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Jüdische Presse · 1927-03-25 · 12 (25.3.1927) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
12 (25.3.1927)
Date
1927-03-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Zeitungen vom Verleget versendet. . Journal cxp€di$ par l’editeur. ¥.Ak ORGAN FÜR DIE INTERESSE■ DES ORTHODOXEN JUDENTUMS ttsrfsktfon n. Administration! Wien, II.,Leopolds- ־jftflse 86, 1. Stiege, 1. Stock. ־־ Tel. 45-4-94. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. erscheint jeden Freitag.Redaktionsschluss: ür Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschecb. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlungen für Oesterreich! Postspark&ssenamtWien, Konto Rr. 13.458; für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr. 190.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53,386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. 49.317; für die Schweiz: Postscheckkonto Zfirich VIII. 4117; für Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr, 122.619 1b>. 12 wieR-nraiiaiava, so. März 1927 .ביה וינדד«חנספכורג כ״א אדר ב׳ תר8*ז 13. Jahrg» iür die Dame Wien, VII., Kaisersfrafje 111.113.115 Telephone 32-4-62, 34-4-2P 1 Soeben neu erschienen! § | הגדה של פסח 1 5 Die Pessaoh Haggadah übersetzt und erklärt 5 55 von Dr. Philipp Sohlesinger und Josef Güns. a 5 Großes Format, Biesenlettern! 5 E ueberaiohtliche Anordnung, Zweifarben-Druok! 5 a Sohönste Ausstattung mit vielen farbigen Volla a bildern, Einbanddecke mit künstlerischer a E Zeichnung. a a Staunend billiger Preis S 10.—. a | Josef a Wien, I., Seitenstettengasse 5. a Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcken von 1 Sack 50 kg angefangen franko Haus, ebenso in Fuhren und Waggons Nordbahnrutschen 3. Kohlenhof Nr. 372-376 JULIUS Kehlen- und KoEtsgreßhandlung Wien, II., Taborstraße 9 Fernsprecher Kr. 41-0-22 Die Jaden in Wiener-Nenstadj Ein Beitrag zur Geschichte der Juden in Oesterreich von Rabb. Dr. Max Pollak (Oedenburg), 120 OkUiYseiten. Zu beziehen : Jüdischer Verlag, II., Leopoldsg. 26 und in allen jüdischen Buchhandlungen. Preis Schilling 2.50• ______ Das rituelle Schächten und der Tierschutz. ־ ׳;5’ י'1 Antisemitische Heizversuche auch in Oesterreich. — Tierschuizobmann Melkus gegen Bundeskanzler Dr. Seipel. Wir Haben in der vorigen Nummer unseres Blattes u. a. die Stellungnahme des 'Bundeskanzlers Dr. Seipel gegen die Schächtgegner gewürdigt. Mit großer Befriedigung .konnten wir feststellen, daß dieser hervorragende Staatsmann, der zugleich ein hoher kirchlicher Würdenträger ist, ausdrücklich erklärte, es widerspreche sowohl seinem Rechtsgefühl wie seiner christlichen Ueberzeiigung, einem von den Juden seit jeher als biblisches Gebot betrachteten Brauch den ,Makel der Grausamkeit aufdrücken zu lassen. Wir wissen durch die traurigen Erfahrungen, die unsere Glaubensgenossen, nicht in Oesterreich, wohl aber schon in manchem ׳anderen Lande machen mußten, daß es fast ausnahmslos immer wieder fanatische Judenhasser waren, die unter dem Vorwände idealer Tierschutzfreundlichkeit, eine Hetze gegen das rituelle Sohächten arrangierten. Wir w-issen.leider»auch nur zu genau, daß diese Hetze; mitunter auch den ,Erfolg hatte, daß die schlecht oder mangelhaft informierten, also clie - irregcfführten staatlichen Autoritäten — wenn auch nur zeitweilig — sich vor dem Ansturm der echten Judenfeinde und falscher Tierfreunde beugten und ihnen Gehör gaben. Einem solchen Hetzversuch scheinen wir auch in Oesterreich entgegensehen'zu müssen. Schon hat der Präsident Melkus vom Wiener Tierschutzverein in einer Rede, die er dieser Tage in der Hauptversammlung dieses Vereines hielt, einen heftigen Angriff gegen den ׳Bundeskanzler wegen seiner׳־ Enunziation über die Schächtfräge gerichtet. Welche Intentionen den großen Tierfreund hiebei leiteten, ersieht man jedoch klar daraus, daß er, der ״das Schächten als die scheußlichste Tierquälerei“ bezeiähnete, gleichzeitig unter unverfälscht