Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Journal
- Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Volume
- 1915-1916
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1915-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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_J.6_ zahlreiche Gaste : Herr Bürgermeister Rolide als Vertreter der Stadt, Angehörige unserer Schüler, eine Reihe ehemaliger Jacohsonschüler in Feldgrau, die zum Teil im hiesigen Lazarett waren, sowie viele Freunde der Anstalt erschienen waren, um der Nagcluiig des Wahrzeichens beizuwohnen. Nachdem der Sehulchor unter Leitung des Herrn Musiklehrers G-rat Kremsers «Niederländisches Gebet» und Schenkendorfs «Freiheit die ich meine» vortragen hatte, begrüsste der Direktor die Anwesenden, insbesondere die vom Felde zurückgekehrten beurlaubten Kollegon Oberlehrer Harke und S t r au ss -sowie die kriegsbeschadigt« n ehemaligen Schüler: darunter Herrn Leutnant Erich Hartman», dem leider ein Fufs amputiert werden mimte. Ausgehendvon dem Gedanken, dass der Krieg als sittlichen Gewinn für das deutsche Volk in ihm den Wunsch nach der Annäherung aller Volksklassen und der Ueborbrückung aller Gegensätze erzeugte, führte er aus, dass die Schule, berufen sei, in diesem Geiste zu erziehen. Daher seien gerade in diesen Tagen «Iis dem Schützengraben u. daheim Stimmen laut geworden, die eine Umgestaltung der Sehn Je im Sinne der „nationalen Einheitsschule'1 oder besser der „Vaterlandsschule'1 verlangen, und wenn auch die Verbesserungsvorschläge im einzelnen anfechtbar seien, so drängt doch die geschichtliche Entwicklung des deutschen Schulwesens und die Not der Stunde nach diesem Ziele hin. So seien denn die verschlungenen Hände ein Sinnbild der Schule im allgemeinen, und rJie Jacobsonschule im besonderen führe dieses mit Vorbedacht über hundert Jahre in ihrem Schilde, um nach der Absicht ihres Stifters den sozialen Einheilsgedanken zu pflegen. In diesem Sinne forderte der Direktor, die Schüler auf, von ihrem Spargroschen eine Gabe für die »Jugendspende für Kriegerwaisen«, eines Zweiges der »Nationalst!ftuug für die Hinterbliebenem der im Kriege Gefallenen«, zu stiften. Nach einem von einem Sextaner gesprocheneu dichterischen Mahnwort an »die deutsche Jugend« folgte die Nagel ung, die nach Abzug kleiner Spesen — die 'Kosten für das Wahrzeichen sind aus Schulmitfelu bestritten worden — die Summe von 324 JH ergfih Dieser Betrag wurde an die Geschäftsstelle des Vereins zu Händen des Herrn Lehrers J o s. Reinirkens in Essen-Rüttenscheid abgeführt, der in freundlichen Worten dankte und als Eiinueningszeichen ein Kriegsgedenkblatt in schonein Rahmen der Schule übermiitelte. Auch sonst regten wir die Schüler zur Betätigung des vaterländischen Sinnes an. Sie beteiligten sich an der Gummisammlung, sammelten gelegentlich der *Kiiefisbuchwoche» 3;H Bande für unsere Krieger, brachten 20 g an altem Gold und TO g Silber zugunsten des * Vaterlandsdankes» auf; zur Beschaffung von Liebesgaben an unsere «U-Bootslcute» wurde von Lehrern und Schülern gemeinsam der Betrag von 74,32 Mark der Sammelstelle überwiesen, und zu Weihnachten schickten die Schüler je eine giosse Kiste von Liebesgaben an das 10. Jäger- Bataillon zu Goslar und das Rote Kreuz zu Braunschweig zur Weiterbeiö'rderung an die Front, Schliesslich, ist zu erwähnen, dass di&^XLo 1 d s a m m 1 u n g den Ertrag von 0 tf ö 0 Mark ergab und dass auf Anregung de^^^Ble die Schüler sieh an der Zeichnung der 3, Kriegsanleihe mit einem BeM(^von 1 3 5 70 Mark beteiligten. Die gezeichneten Werte werden unter Gewähr der Schule nach gewissen den Eltern bekannt gegebenen Richtlinien verwaltet. Soweit ganze Stücke gezeichnet wurden, werden diese nach deren Eingnn«^den 'Zeichnern zugestellt werden, den Teilzetclmern wird auf Wunsch ihr Teil m<ch dem jeweiligen Kurswerte der Papiere überwiesen. — Wir hoffen, dass unsere Anregung für die rL e i c h n u n g d c r 4. Kriegsanleihe nach den von dem Herzoglich-BraunschweigischenLeihhausamte aufgestellten Bedingungen auf fruchtbaren Boden fällt. Die Schlussprüfungen fanden statt unter Vorsitz des Herzoglichen Kommissars Herrn Oberschulrat Prof. Dr. Beckurts am 12,. Juni (Notnrüfung), am 6. September (Herbstprüfung)