Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Journal
- Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Volume
- 1914-1915
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1914-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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§d 9, September nach dem P i\ J J e der Festung Maiibcuge, am 1<£. September nach der Verdrängung der Russen aus Ostpreussen durch Hindenburg, bei Schulbeginn am 15. Ottober wenige Tage nach der Einnahme von Antwerpen, am 27. November nach dem Sieg bei Lodz und L o w i c z, am 17. Dezember auf die Kunde, dass die russische Offensive gegen Schlesien nnd Posen völlig zusammengebrochen sei und am 13. und 17, Februar nach dem glänzenden Siege in Masuren und als die grossartigen Ergebnisse dieses Entscheidungskampfes beirannt wurden, Bei allen diesen Anlässen gab der Unterzeichnete eine kürzere oder längere Darstellung der Kriegslage. Nach einem brausenden Hurra auf unsere tapferen Truppen und dem Absingen eines vaterländischen Liedes wurden die Knaben zur Feier des Tages von dem Schulunterricht für die letzten Vormittagsstunden oder hie und da für den ganzen Tag befreit. Eine besondere Bedeutung hatten dieses Jahr die üblichen vaterländischen Festtage für die Schulgemeiude. Am Sedantage schilderte der Unterzeichnete unsere drei mächtigen Feinde im Lichte des Psalmenwortos (Psalm 5). Am Herzogsgeburtstag sprach Prof. Bi wer über Belgien, das er als früherer Student an der Universität Löwen aus eigener Anschauung kennt, und erzählte uns manches Lehrreiche, besonders über die herrliche Baukunst in diesem Lande, und am Kaisersgeburtstage versuchte der Unterzeichnete in seiner Ansprache den Krieg als Lehrer des Guten und Edlen darzustellen, der er für das deutsche Volk nach vielen Richtungen hin geworden ist und sein wird. Diese letzte Feier gestaltete sich besonders stimmungsvoll durch die hübschen Chöre, die Herr Musiklehrer Graf mit seinen Sängern eingeübt hatte («Gelübde», «Als die Trommel klang», «Gebet während der Schlacht» und «Morgenrot») und durch den Vortrag zeitgemässer Gedichte: «Die Geschichte von Lüttich», «Die Emden» (Plattdeutsch), «Der deutsche Weltkrieg*, «Der Vater zum Sohne» von Fritz Engel, «An England* von K. Rosner, «Hassgesang an Englands von E. Lissauer. Wir hatten die Freude, vier ehemalige Jacobsonschüler, die schwer verwundet vom Felde zu ihren hiesigen Angehörigen zurückgekehrt, aber an diesem Tage bereits fast geheilt waren, unter uns zu sehen. Es waren dieses zwei Ritter des Eisernen Kreuzes, Herr Leutnant Otto Hartman n und Herr Karl R ö b b e 1, sowie die Herren Plaut und Kahle. Zum Andenken an den Tag überreichte ihnen sowie den drei Untersekundanern Baukhage, G e r b e s und S p i n t i der Direktor ein Kaiserbild, Ausser bei den erwähnten besonderen Anlässen wurden wiederholt an sogenannten «Kriogsabenden» Erörterungen über die kriegerischen Verhältnisse abgehalten. Sie fanden meist im Arbeitssaale des Alumnates statt und wurden gerne auch von den «Stadtschülern» besucht. Ein Lehrer leitete den Abend durch einen Kriegsbericht unter Zuhilfenahme der Landkarte ein. Dann folgten Vorlesen von Feldpostbriefen ehemaliger Jacobsonschüler oder der im Felde stehenden Lehrer und Vortrag von Dichtungen ernster und heiterer Art Unter den Zuhörern sassen zuweilen auch Verwundete des Lazaretts, das sich 8 Monate lang (vom 2. September bis 1. Dezbr.) in der Turnhalle der Jacobsonschule befand und worin bis 40 Soldaten verpflegt wurden. Die Jacobsonschule rechnet es sich als eine hohe Ehre an, dass es ihr vergönnt war, verwundete deutsche Krieger unter ihrem Dache zu beherbergen. Unsere Schüler, die gerne mit ihnen plauderten, haben manches gesehen und gehört, was ihnen ihr Leben lang in der Erinnerung bleiben und ihnen zum Nutz und Frommen dienen wird. Da und dort konnten unsere Jungen auch etwas werktätige Vaterlandsliebe üben. So veranstalteten sie eine Sammlung von Liebesgaben, die in 11 grösseren und kleine-