antisemitischen!Beifallsrufen gegen die ״erst vor wenigen Jahren aus dem Osten zugewanderten rechtgläubigen Juden“ loszog. Kein Zweifel, die Judenfeinde wären entzückt, wenn es ihnen gelänge, das rituelle Sohächten zu einer Tierquälerei zu stempeln, sie würden dadurch nich.t nur den Juden den Ma׳kel der Grausamkeit aufdrücken, sondern auch der jüdischen Religion den Ruhmestitel streitig machen, daß sie die erste war, die nicht nur die Menschen ohne Unterschied des Glaubens und der Abstammung, sondern auch das wehrlose Tier vor Grausamkeit und Quälen in Schutz nahm. Unsere Glaubensgenossen in!Deutschland haben sich aber nicht damit begnügt, im Namen der Thora den Protest gegen die schändliche Beschuldigung zu der aus rituellen Motiven verübten Grausamkeit gegen Tiere zu erheben. Sie haben vor Jahrzehnten •bereits dafür gesorgt, durch d i e G u t a c h t e n d e r hervorragendsten Autoritäten der Theoretiker auf wissenschaftlichem Gebiete wie auch der Fachmänner in der Praxis das Zeugnis zu erbringen, daß die rituelle Schächtmethode nicht nur keine grausame ist, sondern den humansten Anforderungen entspricht. Von den vielen hunderten Gutachten über diese Frage, die den betreffenden Regierungen vorgelegt werden konnten, wollen wir, aus •Raumrücksiohten, heute an.dieser Stelle nur einige, und zwar im Auszug mitteilen. Wir behalten׳ uns jedoch vor, gelegentlich noch auf einige besonders beachtenswerte Gutachten ausführlich zurückzukommen. * Prof. D r. G■erlach, Direktor der Kgl. Tierarzneischule in Hannover, schließt sein umfangreiches Gutachten mit folgenden Worten: ״Diese Beobachtungen haben bei mir die Ueberzeugung weiter bestärkt, daß somit das Schlachten nach jüdischen Vorschriften, das Schächten, wie ich es gesehen und oben heschrieben habe, keine Tierquälerei ist. sondern im Gegenteil zur humansten Schlachtmethode gehört, die allgemein eingeführt zu werden verdient.״ Dr. F ii r s t e 11 b e r g, K. Departementstierarzt: und ordentl. Lehrer au der K. Akademie, zu Eldena, sägt nach einer gründlichen Erörterung der Schacht!־‘ frage: . ■ , ....... ״Aus dem Angeführten geht hervor, daß die gestellte Frage mir dahin beantwortet werden kann und muß: Das durch die religiösen Gesetze der Israeliten gebotene Schlachten der Tiere, das sogenannte Schächten, ist durchaus keine Tierquälerei. Es ist ferner dargetan, daß durch Schächten das Ableben der Tiere herbeizuführen, auf rationellen Prinzipien beruht und durchaus jede Tierquälerei ausschließt.“ Prof. Dr. Roll, k. k. Regierungsrat und Direktor des Tierarznei-Institutes in Wien, sagt in'seinem Gutachten u. a.: ״Das Schächten kann nicht als Tierquälerei erklärt werden . . . Diesen Ansichten hat der gesamte Lehrkörper des Tierarznei-Institutes zugestiznmt . . . Schwer begreiflich aber Ist es, wie jemand in der Absicht, Tieren Schutz zu gewähren, eine große Anzahl von Personen, welche durch ihre religiösen, Vorschriften auf den Genuß des Fleisches rituell geschlachteten Viehs angewiesen sind, in die größte moralische Aufregung und Besorgnis versetzen mag.״! Professor Dr. R. V1 r c h 0 w (Berlin) bezeugt in seinem Gutachten,' ״daß diese Art der Tötung aus dem Grunde yorgeschrieben ist, um unnütze Quälerei der Tiere zu vermeiden ... Dieser Zweck , kann auf die angedeutete Weise vollständig erreicht werden; ja wenn alle Bestimmungen des Rituals vollständig erfüllt werden, was bei der Natur der Handlung sicher zu erwarten ist,'so wird sie in ungleich sichererer Weise erreicht werden als durch irgend eine andere Tötung״, Die Professoren Hannover, Panum, Steenstrup und Bagge in Kopenhagen erklären, In der ganzen Welt‘ ' ' r Perflckenschöpfnngen OTHMAE SCHUF״ Uridin {[Perücken ״״a Tränsf orma 1 Ione trotz der gediegeiujtem Qualität «ad sorgfältigsten Ausführung Wien, I., Käntoetfiflg 6, Tel. 51-362־ £ lUlStttkimitmuwüfflmfflimfflHfHtitwmm gegenüber den! Hotel Hriatel;1...... billigsten Preisen BÜ

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