Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Journal
- Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Volume
- 1914-1915
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1914-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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lernte und ebenso pflichttreu seinem Kaiser diente. Da ist der ernst strebende Wilhelm Thürlings, der als Studiosus zu so grossen Hoffnungen berechtigte, der stattliche Erieh Koch, der so ungeduldig in den ersten Tagen der Mobilmachung darauf wartete, seine Bergmannsuniform mit dem Feldgrau m vertauschen und der im Verein mit anderen Seesenern schwor, den Tod seines Lehrers Dr. Füser an den Franzosen zu rächen. Da ist der etwas unbändige, aber im Grunde gutmütige Philipp Schlesinger, dessen „Muskeln" ihm besonders die Bewunderung seiner Alumnatskameradeti verschafften. Da ist der stämmige Hermann Hagemeyer, dem der Unterzeichnete auf dem hiesigen Bahnhofe noch die Hand drückte, da er als Goslarer freiwilliger Jäger fröhlich seine Fuhrt gegen den Feind antrat. Hans Uhde, der blonde Germanenjüngling, Friedrich R o d e w a I d , der biedere und arbeitssanie Schüler, und die anderen alle aus den älteren Jahrgängen, die schon zum Teil in angesehenen Lebensstellungen waren, sie ruhen jetzt in der kühlen Erde., vielfach in Feindesland. Schmerzlich berührte uns insbesondere die Nachricht von dem Heidentode des Herrn Dr. 8 i e b u r g, eines Seesener ehemaligen Schülers, der sich in den Kämpfen bei Lagarde als Leutnant der Keserve das Eiserne Kreuz erworben und erst vor wenigen Wochen hier als Verwundeter einen fesselnden Vortrag über seine Kriegserlebnisse hielt, welchem auch unsere Schüler beiwohnten. Alle diese Braven und Treuen, die nun ihren Lieben entrissen sind, sollen ihren ehemaligen. Mitschülern, von denen noch viele auf der Schulbank sitzen, ein leuchtendes Beispiel vaterländischer Gesinnung und des Heldenmutes werden. Eine lange Liste verwundeter ehemaliger Jucobsonschüler liegt dem Direktor vor, der von ihnen persönlich oder von deren Angehörigen Nachricht über ihr Ergehen erhalten hat. Es war uns Lehrern ein Bedürfnis, mit unseren früheren Zöglingen und Schülern, die im Felde stehen, in Verbindung zu treten, Mancher, der wohl schon lange nicht mehr an seine Schule dachte, schrieb aus eigenem Antriebe oder als Antwort auf einen Gruss, den wir ihm meist in Form einer kleinen Liebesgabe sandten, und berichtete von seinem Ergehen und Tun. So konnten wir von den zahlreichen Kriegsfreiwilligen erfahren, die auch aus unserer Anstalt hervorgegangen sind, Es war für uns ein erhebendes Gefühl, als von den siebzehnjährigen Untersekundanern bei der Mobilmachung fast alle sich als Kriegsfreiwillige meldeten. Da zeigte es sich, welcher Geist auf unserer Anstalt wie an allen deutschen Schulen herrscht, und es war für uns eine besondere Genugtuung, dass unter den 10 Hausschiüera, die sich mih'tarärztlich unter suchen Hessen und von denen mancher als schwächliches Grosstadtkind zu uns gekommen war alle bis auf einen als diensttauglich befunden wurden, Aber auch dieser eine wird zu Ostern ins Heer eingesteht werden. Von den zu Ostern und Herbst v. Js. abgegangenen Schülern stehen zur Zeit, so weit bekannt ist, 18 im Felde. Mancher von ihnen hat sich bereite ausgezeichnet und ist befördert worden. Von den Kollegen sind ausser Dr, Füser bald nach der Mobilmachung die Herren Germer und Bode als Landwehrleute einberufen worden. Ersterer steht bei Metz und war bislang noch nicht in der Front Letzterer hat schon manche Schlacht in Belgien und Frankreich miterlebt, ist aber glücklicherweise unversehrt geblieben und hat seinen Humor nicht verloren. Oberlehrer Harke trat am 3. September als Kriegsfreiwilliger bei den Jägern in Goslar ein. Es bedeutet für einen 43jährigen Mann gewiss viel, wenn er den Entschluss fasslj sich wie jeder junge Soldat der militärischen Ausbildung in der Kaserne und auf dem. Exerzierplatz zu unterziehen. [Tnd es wurde ihm nichts von den kleinen Mühseligkeiten des Rekruten geschenkt Kr gab aber seinen jugendlichen Kameraden, unter denen