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Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz · 1907-01-01 · Heft 1 · page 6

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Journal
Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
Volume
1907-1908
Issue
Heft 1
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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7 Viele äussere Ehrungen, welche sonst Beamten, in städtischen oder staatlichen Stellungen ■zuteil werden, erlangte Philippson für seine Person nicht 1S92 wurde ihm der Professortitel verliehen, sonst fand er seinen Lohn in dem Gedanken, dass ihm die staatliche Behörde in wohlwollender Weise in seinem Wirken fördere und dass namentlich das Kuratorium ihn als den Mann verehrte, der mit rastloser Treue und weitem Blick die ehrwürdige Tradition einer alten Familienstiftung uneigennützig wie die Kuratoren selber, weiter pflegte. Und diese Tradition bestand und besteht noch heute in der Aufgabe, den Keim des Guten und Edlen in die Herzen der Jugend zu senken und sie zu guten Deutschen und guten Menschen zu erziehen, Direktors Philippsons letzte Worte, die er an euch Schüler in öffentlicher Versammlung spr&eh oder jedenfalJs sprechen wollte — ich habe sie in einem Entwurf zu einer Ansprache .gefunden — welche er für den Schulbeginn zu Michaelis 1906 vorbereitete — lauteten: »Ihr sollt gute, wahrhaft gebildete Menschen werden, Blenschen, die das, was recht und gut ist, kennen, aber nicht nur kennen, sondern auch wollen, die ein edler Sinn belebt, die Recht uiid Pflicht halten, die mit liebevollem Sinne, frei von gemeiner Selbstsucht, 'Tugend und Menschenwohlfahrt, wie und wo sie können, fördern.« Diese hohen Worte über unsere Menschen pflichten hat er wenige Wochen vor dem Augenblicke gesprochen, als er in der Klasse vor den Schülern, an der Stätte seiner Pflichttreue, auf dem Felde der Ehre, zusammenbrach, um sterbend in die Arme seiner geistvollen und treuen Gattin, die Leid und Freud in 27 jähriger Ehe mit dem edlen Manne geteilt, getragen zu werden. Und wollet ihr Schüler euren verewigten Lehrer in dieser feierlich wehmütigen Stunde ehren, so möget ihr den stillen Vorsatz fassen, ihm gleich zu tun in der Erfüllung der Pflichten, in der Liebe zur Menschheit! b) Ansprache des Oberlehrers Dr. Schäfer* Der erste Schul tag des vorigen Jahres vereinigte uns zu einer ernsten Trauerfeier: Beim Beginn der Weihnachtsferien war Prof. Dr. Emil Philippson, unser Direktor, gestorben, einem .Schlaganfall erliegend. Wehmut und Schmerz beherrschten uns — eine edle Seele war uns plötzlich entrissen, für immer von uns geschieden. Ihr, Schüler, hattet einen treuen, stets sorgenden Lehrer und Erzieher verloren, uns Lehrern war ein verehrter Vorgesetzter, ein lieber Freund genommen, der Schule ein unermüdlicher Leiter. Heute, nach Jahresfrist, führt uns das Gedenken an den Geschiedenen wieder zusammen. Durch den Entschluss und die Bereitwilligkeit der gegenwärtigen Schüler, durch die Beiträge früherer Generationen sind die Mittel gewonnen worden, dass ein Bildnis des Verstorbenen als dauerndes Erinnerungszeichen die Aula unserer Schule schmücken kann. Wir Lehrer danken Euch herzlich, liebe Schüler, für Euer Wollen und Tun — den besten Lohn dafür tragt Ihr in Euch selbst durch das Gefühl, eine Tat treuer Verehrung und Dankbarkeit gefördert zu haben: wer seinen Erzieher ehrt, ehrt sich selbst. — Dies lebenstreue und lebensvolle Bild des Verstorbenen, das eines Meisters Hand geschaffen hat, wird Euch, solange Ihr hier weilt und später, wenn Ihr einmal wiederkehrt zu dieser Stätte, lebhaft in Erinnerung zurück rufen die frohen und ernsten Stunden, in denen Ihr zu .dem edlen Manne in Beziehung tratet, dessen Lebensarbeit Eurer Erziehung und Ausbildung galt Mir, der allein von den Lehrern der Anstalt während der ganzen Amtstätigkeit des Verstorbenen an unserer Schule ihm als Mitarbeiter zur Seite stehen durfte, ist die ehrende '.

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