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Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz · 1907-01-01 · Heft 1 · page 5

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Journal
Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
Volume
1907-1908
Issue
Heft 1
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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IRI
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0 geeigneter Lehrkräfte, Diese zu gewinnen und an der Anstalt festzuhalten, gehört zu den schwierigsten Aufgaben eines Direktors. Philippson hatte allerdings auch einen Stamm treuer Diener der Jacobsci:- schule in Männern wie G e r s o n, Wendt, Gutkind, Dr. Jahn und Oberlehrer Dr. Schäfer, den wir das Glück haben, unter uns zu sehen, vorgefunden. Aber das Lehrerkollegium musste infolge Abgangs durch Tod, Pensionierung oder anderweitige Berufung ergänzt werden, und da zeigte sich sein guter Klick darin, rlass er Lehrer auswählte, die lange und treu zu ihm hielten und die die Schule nach aussen und innen festigten. Die meisten der unter Dir. Ph. fest angestellten Lehrer wirken ja jetzt noch nach einer langen Reihe von Dienstjahren segensreich an der Anstalt, andere sind erst nach einer Tätigkeit von 10 und mehr Jahren einem besonders ehrenvollen Rufe nach auswärts gefolgt Viel trug zur Gewinnung tüchtiger Kräfte der Umstand bei, dass dank den Bemühungen Philippsons \md dem Entgegenkommen des Kuratoriums die Besoldungsverhältnisse der Lehrer denen an anderen höheren Schulen gleich gestaltet wurden. Aber die innere Wohlfahrt einer Schule ist auch teilweise bedingt durch die räumlichen Verhältnisse. Als Philippson die Leitung übernahm, da entsprach das Alumnatsgebäude schon lange nicht mehr den Bedürfnissen der Neuzeit Auch die Turnhalle reichte allmählich nicht mehr aus. Da entstand unter seiner tätigen Mitwirkung die schöne Reihe der Bauten, die das Gesamtbild unseres Schulgebäudes zu einem so harmonischen machen. Das Alumnatsgebäude, das als eines der imposantesten Bauten des ganzen Kreises gilt, mit seinem künstlerischschönen Speisesaale, seinen luftigen Schlaf-, Arbeits- und anderen Zimmern, seinem so zweckdienlichen Wasch- und Baderaum, wurde im Herbst 1SS9 errichtet; die prächtige Turnhalle, das Isolierkrankenhaus, die Amtswohnung des Direktors, die in ihrer schlichten, aber schönen Innenausstattung den feinsinnigen Geschmack des Auftraggebers veirät, wurden im Jame 189$ vollendet Freilich, der eigentliche Auftraggeber aller dieser Bauten war die Patronatsbehorde, das Kuratorium, das für diese Neubauten eine Summe von insgesamt 417 000 M bewilligte. Aber diese Gebäude und Einrichtungen verdanken ihren Ursprung und ihre Ausführung im einzelneu doch wesentlich den Anregungen Philippsons, dem es oblag, Vorschläge zu machen und ihre Durchführung zu überwachen. Das Barverniögen der Stiftung ist allerdings durch diese Neueinrichtungen wesentlich vermindert worden, aber dank der guten Frequenzziffer des Alumnats — sie betrug durchschnittlich 140 Schüler jährlich — vermehrte sich der eiserne Fonds in nicht unerfreulicher Weise, wenn er auch bis jetzt noch nicht die aite Höhe erreicht hat Eines glanzvollen Momentes in der Geschichte der Jacobsonschule und in der Wirksamkeit Philippsons will ich noch gedenken. Ich meine die Hundertjahrfeier der Schule, die im September 1901 begangen wurde. Diejenigen unter den Anwesenden, die sich dieses seltenen Festes erinnern, sowie diejenigen Freunde der Anstalt welche die von Philippson verfasste Festschrift lasen, werden voll Bewunderung auf den Mann blicken, der unter Anspannung aller Kräfte das Ziel verfolgte, an jenem Tage so vielen Hunderten von Jacobsonschülern eine freundliche und dauernde Erinnerung an die Stätte zu verschaffen, wo sie sonnige Tage der Jugend, wo sie ihre sittliche und geistige Erziehung*genossen hatten. Mit welcher herziuuigen Freude muss der Mann, der sein ganzes Leben der Schule geweiht hatte, auf die freundlichen Kundgebungen der Seesener Bürger, auf die oOOköpfige Schar der Gäste geblickt haben, die vou allen Teilen Deutschlands und darüberhinaus herbeigeströmt waren, um seinen zündenden Worten zu lauschen, welche von seiner Liehe zur Jugend und seiner begeisterten Hingabe an die höchsten Ideale der Menschheit zeugten.-

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