Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Journal
- Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Volume
- 1914-1915
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1914-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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61 reu Kisten dem X. Armeekorps zur Verteilung an die Truppen als Weibnacbtsbescherung übermittelt wurden. Von dem Kommando der Regimenter No. 32, 74 und 76 gingen Schreiben ein, worin in herzlichen Worten den Schülern für die Weihnachtsfreude, die s;e den braven Kriegern bereitet haben, gedankt wurde. Mancher Soldat dankte persönlich seinem freundlichen Spender, und es hat sich zuweilen zwischen beiden ein reger Eeldpostverkehr entwickelt Auf einen Aufruf des Herrn Hauptmann Hille zu Swinemünde haben die Schüler Staniol, Silberpapier, Seiden bäuder und Zigarrenabschnitte gesammelt und eine hübsche Menge durch Vermittelung des Vorstandes des hiesigen Landwehrvereins, des Herrn W. Kleine, der Kriege r - W a i s onkasse zur Verwertung zugewiesen, tlber die ^Goldsammlung unserer Schüler wird auf der letzten Seite berichtet. Es sei ferner erwähnt, dass eine Reihe unserer grösseren Schüler (30) der hiesigen «Jugendwehr » beitrat und an den militärischen Übungen und den Insfruktionsstundcn zweimal wöchentlich teilnahm. Den Führern dieser Jugendkompagnie, den Herren : Rektor ß u c Ii h e i s t e r? F re y b er g und Schiermann, danken wir hiermit verbindlichst für ihre Bemühungen um unsere Schüler. So hofft die Schule, dass sie in ihrer Weise den «grossen Moment» nicht ungenützt verstreichen Jiess, damit das Geschlecht der Jugend, das ihr in dieser schicksalsschweren Zeit anvertraut ist, dermaleinst mit Stolz ausrufen kann: «Wir haben die Geburrsstunde des «grösseren Deutschland» tätig miterlebt! > Der Gesundheitszustand unter den Stadtwie unter den Hausschülern war trotz des Kriegs-(K-)Brotes und der Brotmarken ein recht günstiger. Nur ganz vereinzelte Erkrankungen kamen vor. Im Alumnat sind die Verpflegungsverhiiltnisse bei der Knappheit und Teuerung der Lebensmittel gewiss nicht leicht. Aber die Engländer würden doch unangenehm überrascht sein, wenn sie sähen, welch Bausebacken sich viele unserer Jungen in einer Zeit, wo Deutschland «hungert», angelegt haben. Es ist sehr erfreulich und kennzeichnet auch den günstigen allgemeinen Stand des deutschen "Wirtschaftslebens in heutiger Zeit, dass der Zugang an zahlenden Hausschülern kaum geringer ist als in anderen Jahren. Wären nicht so viele Alumnen als Kriegsfreiwillige und einige Ausländer ausgetreten, so würde der Bestand vom 1. Febr, d, Js. kaum niedriger sein als im vorigen Jahre. Es entspricht mit einer Zahl von 143 Hausschülern übrigens trotz allem noch einem guten Durchschnittsbesuch, Es liegt mir noch die angenehmo Pflicht ob, dem Herrn Direktor Wittgen vom Kaliwerk «Carlsfund* in Rhüden und Herrn Direktor Bilstein von der «Wilhelmshütte» in Bornum a. H. für die freundliche Erlaubnis, die sie zum Besuche ihrer Betriebe uns erteilten, im Namen der Schule herzlichst zu danken, Herr Direktor Wittgen gestattete am 8, Juni in entgegenkommendster Weise einer Anzahl von Schülern der Oberklasse in Begleitung des Herrn Prof. Schäfer und des Unterzeichneten, in das Kaliwerk einzufahren. Die jugendlichen Besucher gewannen einen ausserordentlich belehrenden Einblick in den Betrieb eines Bergwerkes und in die Art der Gewinnung des Kalis. Ebenso anziehend war die Besichtigung der Eisengiesserei zu Bornum, wo wir unter persönlicher Führung des Herrn Direktor Bilstein der Anfertigung von Granaten beiwohnten. Frau Direktor Bilstein liess es sich nicht nehmen, sämtliche 10 Schuler und den Unterzeichneten in ihrem Hause zu emp^ fangen und sie mit einer Tasse Kaffee zu bewirten. Für diese Liebenswürdigkeit sei unser besonderer Dank abgestattet.