Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Journal
- Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Volume
- 1914-1915
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1914-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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18 sich einige seiner Seesen er Schüler befanden, ein Muster deutscher Socialen treue auch im Kleinen und Kleinsten, Mehrere Wochen nach seiner Einstellung ins Heer rückte er als Oberjäger ins Feld, und auf dem hiesigen Bahnhof riefen ihm bei dieser Gelegenheit seine Freunde und eine grosse Schar seiner Schüler ein jubelndes «Auf Wiedersehen f» zu. Er liegt jetzt als Vizefeldwebel in den Schützengräben in der Gegend von Lille, von wo er seinen Schillern und auch dem Untei zeichneten wiederholt inhaltreiche Briefe geschrieben hat, die wie die eingehenden Schilderungen des Kollegon Germer über das Garnisonleben in Lothringen einen willkommenen Stoff für unsere Kriegsbetrachtungen in der Schule bilden. Wir hoffen, dass die genannten drei Amtsgenossen uns auch weiterhin durch günstige Nachrichten erfreuen werden. Schliesslich ist zu erwähnen, dass Herr Dr. Marcus Ende Februar als waffenfähiger Lands türm mann einberufen wurde und z. Zt in Braunsen weig ausgebildet wird. E) Aus dem Schulleben, Beim Beginn des neuen Schuljahres am 21. April v. Js. konnte der Direktor den vollzahl igen Lehrkörper und 63 neu aufgenommene Schüler begrüssen. Unter den Neulingen war auch eine Schülerin, die mit Genehmigung der Herzogt, Oberschnlkommission in die 0 III des Realprogymnasiums eintrat. Das erste Vierteljahr verstrich im Rahmen der üblichen Schultätigkeit, die unterbrochen wurde durch den herkömmlichen Sommerausflug, Er fand am 15, und 16, Juni statt. Die Klassen durchwanderten unter Führung ihrer Klassenlehrer unseren Harz nach den verschiedensten Richtungen. Der Unterzeichnete führto die Untersekunda der Realschule nach dem Teutoburger Walde, dem schmucken Detmold und dem betriebsamen Hameln, von wo die Rückkehr auf einem Dampfer die Weser aufwärts bis Holzmindcn erfolgte. Da dies gerade am Quatrebras- Tag (16. Juni) war, so erinnerte er beim Mittagsmahl auf dem Schiffe an die kühne Kriegsfahrt, die vor hundert und einem Jahre der braun schweigische Helden herzog auf demselben Flusse unternommen hatte. Keiner von der Jünglingsschar dachte da, wie bald er aufgerufen werden soltte, um seinem Fürsten zu ähnlichen Taten zu folgen. Am 18, Juli hatten Prof. Di\ Biwer und der Unterzeichnete die hohe Ehre, von Sr, Kgl. Hoheit dem Herzog zu einer Audienz befohlen zu werden, um welche sie behufs Abstatiung ihres Dankes für den erhaltenen Professortitel nachgesucht hatten, Se, Kgl. Hoheit unterhielt sich längere Zeit mit jedem von ihnen besonders und zeigte sich über die Verhältnisse an der Jacobsonschule unterrichtet. Der Direktor konnte in der Unterredung darauf hinweisen, dass ein früherer Schüler unserer Anstalt, der nachmalige österreichische Major Udo Pockels-Sj; Adjutant am Herzoglichen Hof zu Gmunden war. Dann kamen die bewegten Tage der Mobilmachung. Da der Eisenbahnverkehr wegen der Truppenbeförderungen erschwert war, so schien es mit Bücksicht auf die auswärtigen Schüler geboten, die Ferien ura einige Tago zu verlangein. Inzwischen fand für die Herbstpriifliege am 5., 6. und 7. die schriftliche und am 8. August die mündliche Prüfung unter Vorsitz des Herrn Geh. Hofrat Prof, Dr, Fricke in beschleunigter Form statt. Nach Eröffnung des Unterrichts am 19, August folgte am 2S. und 29. eine Notprüfung für die sieben Schüler der OsteraMei] ung, die sich als Kriegsfreiwillige ins Heer haften einreihen lassen. Zwei von den Schülern, die zur Prüfung erschienen, waren bereits einige Zeit Soldaten. Der münd-