Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Journal
- Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Volume
- 1914-1915
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1914-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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„ liciien Prüfung, die nur einen kurzen Nachmittag dauerte, stand als Herzogl. Kommissar Eterr Schulrat Prof. Di\ Beckurts vor. welcher die Prüflinge mit herzlichen Worten entliess. Anfangs war es zweifelhaft, ob sich ein geregelter Schulbetriob ermöglichen Hesse. Aber nur verschwindend wenige, besonders ängstliche, auswärtige Eltern behielten ihre Kinder zu Hause, und von den Stadtschütern waren alle zur Stelle. Auch die Lücken im Lehrerkollegium wurden durch die freundliche Bereitwilligkeit der Herren Kollegen, die alle die volle Pflichtstundenzahl und darüber hinaus übernahmen, und durch die Hilfsarbeit der beiden Erzieher, der Herren Herz und Dr. Marcus, dio mit grösseren Lehraufträgen betraut wurden, ausgefüllt. Als auch Herr Oberlehrer Harke schied, wurde Herr Harms als wissenschaftlicher Hilfslehrer vertretungsweise berufen, und beim Abgang des Herrn Dr, Marcus übernahm Herr Musiklehrer G r a f einige Stunden in Deutsch und Schreiben in den unteren Klassen. AHen Herren des derzeitigen Lehrkörpers spricht der Unterzeichnete auch an dieser Stelle seinen Dank für die treue Mitarbeit aus, der sie sich zum Wohle der Schule unterzogen haben. Ihre Tätigkeit war zeitweise umso anstrengender, als der ungünstige Gesundheitszustand bei einigen Kott&gen sie zwang, für diese in häufigen Falten einzutreten. Es handelte sich meist um Infiuenzaerkrankungen, infolge deren Prof, Schäfer den grö'ssten Teil des letzten Schulvierteljahre;!, Prof. ßiwer 5 Tage, Oberlehrer Grosse etwas mehr als 2 Wochen, Dr. M ö n c h 4 Tage, S t r a u s s 4 Tage, Marcus 3 Tage, S tern etwa 2 Wochen und der Unterzeichnete 2 Tage und ausserdem 2 Tage wegen einer Reise versäumten. Wenn auch trotz des unvollständigen Lehrerkollegiums die Zahl der Stunden für dio wissenschaftlichen Lebrgegenstünde im Winter uneingeschränkt blieb — im zweiten Sommervierteljahr waren sie um ein weniges gekürzt — so wurde doch der geregelte Gang des Unterrichts durch die wiederholten Verschiebungen im Stundenplan, die vie'en Schulausfälle und gegen Schluss des Jahres auch durch die Erkrankungen der Lehrer empfindlich gestört. Es war daher geboten, bei der Versetzung die möglichste Milde walten zu lassen, die allen denjenigen Schülern gegenüber geübt wurde, bei denen man annehmen konnte, dass sie mit Erfolg in der heberen Klasse weiter arbeiten würden. Ähnliche Rücksicht wurde auch bei der Güterprüfung genommen, deren mündlicher Teil unter Vorsitz des Herrn Schulrat Beckurts am IL, 12. und 13. d. Mts, stattfand. Die Prüflinge wurden am 15. d. Mts. entlassen, an welchem Tage wegen der Beteiligung verschiedener Lehrer am Zählgeschäft (betreffend Aufnahme der Bestände an Kartoffeln und anderen Nahrungsmitteln) der Unterricht ganz ausfiel Wohlwollende Nachsicht bekundete Herr Schulrat Beckurts auch, als er die Aaste.* einer dreitägigen Besichtigung (am 28,, 29. und 30. Januar) unterzog. In der hieran sich anschliessenden Sitzung äusserte er, dass trotz aller Schwierigkeiten «der Schulbetrieb wohl geregelt» sei und dass «nach bewährten Grundsätzen gewissenhaft gearbeitet* werde. Freilich soll in dieser gewaltigen Zeit — wie das auch Herr Schulrat B. in seiner Beurteilung betonte — die Jugeud nicht bloss schulmässig «lernen», sondern «erleben». Daher haben sie ihre Lehrer in den Unterrichtsstunden fortlaufend auf den Gang der Ereignisse hingewiesen oder an diese da und dort in dem zu behandelnden Lohrgogenstand angeknüpft. Beim Bekanntwerden grösserer Waffen taten unserer siegreichen Truppen wurden die Schüler, sei es unter freiem Himmel auf dem Schulhofe, sei es zu einer längeren Feier in der Aula versammelt. So geschah es am 24, August auf die Nachricht vom Siege unseres Kronprinzen bei Longwy, am 31. nach der glorreichen Schlacht bei Tannenberg, am 3. September na eil der Z Li rüeled rängung der 10 französischen Armeekorps zwischen Reims und Verdun, am