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Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz · 1911-01-01 · Heft 1 · page 5

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Journal
Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
Volume
1911-1912
Issue
Heft 1
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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6 Ergebnis das Naturgesetz gewonnen wird, mit dem die Schüler gerade bekannt gemacht werden sollen. Der zweite Weg, der zur Zeit noch um häufigstem begangen wird, ist der der »regellosen Arbeitsweise«, die an den Laboratoriumsbetrieb der Universitäten erinnert Sie ist nur möglich im Anschluss an den Unterricht und bann als ergänzende Erweiterung derselben betrachtet werden. Dass die innige Verschmelzung von Übungen und Unterricht, wie ,sie das arbeiten in »gteicher Front« bezweckt, grosse Vorteile bietet, dass sie überhaupt das Ideal der Schüler Übungen darstellt, ist einleuchtend, aber es stehen ihr doch recht beträchtliche Hindernisse im Wege, Das erste ist die Geldfrage. Bei 30 Schülern müssten. wenn wir uns auf die jetzt für das Fach vorgeschriebene Stundenzahl beschränken, so dass eine Teilung der Klasse nicht möglich ist, und wenn je zwei Schüler zusammenarbeiten, die erforderlichen Apparate 15 mal vorhanden sein. Wäre es andrerseits möglich, die KJasse in 2 Gruppen von je 15 Schülern zu unterrichten, so beträgt die Zahl der erforderlichen Apparate gleicher Art immer noch 7; für den Lohrer würde sich die Stundenzahl in der betreffenden Klasse verdoppeln. In diesem Falle mtisste auf die Lage der Physikstunden besondere Rücksicht genommen werden. Die Stunden müssten möglichst in die Ecks tun den verlegt werden, damit man die Hälfte der Schüler nach Hause entlassen könnte. Hierin liegt die zweite grosse Schwierigkeit. Endlich ist der im Unterricht zu bewältigende Stoff, wenn er in Anlehnung an Übungen erledigt werden sollf noch viel zu umfangreich. Ohne Herabsetzung der Ziel fordern eigen sind die Übungen in »gleicher Front« so gut wie unmöglich. Ich habe mich also auch für die sogenannte »regellose Arbeitsweise« entschieden. Die Übungen schliessen sich einzig und allein an das Pensum der Obertertia an. Für Experimente aus dem U.-Sekunda-Pensum ist nach meinem Programm keine Zeit vorhanden. Diese Übungen müssten der folgenden Klasse vorbehalten bleiben. Damit diese Übungen keine Überbürdung für die Schüler bildeten, sind sie auf den Sonnabend nachmittag von 2—4 Uhr verlegt worden. Die übende KJasse zählte 20 Schüler, die in 2 Hauptgruppen zu je 10 eingeteilt wurden. Auf diese Weise kam die Reihe an jeden Schüler nur alle 14 Tage. Ferner war die Beteiligung eine vollkommen freiwillige; ich habe auch nicht verlangt, dass Ausarbeitungen von Versuchsan Ordnungen und Beobachtungen gemacht wurden, obwohl die Praktikanten einen bedeutend höheren Gewinn davon gehabt hatten. Trotz der Freiwilligkeit der Übungen habe ich nie über mangelhaften Besuch zu klagen gehabt. Die einzelnen Gruppen sind regelmässig erschienen und haben nach meinen Beobachtungen mit Lust und Liebe gearbeitet. Dies haben auch die Resultate dot1 Arbeiten, von denen ich später einige mitteilen werde, bewiesen. Jede der beiden Hauptgruppen bestand aus 5 Unterabteilungen. Ich erachte 2 Schüler zu einer Arbeit als vollkommen ausreichend, 3 sind sich schon sehr im Wege; 2 dagegen können sich im Beobachten und Notieren der Beobachtungen bequem ablösen. Die zu einer Unterabteilung vereinigten beiden Schüler haben während der ganzen Zeit der Übungen zusammen gearbeitet, weil es der Betrieb der Übungen so erforderte. Bei Übungen in >gleicher Fronte ist ein Wechsel in der Gruppierung leicht möglich und auch sehr angebracht. Wie es wohJ an mancher Anstalt, die die physikalischen Sch üJerübungea neu einführt, der Fall sein dürfte, so fehlt auch uns ein zu diesem Zwecke eingerichtetes Zimmer. Die Übungen wurden daher in einem neben dem Physikzimmer gelegenen Räume abgehalten. Er liess sich leicht in ein geräumiges Laboratorium, zumal auch Leuchtgas in.ihm zur Verfügung steht, verwandeln. Die Unbequemlichkeit der Herrichtung zum Arbeitsraum, das Herbeischaffen

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