Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Journal
- Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Volume
- 1907-1908
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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5 ^«wMHihpfr der staatlichen und städtischen Behörden und des gesamten Kuratoriums feierlich Im sein Amt eingeführt, und mit frischer Tatkraft begann er, desselben zu walten. Hatte zwar sein Vorgänger, der noch jetzt zu unserer Freude lebende Direktor Dr. Arnheim. die Schule bereits auf eine feste Basis gebracht, indem er sie zu einer staatlicher- <eit5 anerkannten Realschule ausgestaltet hatte, so musste sie doch nach mancher Hinsicht weiter entwickelt werden. Seit dem J. IS85 war die Jacob sonschule, die bis dahin dem Herzogl. Konsistorium unterstand, der Aufsicht und obersten Leitung der Herzogl. Ober-Scbul-Komniission unterstellt und somit den anderen höheren Schulen des Landes in dieser Beziehung gleichgeordnet worden. Aus diesem Verhältnis erwuchs ihr die Aufgabe, sowohl was die Zusammensetzung des Lehrkörpers als die Lehrverfassung anbelangt, sich an ihre gleichartigen Schwester- Anstalten anzulehnen. Zunächst gestaltete Dr. Philippson in zahlreichen Fachkonferenzen den Lektionsplan um nach dem Cluster des seitens des preussischen Unterrichtsministeriums unterm 21. Mai 1887 vorgeschriebenen Lehrplanes für höhere Bürgerschulen. Um einem seitens der Seesener Bürgerschaft geäusserten Wunsche zu entsprechen, wurde auch ein wahlfreier lateinischer Unterricht für begabtere Schüler eingerichtet. Eine weitere Neuerung war die, dass zu Michaelis 1SS6 versuchsweise diejenigen Schüler, die zu Ostern die Abgangsprüfung nicht bestanden, diese wiederholen durften, eine Einrichtung, welche trotz mancher UnzuJauglichkeiten im Interesse der älteren Schüler erhalten wurde. Im Jahre 1892 wurde der Lehr plan auf Anregung der Oberschuikommission wiederum einer Veränderung unterzogen, wobei im Anschlnss an die preussischen und auch für Braunschweig gütigen neuen Lehrpläne und Prüfungsordnungen für höhere Schulen vom 6. Januar IS92 die Lehranfgaben der einzelnen Klassen eingehend festgesetzt wurden. Als wichtige Neuerung kam hinzu, dass die Jugendspiele für alle Schüler verbindlich wurden, sodass die Pflege der körperlichen Übungen, die von altersher an der Jacobsonschule eine Statte gefunden hatte, von nun an eine noch grossere Beachtung erfuhr. Ein anderer Gedanke, der auch schon dem Stifter unserer Anstalt vorschwebte, der aber im Laufe der Jahrzehnte in den Hintergrund gedrängt worden war, nahm unter Direktor Philippson erneute Gestalt an. Im Einklang mit den Anforderungen der neuesten Erziehungslehre führte er im Jahre 1890 den Handfertigkeitsim fern cht ein. der seitdem sieh seitens der Schüler eines immer wachsenden Zuspruchs erfreut. Unter Anleitung eines für dieses Fach eigens vorgebildeten Lehrers wird die Holzschnitzerex sowie Hobelbank- und Papp arbeit von den Knaben seitdem geübt. Bei Gelegenheit einer eraauten Umgestaltung der Lehrverfassung nach den preussischen Lehrplänen von 1901 vrurde Ostern 1903 die ersle Realprogymnasialklasse eingerichtet. Schon seit Ostern 1S90 musste die IV. Kl. wegen grosser Schülerzahl in zwei Abteilungen getrennt werden, und in den folgenden Jahren stellte sich das Bedürfnis heraus, die nächst höheren Klassen gleichfalls zu teilen, sodass vom Jahre 1896 die Schule 10 Klassen besass. Da im Laufe der Jahre eine neue Sehn] form unter den höheren Lehranstalten rJorddentobJands ausgebildet hatte, sich das sogenannte Reformgymnasium, so wählte Dir. Philippson den Lehrplan des letzteren, und verwandelte die eine Abteilung der drei obersten Parallelklassen der Anstalt in ein Bealprogymnasiiun, das als solches durch eine ministerielle Verfügung vom 11. Dez. 1906 anerkannt wurde. Es war Direktor Philippsons letzte krönende Tat in der langen Reihe seiner Bemühungen für den inneren Ausbau der Anstalt und die Nachricht von seinem Erfolge, die wenige Tage vor seinem Ableben eintraf, dürfte seinem totkranken Herzen einige Labung bereitet haben. Aber sollen neue Lehrpläne, von deren Einführung ich soeben gesprochen habe, nicht bloss auf dem Papiere stehen, sondern auch wirksam durchgeführt werden, so bedarf es