfüllung, zur Förderung jüdischen Gemeindelebeiis. Hoch beglückt den 'wahren Juden, die wahre Jüdin ■das erhebende Bewußtsein, hingebungsvoller Priester,!hingebungsvolle Priesterin im ״Priesterreiche G-ttes“ zu ■sein und zu bleiben, auch dann, wenn bei Gemeinde wählen eventuell nicht ihr Kandidat aus der Urne siegreich hervorgeht; die Hauptsache ist und bleibt, daß die Kultusgemeinde als solche und in ihr die heilige Thora gedeihe!und blühe. Solche von echt jüdischer Gesinnung, von echt jüdischem Pflichteifer : beseelte ]Mitglieder verliehen der Gemeinde in Boskowitz den!Charakter einer סהל ה קדושה heiligen Gemeinde. Sie alle samt •und sonders, dem ziir Nachahmung weckenden Beispiele unseres Rabbi Samuel folgend, schauten gleich ihm mit aufrichtiger Verehrung, mit wahrer Hochachtung, mit wirklicher Wertschätzung in kindlicher •Liebe zu ihrem Oberrabbiner‘:Natan Adler,“ zu diesem mit dem Glorie nschein de r ׳HeUigkeHt umgebenenHeros der rabbinischen Wissenschaften, empor und unterstützten ihn tatkräftigst in allen seinen heiligen Bestrebungen. Er war •geschmückt mit allen ״drei“, beziehungsweise ״v i e r Kronen“, geschmückt mit dem Kranze der •edelsten •Eigenschaften, der ׳herrlichsten Tugenden, der mit der ganzen Macht seiner bezaubernden Persönlichkeit, mit der ganzen Hoheit und Würde seiner Stellung, seines Berufes die empfänglichen Herzen und Gemiiter für die Ideale des Judentums, für alles Gute, Schöne, Wahre und Erhabene zu gewinnen, •gewiß mit ersprießlichem Erfolg unermüdlich tätig war. Wie aber einst im Heiligtum zum heiligen Räucherwerk neben den zehn angenehmen Duft ausströmenden Spezereisorten als elfte das penetränt üb len Geruch verbreitende Galban zugesellt war, also war auch in Boskowitz neben der Elite von Gemeindemitgliedern ein!kleines Häuflein von ewig unzufriedenen, unruhigen Elementen zusammengewürfelt, die in ihrem Privat-, •Familien- und öffentlichen!Leben die heiligsten Religions- •gesetze mit ׳Füßen getreten (S.: ברי!ך1ות ו רש״י שמות ל׳ לד ) und das Leben eines Rabbi Natan Adler •mit •allen möglichen und unmöglichen Mitteln verbitterten. Diese hatten schon längst •jedes Verständnis für •das Judentum, für •die Aufgaben und Ziele ׳einer jijdisehen Gemeinde verloren und empfanden die Kultus- Steuer für eine Last, die man unbedingt äbschütteln muß,׳ und wenn dies über nicht geht, so wiU man doch wenigstens für ״sein Geld“ etwas ■haben׳ Macht, Ehrenstellen, um nach Willkür in der Geipeinde hausen zu können, wobei neben der Herrsch-

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