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Der treue Zionswächter · 1850-02-22 · 8 (22.2.1850) · page 4

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
6 (1850)
Issue
8 (22.2.1850)
Date
1850-02-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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60 fühlten sie sich verfljchte^ auch nach Kräften für Las Fortkommen des Sohnes bedacht zu sein. Sie sorgten väterlich für ihn, daß er ein anständiges und rechtliches Gewerbe betreiben konnte, -wodurch seine Verhältnisse sich besserten. Der Herr segnete ihn, so daß er sein reichliches Auskommen batte. Oft erinnerte er sich dann des Vaters Worte: daß wahre Freunde mehr werth sind, als Reichthümer. IDaher soll der Mensch sich wahre Freunde erwerben u. sie ehren, nach dem Ausspruche Ben Sira's: Viel seien deine Freunde rc. Hl. *) Zwei Männer übergaben einst vor ihrer Abreise einem Frommen ein Quantum Getreide zur Verwahrung. Als dieser nun fürchtete, daß der Witterungsverhältniffe wegen das Getreide verderben würde, bestimmte er es zur Aussaat auf sein Feld. Der Herr gab seinen Segen, und als er es erntete, fand er, daß der Ertrag bedeutend war^ Nach vielen Jahren kamen jene beiden Einwohner wieder von ihrer weiten Reise zurück. Der Eine wollte zu. dem Manne hingehen, dem sie den Weizen zur Aufbewahrung übergeben hatten; da sprach der Andere zu ihm: Der Weizen wird schon^ängst verdorben sein. Sie unterließen es düh^ gleich bei demselben anzufragen, und dachten gar nicht mehr an die Rückgabe. Als aber einer von den Männern Getreide nöthig hatte, so ging er spater zu dem Frommen, um einiges zu kaufen. Da sprach der Edle zu ihm: Mit Eurem Weizen habe ich so und so verfahren, komm mit Deinem Gefährten und nehmet dann das Ganze mit. Sie thaten so und segneten den Mann, der jo edel gehandelt Hatte, den Israeliten, der den Herrn so verehrt. — IV. - Unsere Weisen erzählen: Einst lebte in Israel ein sehr armer Mann, dem die Ernährung seiner fünf Kinder oblag und darüber in eine sehr traurige Läge kam, dafür auch keinen Pfennig in seinem Vermögen hatte. In dieser Bedrängniß sprach nun seine Frau zu ihm: Gehe hinaus und siehe zu, ob Dü uns Nahrung schaffen kannst, damit wir nicht Hungers sterben. Er aber erwiederte: Wohin soll ich gehen, ich habe keinen Verwandten und keinen Freund, der mir helfen könnte, sondern nur die *) Talmud Jeruschälmi Demai t, 3. Barmherzigkeit des Himmels. Die Frau schwieg, die Kinder hungerten und weinten um Brot. Da begann die Mütter: Wie könntest Du das Leiden der Kinder so ansehen! und da er auch kein Kleid zum Anziehen hatte, so gab sie ihm ein altes, zerlumptes Gewand, und er ging hinaus außerhalb der Stadt, erhob weinend seine Blicke zum Himmel und flehte: «Herr der Welten: Du weißt/ daß ich keinen Menschen habe, der ein Einsehen hätte in mein Elend und meine Noch, keinen Verwandten, keinen Freund, der sich mein erbarme und meine Kleinen zu Hause sind fast verschmachtet und klagen vor Hunger. Möge deine Gnade uns umfassen- oder deine Barmherzigkeit uns diesem Jammerthale entheben, daß wir unserer Leiden los werden." Sein Flehen fand Erhörung bei Gott, und Elijah trat ihm entgegen und fragte ihn um den Grund seines Weinens, worauf er ihm seine Verhältnisse und Zustände darstellte. Elijah schlug ihm denn vor, daß er ihn verkaufen möge- und von dem Kaufpreis sich und feiner Familie Nahrung verschaffen könne. Der Arme aber erwiederte: Mein Herr, wie kann ich Dich verkaufen, die Leute wissen, daß ich keinen Sklaven besitze und ich befürchte/ sie würden dann mich Armen für den Sklaven haiienu. Dich für den Herrn. Elijah - ermunterte ihn jedoch wiederholt zu diesem Vorschläge. Der Arme führte ihn auf den Markt. Da glaubten die Leute, der Arme sei der Sklave/ Als nün einer von dem Hofe den schönen Sklaven sahso kaufte er ihn für 80000 Denare. Elijah riech dem Armen, diesen Kaufpreis zu nehmen. Der: Arme' eilte froh/ durch Elijah's Trostspruch ermuntert- ^nach Hause, brachte seiner hungrigen Familie Nahrung - und erzählte sein ganzes Begegniß. Der Mann wurde immer reicher und kannte: nicht mehr Noch -und Mangel. — — — Der Fürffäaber. bei dom Elijah nun war, ließ einen großen Pallast bauen, und er Elijah um sein Handwerk ^befragteso hörte er mit Freuden, daß er ein Baumeister sei, und sagte zu ihm: Ich gebe Dir die MeibeLt, wenn Dü iu sechs Monaten diesen Pallast vollendest.? Auf Elijah'S Gebet zum Herrn: »vard aber dieser Pallast in, sehr kurzer Zeit fertige - Elijah verließ diesen Aufenthaltsort, und als der König ihn begrüßen wollte, war er nicht mehr zu finden. Später, auf einer Reise nun begegnete^Elijah ,jenem Mann

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