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Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz · 1907-01-01 · Heft 1 · page 7

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Journal
Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
Volume
1907-1908
Issue
Heft 1
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Aufgabe geworden, in dieser Stunde ein Büd au entwerfen, wie als Mann und Erzieher Direktor Philippson lebte und wirkte, der mehr als 20 Jahre die Jacobsonschule leitete und den die jetzige Generation nur kannte, da seine Gesundheit von der Bürde seines Amtes und durch die Anfänge seines Leidens beeinfiusst war. Als Dr. Philippson im Frühling 1SS6 sein Amt antrat, im Vollgenuss einer kräftigen Gesundheit, beglückt von dem Gedanken, seine Kräfte einem grossen, edlen Werke widmen za können, bereit auszubauen und umzugestalten, hatte er schnell die Zuneigung aller gewonnen, die ihm näher traten. Die sprechenden, selten schönen Augen, die so milde und gütig blickten, die liebenswürdigen Umgangsformen, die niemals versagende Bereitwilligkeit, Bitten zu berücksichtigen und berechtigte Wünsche zu erfüllen, gewannen ihm schnell die Herzen seiner Mitbürger. Freude an der Natur und Lust am Wandern machten ihn zum eifrigen Fuss wan derer und viele frohe und genussreiche Stunden haben seine Kollegen auf solchen Touren durch das Gebirge mit ihm verlebt. Und was ihm Erholung und Genuss war, sollte auch die Schülerschaft teilen. Den Schulausflügen, die gewöhnlich zweimal im Jahre stattfanden, wandte er eine besondere Aufmerksamkeit zu, damit sie, genussreich und belehrend, in der Erinnerung fortlebteii- Selbst in den späteren Jahren, als körperliche Beschwerden es verboten, an solchen Wanderungen im vollen Umfange teilzunehmen, verminderte sich das Interesse für die Schulfahrten nicht, Diese Liebe zur Natur, ebenso ein tiefes, immerreges Verständnis für die Künste führten ihn fast jedes Jahr mit hinaus; aus eigener Anschauung kannte er weite Teile des Vaterlandes und der benachbarten Länder. Klares, scharfes Urteil des Gesehenen und ein vorzügliches Gedächtnis gaben ihm dauerndpn Gewinn von solchen Reisen, eine glückliche Eraählergabe Übertrag auf seine Umgebung den Genuss, Die freie Zeit, die ihm die Schule und deren Verwaltung Hess, bot ihm Gelegenheit die Literatur und deren neuste Erzeugnisse — deutsche, wie ausländische — eifrig zu studieren, und es gab wenig Werke, die er nicht kannte. Noch in seinen letzten Lebensjahren beschäftigte er sich mit Eifer mit dem Italienischen. So war ihm bis zum letzten Tage ein gutes Buch Erholung und die Kunst Genuss. Dieses reiche Wissen und Vermögen hat sein starker, schöner Geist übertragen auf die Lehrtätigkeit. Geleitet von dem Wunsche, seinen Schülern nicht nur ein reichliches Wissen zu sichern, sondern auch Lust an der Arbeit und tieferes Verständnis zu schaffen, war sein Unterricht belebend und wurde anregend durch die Fülle dos Selbstempfundenen und SelbsterJebten. Mancher Schüler wurde durch solchen Unterricht beeinfiusst, änderte seine Lebenspläne und wandte sich einem wissenschaftlichen Berufe zu.. Ein treuer Berater und voll steter Teilnahme war der Verstorbene immer bereit, die Hindernisse überwinden zu helfen, die solchen Wünschen entgegenstanden. So hat er sich die Dankbarbeit vieler alter Schüler erworben, die, durch ihn gefördert, die Möglichkeit gewannen, sich eiue Lebensstellung zu erringen, welche ihren Neigungen und Fähigkeiten entsprach. Ist unter Euch anwesenden Schülern auch keiner, der sich des geistvollen, belebenden Unterrichts erfreut hat, welchen der veistorbene Direktor erteilte, so wissen doch die meisten unter Euch, wie innig und zum Herzen sprechend die Worte waren, welche er bei Schulfeiern und patriotischen Festen an die Versammelten richtete; wie fesselnd wirkten Tiefe der Gedanken, Schönheit der Eorm und des Vortrages auf die Hörer, Höher noch haben wir die Verdienste zu stellen, die der Verstorbene als Leiter der Anstalt sich erwarb. Ausgestattet mit einer grossen Arbeitslust und -Kraft, hat er für die Entwicklung unsrer Schule nach aussen und innen Bedeutendes geleistet. Wie das Bild der Schule sich änderte, wie seine Verwaltung viele Einrichtungen

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