Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Journal
- Bericht über die Jacobson-Schule, Realschule mit (Reform-)Realprogymnasium (nach dem Frankfurter Lehrplan) zu Seesen am Harz
- Volume
- 1915-1916
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1915-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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17 und in der Zeit vom 2S. Februar bis 2. Marz ds. Js, (Güterprüfung). Am Abend des letzteren Tages vereinigten sich die abgehenden Schüler und ihre Kameraden der Obertertia mit ihren Lehrern in Rorigs Saal, wu die Jungen zwei lustige Einakter, die Herr Strauss mit ihnen eingeübt hatte, aufführten und wo bei aller Heiterkeit der Stimmung der Vorstand des Vereins ehemaliger Jaoobsonschüler, Herr Lehrer Kose, Herr Bürgermeister R o h d e als ehemalige Schuler und der Unterzeichnete mahnende Worte an die Jugend richteten. Der Verein ehemaliger Jacobsonschüler hat auch in diesem Jahre eine eifrige Tätigkeit entfaltet, und erfreulich ist sein Zusammenarbeiten mit der Schulleitung, "weil auf diese Weise manches Segens volle geleistet werden kann. So hat der Verein den Beschluss gefasst, eine Freibücherei zu stiften, aus welcher den unbemittelten Stadtschulen) Schulbücher kostenlos zur Verfügung gestellt werden sollen, — die Freizöglinge des Alumnates erhalten diese aus Stiftungs mitte In —; ferner hat der Verein einen Beitrng von 25 Jl für die Verlosung bei der Sylvesterfeier gespendet, zu der dieses Jahr alle diejenigen Stadtschüler, deren Vater unter den Fahnen stehen, mit ihren Angehörigen geJaden waren. Auch iür die Bestreitung der Kosten eines Vortragsabends, für welchen unser ehemaliger Schüler, der bekannte Berliner Kabarettkünstler Schaf f er s, gewonnen war, hat er oO Jl zur Verfügung gestellt. Dieser »Kriegsabend«, an weichem Herr Seil affers, der als Kriegsvenvundeter hierzu beurlaubt war, ernste und heitere Dichtungen, teilweise aus eigener Feder, vortrug, war eine der gpnussreichsten Darbietungen, die wir von dieser Art an unserer Anstalt bisher hatten. Einige Freunde der Schule und einige 20 Verwundete des hiesigen Lazaretts wohnten dem Vortrage bei. Ein ansehnlicher Ueberschuss aus den eingegangenen Eintrittsgeldern wurde der städtischen Kriegshilfe überwiesen. Eine ähnliche Veranstaltung, bei welcher das Schauspieferpaar Herr und Frau Bols wirkten, brachte eine hübsche Summe zugunsten des »Vaterländischen Frauenvereins« ein Auch des schonen Kunstgenusses, den der erblindete Künstler Lau d sberg, durch seinen feingestimmten Vortrag von Märchen unseren Kleinen bot, sei Erwähnung getan. Mit dem ablaufenden Schuljahre verlässt uns Herr Rektor Buchheister, der 18 Jahre lang den evangelischen Religionsunterricht in den oberen Klassen erteilt und Mitglied der Prüfungskommission war, um einem ehrenvollen Rufe als Leiter der hiesigen städtischen Unterrichtsanstalten, der Bürgerschule und der städtischen höheren Mädchenschule, zu folgen. Herr Rektor Buch hei st er hat sich der religiösen Belehrungunserer evangelischen Jugend mit dem Ernst seines tiefen Wissens und der Kraft seiner Ueberzeugung gewidmet, und die Saat des Edlen und Guten, die er gestreut, wird ihm reiche Befriedigung gewähren. Seine Schüler wie seine Kollegen an der Jacobsonschule, in deren Kreis er sich so wohl fühlte, sehen ihn ungern scheiden. Möge sein Wirken in dem neuen Amte von gleichem Segen begleitet sein. Im Xamen des Kuratoriums sei auch an dieser Stelle dem verehrten Herrn Kollegen herzlicher Dank für die treue Arbeit abgestattet, die er an der Jacobsonschule geleistet hat. - Zum Schlüsse dieses Berichtes drängt es den Unterzeichneten, eines edlen Mannes zu gedenken, der zu unserer Anstalt, d, h. zu dem jüdischen Teil unserer Schulgemeinde in vielfachen Beziehungen stand. Am 17. Dez. v. Js. verschied plötzlich Herr Landesrabbiner Dr Rülf zu Braun schweig. Er hat als Seelsorger so manches Mal unsere jüdischen Schüler durch sein herrliches Gotteswort erhoben Er hat bei keinem wichtigen Anlass, sei es freudiger, sei es trauriger Art, in der Anstalt gefehlt. In seiner echten Menschenliebe und mit seinem freien Blick stand er dem einenden und versöhnenden Grundgedanken unseres Erziehungsideals so